Warum Glovo, Bolt und Delivery Hero in Indien einstellen, sogar für Führungspositionen

Rund 80 % der Belegschaft bei Glovo, Bolt und Delivery Hero stammt aus Indien. Gehaltsersparnis und der KI-Schub in Indien erklären das Phänomen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der 80-Prozent-Anteil indischer Mitarbeitender bei Liefer-Apps

Warum landet ein spanisches Unternehmen wie Glovo, ein estnisches wie Bolt und ein deutsches wie Delivery Hero bei einer Belegschaft, in der indische Arbeitskräfte überwältigend vertreten sind – vom Management bis zur Zustellung? Die Frage ist es wert, genauer hingeschaut zu werden.

Die Daten deuten darauf hin, dass bei den größten Liefer- und Bestellplattformen Europas Fachkräfte indischer Herkunft rund 80 % der Belegschaft ausmachen, vom mittleren Management bis zu den einfachsten Entwicklerpositionen. Das ist kein Eindruck: Es gibt Zahlen, wenn auch nur teilweise, die diese Lesart stützen.

Die Logik der Kostenersparnis: 6.000 Euro im Monat für einen 'Nerd'

Die unmittelbarste Erklärung sind die Lohnkosten. Einen indischen Ingenieur in Madrid oder Berlin einzustellen kostet einen Bruchteil dessen, was ein lokaler Fachkraft kosten würde, obwohl das Gehalt in Indien selbst hoch ist. Verfügbare Brancheninformationen deuten auf Gehälter von bis zu 6.000 Euro monatlich für diese Profile hin – in Indien eine astronomische Summe, in Europa aber immer noch wettbewerbsfähig im Vergleich zum lokalen Branchendurchschnitt.

KI als Beschleuniger der Abwanderung von Talenten

Währenddessen trifft die künstliche Intelligenz in Indien die Bürojobs in der Tech-Branche hart. Die Entlassungen reißen nicht ab, und es hat sich eine Arbeiterbewegung gefestigt, die Schutz vor der Automatisierung fordert. Dieser Überschuss an qualifizierten Fachkräften findet in den europäischen Tochtergesellschaften ein natürliches Ventil, was die Abhängigkeit der Mutterkonzerne von indischem Talent noch verschärft.

Der Kurier in der Werbung ist nicht der echte Kurier

Es gibt eine zusätzliche Paradoxie: In Glovos Werbungen ist ein einheimischer Kurier zu sehen, blond und 1,80 groß, während die Realität an der Tür eine andere ist. In einer Zeit, in der Diversität in der Werbung gefordert wird, verflüchtigt sie sich genau dann, wenn sie die echte Belegschaft widerspiegeln sollte. Eine Ironie, die auch den Werbetreibenden nicht entgeht.

Die unbequeme Frage bleibt auf dem Tisch: Ist es eine rein kostengetriebene Entscheidung oder gibt es eine bewusste Strategie zur Verdrängung lokaler Arbeitsplätze? Während die europäischen Mutterkonzerne weiter wachsen, ist die Frage nach dem Arbeits- und Migrationsmodell in der Tech-Branche alles andere als geklärt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

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