Reform UK dominiert die britischen Kommunalwahlen: 300 Sitze bei 48 % ausgezählter Stimmen
Bei 48 % ausgezählter Stimmen hat Reform UK bereits über 300 Sitze gewonnen, während Labour 220 und die Tories 107 Mandate verlieren. Labour-Hochburgen von 47 Jahren, wie Tameside, fallen erstmals. Birmingham, geplagt von einem Müllstreik und bankrotten Stadtfinanzen, könnte an Reform fallen. In Schottland und Wales wird erwartet, dass Nigel Farages Partei stark einzieht.
Die wirtschaftliche Protestwahl
Der Labour-Einbruch erklärt sich nicht nur durch Abnutzung. Die Auszählungsdaten zeigen, dass die Wähler die Wirtschaftspolitik abgestraft haben: Ausufernde Inflation, die Wohnungskrise und stagnierende Löhne haben selbst traditionelle Arbeiterregionen zu Reform getrieben. Das Brexit-Versprechen, die Einwanderung zu senken, wurde nicht eingelöst – das haben die Wähler an der Urne quittiert.
Das Einwanderungsparadox
Während die Nettomigration im Vereinigten Königreich weiter auf Rekordniveau liegt, kapitalisiert Reform UK die Unzufriedenheit. Anders als in Frankreich hat das Land jedoch ein demografisches Gegengewicht in der hinduistischen Gemeinschaft, das die Auswirkungen in einigen Gebieten mildert. Analysten stellen fest, dass das Duopol aus Labour und Konservativen versagt hat, die wirtschaftlichen Grundursachen anzugehen.
Was ist vom Rest der Auszählung zu erwarten?
Da mehr als die Hälfte der Räte noch ausgezählt werden muss, ist die Frage, ob Reform das Tempo halten kann. Die Hochburgen in Schottland und Wales, wo die Partei fast keine lokale Präsenz hatte, sind der Lackmustest. Wenn sich der Trend festigt, wird die britische politische Landkarte für die nächste Parlamentswahl neu gezeichnet.
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