Warum Geringqualifizierte nach Madrid ziehen

Soria bietet 2.200 Euro brutto für ungelernte Installateure, doch nur 13 bewarben sich; in Madrid werden 1.200 Euro für einfache Jobs gezahlt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Warum Geringqualifizierte nach Madrid ziehen
Im Streit vergleicht man die 1.200 Euro in Madrid mit den 2.200 Euro in Soria

„Ich ging 2019 nach Madrid, nachdem ich mit meiner Freundin Schluss gemacht hatte. Ich teile mir eine Wohnung mit einem Kollegen und wir teilen uns die Kosten. Wir zahlen 800 Euro im Monat.“ Der Erzähler hat eine Berufsausbildung (FP), erhält 1.500 Euro in 14 Zahlungen und war seit seiner Ankunft nicht arbeitslos. In seinem Dorf in Navarra, sagt er, seien Verträge „spärlich und schlecht bezahlt“ gewesen, und das Problem sei nicht nur der Lohn gewesen: Es war die Instabilität.

Die andere Hälfte des Landes erzählt eine andere Geschichte. Laut einer Nachricht liegt die Arbeitslosigkeit in Soria bei etwa 5%, und ein Angebot für einen ungelernten Installateur mit 2.200 Euro brutto verzeichnete drei offene Stellen und dreizehn Bewerber. Demnach hätten sich jene, die nach Madrid gingen, um 1.500 Euro zu verdienen, geirrt.

Eine Arbeitswüste mit Jobs, die nicht ganzjährig sind

„Wenn du nichts im öffentlichen Dienst oder gute Beziehungen hast, vergiss es, konstant in weiten Teilen des Landes zu arbeiten.“ Dies ist die Diagnose, die einen Teil der Diskussion dominiert: Außerhalb der großen Ballungszentren ist stabile Beschäftigung knapp und Netto-Löhne über 1.500 Euro selten. Die Gegenargumentation von der anderen Seite weist auf eine Nuance hin, die die Rechnung völlig ändert: Es gibt nicht keine Arbeit, es gibt keine Arbeit das ganze Jahr über. In vielen Gemeinden erschöpft sich die Beschäftigung, ob qualifiziert oder nicht, mit der Saison, was jegliche Lebensplanung auf zwölf Monate ausschließt.

Es gibt weitere Schichten. Ein Teil des Austauschs behauptet, dass die realen Chancen in der Hauptstadt Gastronomie, Lieferdienste und kaum mehr sind, und wer nicht in diese Branchen passt, hat es schwer. Andere beschreiben die umgekehrte Situation: Menschen aus Provinzen, die ihren Monat mit Geld ihrer Eltern ergänzen. Und dazwischen der Beamte der Gruppe C2, der 1.200 Euro verdient, über dessen Umzug man sich fragt.

Soria, der Fall, der die Erzählung bricht

Für einen Teilnehmer erscheint die Provinz Soria mit einer Arbeitslosenquote von 5% als Beweis dafür, dass die Diskrepanz nicht beim Arbeitsangebot liegt, sondern bei der Bereitschaft, sich zu bewegen. Es werden Werkstätten genannt, die keine erfahrenen Fachkräfte finden, landwirtschaftliche Genossenschaften, Lagerhallen, Autobahntankstellen und Pizzerien. Ein Teil der Nachrichten fasst dies ironisch zusammen: In den Dörfern gibt es Supermärkte, Druckereien und Installateure, nur schaut niemand dort hin, weil die Angebote oft nicht über Jobportale laufen.

Dort klafft die Lücke. Man argumentiert, dass man für diese Stellen ein wenig mit den Leuten sprechen muss, eine Aussage, die einige als nützlichen Hinweis lesen und andere als Euphemismus dafür, dass es nichts gibt. Beides kann gleichzeitig wahr sein: Stellen, die nicht öffentlich ausgeschrieben werden, und wenige Menschen, die bereit sind, in eine Gemeinde mit weniger sozialem Leben umzuziehen.

Wie viel muss man in Madrid verdienen, um wie auf dem Land zu leben?

Der Wohnraum ist der Schiedsrichter in dieser Angelegenheit. Der detaillierteste Fall im Austausch zahlt 800 Euro für eine geteilte Wohnung mit einem Arbeitskollegen, ein Preis, der eingefroren ist, da die Vermieterin die Miete beibehält, solange es keine Probleme gibt; in derselben Gegend liegt jede neue Miete über 1.000 Euro.

Ein Teilnehmer stellt den Vergleich an: Ein Haus in einem Dorf kostet 60.000 Euro, in Madrid wird dieselbe Übung mit 800.000 Euro kalkuliert.

Der IT-Spezialist braucht Madrid am wenigsten

Ein Teilnehmer kommt zu dem Schluss, dass Programmierung und Softwareentwicklung zu den wenigen Berufen gehören, die ohne Büropräsenz ausgeübt werden können, und dass technischer Support nur teilweise Präsenz erfordert. Einen LKW fahren oder ein Lokal reinigen geht hingegen nicht remote. Der öffentliche Dienst, fügt ein anderer hinzu, hängt bei der Wahl des Standorts von der Note ab.

Am Ende bleibt eine Asymmetrie, die die Debatte nicht auflöst: In Soria werden drei Installateur-Stellen mit 2.200 Euro brutto und dreizehn Bewerbern genannt, während in Madrid von Gehältern von 1.200 Euro und WG-Wohnungen die Rede ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (461 Antworten).

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