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Warum 28 Grad warmes Meerwasser vor Sonnenbrand nicht schützt
Das Mittelmeer hat in diesem Jahr zwischen 27 und 28 Grad, mit Spitzen über 30 – und trotzdem kommen die Sonnenbrände trotz Sonnenschirm weiter vor.
28 Grad warmes Wasser und September-Sonne: Der Sonnenbrand verzeiht nichts
Den ganzen Tag unter dem Sonnenschirm, zwei kurze Badegänge und trotzdem wunde Unterschenkel und Fußrücken. Die Szene wiederholt sich am Ende des Sommers an jedem Strand der Küste von Alicante, und wer sie erlebt, findet keine Erklärung: Die Strahlung ist nicht mehr die von Juli, das Wasser ist warm und ausgedehnte Sonnenbäder gab es nicht. Das Mittelmeerwasser hat sich in diesem Jahr zwischen 27 und 28 Grad bewegt, mit Phasen über 30 Grad – und dieser Wert beruhigt viele Menschen aus falschen Gründen: Eine hohe Wassertemperatur filtert keine ultraviolette Strahlung. Was sich geändert hat, ist nicht die Sonne. Es ist die Art, sie zu messen.
Der Temperaturschock, den es nicht mehr gibt
Das Meeresthermometer funktioniert als soziales Thermometer der Küste. Vor drei Jahrzehnten bedeutete das Eintauchen ins Wasser in Alicante bis zu zehn Minuten Temperaturschock, bis sich der Körper gewöhnt hatte. Heute steigt man ohne Übergang hinein. An den Stränden ab La Manga aufwärts fällt das Ufer erst nach hundert Metern ab, sodass die Temperaturstufe, an der man früher erkennte, ob das Wasser warm ist, aus der Rechnung verschwunden ist. Ab La Manga abwärts fällt der Grund früher ab, und das Wasser war immer kühler.
Das Ergebnis ist eine weitverbreitete Verwirrung: Wenn das Meer mild ist, nimmt man an, dass auch die Sonne harmlos ist. Beides hat jedoch nichts miteinander zu tun. Die Zone der höchsten UV-Belastung liegt nach wie vor zwischen zwölf und fünf Uhr nachmittags – ganz unabhängig davon, wie angenehm das Bad ist.
Warum manche braun werden und andere sich verbrennen
Die kurze Antwort lautet Melanin. Der Hauttyp entscheidet darüber, ob man mit einer bescheidenen Bräune oder mit Blasen nach Hause geht, und erklärt, warum zwei Personen mit gleicher Expositionszeit am Ende in entgegengesetzten Zuständen landen. Manche behaupten, das Problem sei nicht die Genetik, sondern die mangelnde Gewohnheit: Wer das ganze Jahr über in kleinen Dosen sonnt, verträgt den September besser als jemand, der nur im August den Sand betritt. Dieses Argument hat Befürworter, aber auch Gegner.
Irgendwann schlug das Gespräch über Melanin in Herabwürdigungen wegen Hautfarbe und Herkunft um. Dieser Teil trägt nichts zur Sache bei: Sonnenschutz ist eine Frage des Hauttyps, nicht der Herkunft, und die gegenseitigen Vorwürfe unter Badegästen bewegen den UV-Index keinen Millimeter.
Sonnenschutz ist kein Placebo, muss aber nachgeschmiert werden
Es kursieren zwei Aussagen, die man trennen sollte. Die erste, dass die Creme das Wasser nicht verträgt, hat einen wahren Kern: Keine Formel widersteht dem Baden unbegrenzt, und die gängigen dermatologischen Empfehlungen sehen vor, alle zwei Stunden und nach jedem Bad nachzuschmieren. Die zweite, dass Sonnenschutz ein Placebo sei, wird durch die verfügbaren Belege nicht gestützt. Ebenso wenig die Vorstellung, der Anstieg der Hautkrebsfälle in den letzten Jahrzehnten lasse sich durch etwas anderes als die kumulierte Exposition erklären.
Für hellere Hauttypen ist die praktische Grenze, die immer wieder genannt wird, 18:00 Uhr, wenn die Sonneneinstrahlung nachlässt. Das hängt vom Monat ab, und im September beginnt dieses sichere Zeitfenster früher als im Juli.
Der verwirrende Befund steckt nicht in den Thermometern. Fast niemand hat diesen Sommer einen sich abschälenden Rücken gesehen. Die rote, schuppige Haut, ein September-Ritual der Kindheit, ist selten geworden. Die medizinischen Zahlen passen dagegen nicht zu dieser Entspanntheit. Der Sonnenbrand von heute ist lautlos – und genau das macht ihn so heimtückisch.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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