Almería ist nicht tropisch: Deshalb braucht Spaniens Gemüseregion Gewächshäuser

Almería im Süden Spaniens liegt 1.500 km vom Wendekreis entfernt und hat ein trockenes Klima: Ohne Gewächshäuser gäbe es kein ganzjähriges Tomatenangebot. Den Geschmack bestimmt die Sorte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Almería ist nicht tropisch: Deshalb braucht Spaniens Gemüseregion Gewächshäuser
Almería hat kein tropisches Klima: Deshalb lebt die Region von Gewächshäusern

Tomaten, die nach Pappe schmecken, und Melonen, die nach Kork schmecken, sind wieder in der Kritik. Die Klage ist alt, und die populäre Diagnose dazu ebenfalls: „Wenn in Almería ein tropisches Klima herrscht, wozu dann all der Plastik?" Den zweiten Vorwurf entkräftet eine Landkarte.

Almería liegt fast 1.500 Kilometer nördlich des Wendekreises des Krebses. Das Klima ist trocken-mediterran, mit wüstenartigen Zügen in Gegenden wie Tabernas und einer Wasserknappheit, die jeden Anbau bestimmt. Ein tropisches Klima verlangt per Definition in jedem Monat des Jahres Durchschnittstemperaturen über 18 Grad. Hier gibt es vier Jahreszeiten, nicht zwei. Tropisch? Nichts.

Wozu das Plastik über den Feldern wirklich dient

Ein Gewächshaus ist kein gigantischer Ofen. Je nach Netzart erzeugt es das Mikroklima, das jede Kultur braucht, und tut in vielen Fällen das Gegenteil dessen, was die Intuition nahelegt: Es schützt die Früchte vor einer Sonne, die sie verkohlen würde. Entscheidend ist die Kombination mit der Trockenheit. Das trockene, sonnige Klima des spanischen Südostens ist es, das den Ertrag unter Folie vervielfacht. Die Abdeckung gleicht kein schlechtes Klima aus; sie holt das Beste aus einem ausgezeichneten heraus.

Daraus ergibt sich die eigentliche wirtschaftliche Logik: mehrere Ernten pro Jahr. Ohne Gewächshaus wäre die Tomate ein Sommerprodukt. Mit ihm gibt es Gemüse zwölf Monate im Jahr – genau das, was die Stadt verlangt, wenn sie im Januar den Kühlschrank öffnet.

Den Geschmack bestimmt der Samen, nicht die Folie

An dieser Stelle wird es für den Verbraucher unangenehmer. Die fadenschmeckende Tomate schmeckt nicht deshalb fad, weil sie unter Plastik wuchs, sondern weil sie eine Handelssorte ist, die auf Transportfähigkeit und Regallagerung gezüchtet wurde. Aromatische Sorten werden binnen zwei Tagen weich; die Sorten, die zu Hause eine Woche halten, sind von vornherein auf Geschmacksarmut gezüchtet. Wer zwölf Monate im Jahr perfekte Früchte im Regal verlangt, verlangt, ohne es zu wissen, Früchte, die kaum nach etwas schmecken.



Glas und Roboter gegen Plastik und Tagelöhner

Und dann bleibt noch die industrielle Seite. Der Vergleich, der bei dem Thema stets mitschwingt, sind die Niederlande: Mit schlechterem Klima erzeugen sie pro Anbaufläche das Vierfache – mit Glasgewächshäusern und einer Robotisierung, die dort längst Standard ist. Das almeriense Modell, intensiv bei Plastik und Arbeitskräften, punktet bei den Kosten und verliert bei der Produktivität pro Quadratmeter. Automatisierung erforderte Investitionen, und genau da hakt die Argumentation: Dieselbe Marge, die das System wettbewerbsfähig macht, hält vom Umbau ab.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (91 Antworten).

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