Wagner-Flagge über Bachmut gehisst

Prigoschin hisst russische und Wagner-Flaggen über der Zentralverwaltung von Bachmut mit Widmung an den getöteten Blogger Wladlen Tatarski.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wagner-Flagge über Bachmut gehisst
Prigoschin hisst Flagge in Bachmut und beansprucht das Zentrum

Um 23 Uhr am 2. April 2023 hisste Jewgeni Prigoschin zwei Flaggen über dem Gebäude der Zentralverwaltung von Bachmut: die russische und die seiner Gruppe Wagner. Auf der ersten befand sich eine Widmung zum Gedenken an Wladlen Tatarski, einen bei einem Anschlag getöteten Blogger. Das nachts zwischen Trümmern gefilmte Video diente als Ankündigung: Der Großteil der zentralen Stadtgebiete stand unter Kontrolle der Wagner-Kräfte, so Prigoschin selbst.

Was Prigoschin über Bachmut ankündigte

Klar ist vor allem die Inszenierung: kein Ministeriumskommuniqué oder Auftritt der regulären russischen Armee, sondern ein Söldner, der auf ein Dach klettert und Stoff aufhängt. In einem Konflikt, in dem das Narrativ so viel wiegt wie die Artillerie, wurde die Geste als Versuch gelesen, Wagner den Verdienst für eine seit Monaten zerfallende Stadt zuzuschreiben.

Die Widmung an Tatarski fügte eine offensichtliche politische Komponente hinzu: Die Fahnenhissung wurde als Tribut an einen ermordeten Blogger dargestellt und machte aus einer Flagge eine Botschaft, die eher an die Heimatfront als an die Frontlinie gerichtet war.

Ist Bachmut gefallen?

Nicht ganz, nicht einmal laut denen, die die Flagge hissten. Die vorherrschende Lesart besagt, dass Wagner das Zentrum eingenommen hatte, aber die westlichen Viertel noch nicht kontrollierte, wo der ukrainische Widerstand standhielt. Diese Nuance kam, laut einem Teilnehmer, der sich auf die Gruppe selbst bezog, auch aus dem russischen Lager: Wagner räumte offene Kämpfe in der Westhälfte ein.

Hier koexistieren zwei Zeitpläne. Der eine sagt, der totale Fall stehe in Tagen bevor; der andere erinnert daran, dass dieser Satz lange vor dem 2. April wiederholt wurde. Manche behaupten, die Ankündigung des baldigen Falls von Bachmut wird seit Juli monatlich wiederverwertet, wobei jede neue Nachrichtenserie denselben Ablauf wiederholt. Der Kontrast zu Soledar, wo Prigoschin bereits ähnliche Bilder posierte, nährt den Verdacht, dass Propaganda schneller voranschreitet als die Truppen.

Der Erzählkrieg zwischen Moskau und Kiew

Hier wird die Diskussion dicker als die Schlacht selbst. Eine Strömung verteidigt, dass die Ukraine nur „Teilerfolge“ der Russen anerkennt, was eine schlechtere Lage vor Ort verrät als eingestanden. Eine andere entgegnet, dass im offenen Krieg keine Seite die Wahrheit erzählt, und der Vergleich mit Napoleons Einzug in ein leeres Moskau nach Borodino sei Fantasie.

Dazwischen gewinnt eine Hypothese an Gewicht: Die Ukraine hätte den Krieg in Bachmut bereits verloren, egal wann das letzte Gebäude fällt.

Zahlen der russischen Mobilmachung

Hier sind Daten rar, Berechnungen dominieren. Es kursiert die Behauptung, es seien nicht 300.000, sondern 500.000 mobilisiert worden, obwohl nur etwa 80.000 an der Front stünden, Rotationen eingeschlossen. Die Zahl wurde von keiner offiziellen Stelle bestätigt; sie ergibt sich aus Befragten Bekannten in beiden Ländern, wonach viele Eingezogene nie ihr Haus verließen.

Bei diesem Volumen wäre die Mobilmachung in Russland kaum spürbar, während bestimmte Regionen in der Ukraine voll darunter leiden und andere fast keine Rekrutierungen registrieren. Der Verschleiß, so wird betont, muss dort gesucht werden, wo keine Kameras hinzeigen.

Wer zahlt in Bachmut den Preis

Ein Hinweis, der laut einem Teilnehmer zu wenig wiederholt wird: In Bachmut kämpften nur die Wagner-Söldner, nicht die reguläre russische Armee. Stimmt das, wäre der Verschleiß der konventionellen russischen Kräfte in dieser Stadt praktisch null, und den Preis zahlte eine private Struktur, die die offiziellen Verluststatistiken nicht aufbläht.

Der endlose Zyklus

Regelmäßig erscheinen Berichte, die Bachmut als eingenommen erklären, und regelmäßig kehrt die Eile zurück, es zu begraben oder zu retten. Am Ende bleibt kein Datum, sondern ein Muster: Die Stadt ist weiterhin umstritten, obwohl ihr Fall bereits gefeiert wurde. Ein hoher Prozentsatz des Geländes unter russischer Kontrolle, eine Festung im Westen, die hält, und eine unbeantwortete Frage, ob dies überhaupt wirklich zählt.

Die Nachtflagge vom 2. April schloss keine Geschichte ab. Sie fügte nur ein weiteres Datum einer Liste hinzu, die sich angesichts dessen wahrscheinlich verlängert. Die verwirrende Tatsache: Der baldige Fall von Bachmut war so oft angekündigt worden, dass die Geste weniger nach Sieg, mehr nach Gewohnheit klang.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (136 Antworten).

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