Russland verurteilt Vater des Anti-Kriegs-Mädchens zu zwei Jahren

Russisches Gericht verurteilt Alexej Moskalew in Abwesenheit wegen Diskreditierung der Armee. Seine Tochter bleibt im Jugendzentrum.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russland verurteilt Vater des Anti-Kriegs-Mädchens zu zwei Jahren
Russland verurteilt Vater des Anti-Kriegs-Mädchens zu zwei Jahren

Die russische Justiz hat den 53-jährigen Alexej Moskalew in Abwesenheit zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er die Streitkräfte in sozialen Medien diskreditiert habe. Seine Tochter Maria, genannt Mascha, ist seit einem Monat in einer Einrichtung für Jugendliche untergebracht, nachdem sie im Unterricht eine Zeichnung gegen die Invasion der Ukraine gezeigt hatte. Die Behörden erklären, dass der Vater seit Dienstagfrüh untergetaucht sei und sich dem Hausarrest entzogen habe. Das Urteil des Gerichts in Efremow in der Region Tula ist nur der erste von zwei Prozessen gegen die Familie: Am 6. April wird entschieden, ob ihm das Sorgerecht entzogen wird.

Der Fall begann im April 2022, als die Schule den Inlandsgeheimdienst FSB rief, nachdem sie die Zeichnung des Mädchens gesehen hatte: Eine Frau mit einem Kind zwischen Raketen sowie den Flaggen Russlands und der Ukraine. Dies führte zu Ermittlungen gegen die Kommentare des Vaters im sozialen Netzwerk Odnoklassniki. Die Staatsanwaltschaft forderte zwei Jahre Haft und ein dreijähriges Internetverbot; das Gericht berücksichtigte mildernde Umstände wegen seiner kleinen Tochter und erschwerende Umstände wegen der Kritik an der vom Kreml so genannten „speziellen militärischen Operation“.

Details der Zeichnung, die den Fall auslöste

Die Zeichnung zeigte eine Frau mit einem Kind inmitten von Raketen und den Flaggen Russlands und der Ukraine. Das Mädchen präsentierte sie im Kunstunterricht, woraufhin die Schule den Protokollablauf aktivierte: Sie rief den FSB zur Vernehmung an. Von dort weiteten sich die Ermittlungen auf die Posts des Vaters in Odnoklassniki aus.

Am 1. März dieses Jahres wurde Moskalew unter Hausarrest gestellt, und das Mädchen wurde von ihm getrennt und in eine Jugendeinrichtung gebracht. Die Mutter lebt in einer anderen Stadt, der Vater hat das Sorgerecht. Nur der Verteidiger Wladimir Biljenko darf die Einrichtung betreten; er erfuhr durch die Pressesprecherin des Gerichts von der Abwesenheit seines Mandanten.

Argumente der Befürworter der Verurteilung

Im Gerichtssaal fiel eine Person unter den Zuschauern auf. Swetlana Grigorjewa, Mitglied des Stadtrats für soziale Angelegenheiten, fasste es zusammen: „Es geht nicht um das Mädchen, sondern um den Vater, der das Gesetz mit seinen aggressiven Aktionen gegen die Kriegsführung und gegen den Präsidenten verletzt hat.“ Vor dem Gerichtsgebäude wartete eine Gruppe von Veteranen, um die Verurteilung zu feiern.

Einige behaupten, die Verurteilung resultiere nicht aus der Zeichnung, sondern aus den Posts des Vaters in den sozialen Medien, und dass das Minderjährige untergebracht wurde, weil kein anderer Verwandter für sie sorgen konnte. Das Gesetz, das die Kritik an den Streitkräften unter Strafe stellt, wurde kurz nach Beginn der Invasion erlassen.

Die andere Front: Das Sorgerecht

Am 6. April wird in einem separaten Prozess entschieden, ob dem Vater das Sorgerecht für die Minderjährige entzogen wird. Das Mädchen bleibt isoliert in der Einrichtung und hat nur Zugang zu ihrem Anwalt. Ein von Familienbefürwortern erstellter Telegram-Kanal bat um Ruhe: „Wir bitten euch, keine Panik zu bekommen oder die Nerven zu verlieren bezüglich Mascha. Auf jeden Fall werden wir weiter für sie kämpfen.“

Dutzende Menschen nahmen am Prozess teil, um die Familie zu unterstützen. Eine Frau sagte vor den Kameras: „Diese Leute interessiert nicht, was mit Mascha passiert, ihr Zukunft ist ihnen egal.“

Andere Fälle: Die Aktivistin Natalia Filonowa

In Russland tauchen immer mehr Fälle auf, in denen die Familieneinheit gefährdet ist, weil man kritisch gegenüber dem Krieg eingestellt war. Dazu gehört die Situation der 59-jährigen Aktivistin Natalia Filonowa, Adoptivmutter eines behinderten 15-Jährigen. Der Junge wurde Anfang dieses Monats in ein Waisenhaus in der Region Burjatien geschickt, während sie wegen des Verdachts, Polizisten bei Protesten angegriffen zu haben, untersucht wird.

Filonowa hatte zuvor drei Prozesse gewonnen, in denen ihr illegale Teilnahme an Antikriegsdemonstrationen vorgeworfen wurde. Außerdem wurde sie gewaltsam aus einem Bus geworfen, weil sie die Buchstaben „Z“, das Symbol der Invasionsarmee, von dem Fahrzeug abgerissen hatte.



Angesichts dieser Präzedenzfälle ist die Frage nicht, was mit Moskalew geschieht, der bereits untergetaucht ist. Die Frage ist, was am 6. April mit Mascha geschieht, wenn das Gericht entscheidet, ob ihr Vater weiterhin ihr Vater bleibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (135 Antworten).

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