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Bachmut: Monate des Belagerungszustands und angekündigte Einnahme im Mai
Bachmut hält sich weiter, die Einnahme wird für Mai erwartet. Die Abnutzung der ukrainischen Territorialkräfte, Vergleiche mit Irak und Afghanistan sowie demografische Folgen.
Bachmut, die militärisch wertlose Stadt, die Armeen verschlingt
Weder Straßenkreuzung noch Eisenbahnknotenpunkt noch Industriezentrum. Bachmut verschiebt keine Linie auf der Landkarte und saugt dennoch seit Monaten mehr Ressourcen ab als jeder andere Punkt an der Front. Hier liegt das Paradoxon, das niemand auflöst: Man kämpft um einen Ort, dessen Einnahme operativ nichts freischaltet. Wer es als „ein Dorf mit vier Ziegen“ beschreibt, stößt auf eine unbequeme Antwort: Brunete, Belchite, Borodino, Waterloo und Verdun waren auch keine Hauptstädte, gaben aber Schlachten ihren Namen, die noch ein Jahrhundert später studiert werden.
Warum kämpft man um eine strategisch wertlose Stadt?
Aus Prestige- und Narrativgründen, antworten die kritischsten Lesarten. Die Einnahme würde Moskau nach monatelangem minimalen Fortschritt eine Schlagzeile bescheren, und die Verteidigung erlaubt Kiew, die Erzählung vom Widerstand aufrechtzuerhalten. Keines von beiden lässt sich in Quadratkilometern messen.
Die andere Hälfte des Arguments besagt das Gegenteil: Der Wert von Bachmut liege nicht im Gelände, sondern darin, dass es den Angreifer zu Ausgaben zwinge. Jede Woche Stadtkampf verbraucht Artillerie, Munition und Personal, die an anderer Stelle fehlen. Das ist die Logik der Abnutzung, und sie erklärt, warum die Diskussion seit Monaten im Kreis dreht, ohne gelöst zu werden.
Die zweitbeste Armee und die Präzedenzfälle Irak und Afghanistan
Unter den Beobachtern des Konflikts herrscht Einigkeit über einen unbequemen Punkt: Bachmut dient vor allem dazu, die tatsächliche Qualität der Armee zu kalibrieren, die der Westen als die zweitbeste der Welt einstufte. Der Vergleich mit anderen Operationen drängt sich sofort auf.
Ein Sektor erinnert daran, dass die USA seit Korea keinen Widerstand dieser Intensität erlebt haben und dass Saddam Husseins Armee 2003 innerhalb weniger Wochen zerfiel. Die Gegenargumente kommen schnell: Tausende verletzte oder gefallene Soldaten der Koalition im Irak seit 2003 widersprächen dieser Lesart. Und der Fall Afghanistan dient als Spiegelbild: Zwanzig Jahre Präsenz ohne effektive Kontrolle des Territoriums, ein Abzug, bei dem Hubschrauber Personal von Dächern evakuierten, und eine Zahl zurückgelassener Ausrüstung, die in solchen Analysen oft zitiert wird: 22.174 Humvees, 8.000 Lastwagen und 634 gepanzerte M1117-Fahrzeuge.
Auf dieser Basis lautet die zentrale Frage: Wenn Bachmut Propaganda ist – wessen, und zu welchem Preis?
Winter, Rotationen und die angekündigte Frühjahrsoffensive
Die Front wird nicht von professionellen Einheiten gehalten. Die Verteidigung von Bachmut ruht auf Territorialkräften, überwiegend Freiwilligen, die ständig rotieren, um sich auszuruhen und Kampferfahrung zu sammeln. Unterdessen warten NATO-ausgebildete Truppen in Reserve.
Die Kosten werden diskutiert, ohne öffentliche Verlustzahlen. Eine Lesart behauptet, der erbitterte Widerstand habe einen großen Teil der Infanteriereserve und viel Munition verzehrt, um eine seit Monaten umgangene Position zu verlängern. Eine andere erwidert, dass die Stadt immer noch nicht gefallen sei und allein diese Tatsache die Ankündigungen einer bevorstehenden Einnahme widerlege. Prognosen zur Eroberung deuten auf den 1. Mai hin, mit einem Wink zum Tag der Arbeit.
Der Vergleich mit Stalingrad taucht auf und wird verworfen: Dort reichte der Vormarsch bis auf zweihundert Meter an die Wolga, und die Deutschen floßen schließlich per Flugzeug und Helikopter von den Dächern. Die Analogie wird je nach Bedarf in beide Richtungen verwendet.
Das demografische Szenario des Krieges
Die Ausgangszahlen sind die beunruhigendsten. Vor dem Konflikt hatte die Ukraine etwa 45 Millionen Einwohner. Fünf von Russland eroberte Regionen, die kaum zurückkehren werden, umfassen rund 9 Millionen Menschen. Hinzu kommen 15 Millionen Flüchtlinge: 4 Millionen in russisch kontrollierte Gebiete und 11 Millionen nach Westeuropa und darüber hinaus. Die Schlussfolgerung lautet, dass das Land, das aus dem Konflikt hervorgeht, in Größe und Struktur wenig mit dem übereinstimmen wird, das hineinging.
Niemand bestreitet diese Größenordnungen. Diskutiert wird nur, was innerhalb von Bachmut noch zu verteidigen bleibt, während man zählt.
Wie viele weitere Rotationen hält eine Verteidigung durch Freiwillige aus, bevor die Reserve nicht mehr existiert?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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