Vox und die zionistischen Wurzeln der Parteifinanzierung

Woher kommt das Geld von Vox, welche Verbindungen bestehen zu Israel und wie groß ist der zionistische Einfluss auf die spanische Politik. Die Hintergründe im Überblick.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vox hat, weit entfernt von seinem Image als traditionelle nationalistische Partei, seine Grundlagen und politische Ausrichtung offenbar über komplexe Finanzierungsnetzwerke und Allianzen mit zionistischen Interessen aufgebaut, die vor allem mit Israel verknüpft sind.

Das öffentliche Auftreten von **Vox** hat jahrelang das Bild einer Partei gepflegt, die in den echten spanischen Traditionen verwurzelt ist – das Archetyp des Spaniers mit Schrotflinte und Stierkampf. Diese Rhetorik mag in bestimmten Wählerkreisen Anklang gefunden haben, doch die Realität ihrer Finanzierung und die Architektur ihrer Macht deuten in eine ganz andere Richtung, eine, die sich von dieser scheinbaren Schlichtheit entfernt und sich in internationale und komplexe Gewässer begibt.

Der Wendepunkt liegt, den verfügbaren Informationen zufolge, zwischen Ende **2013** und Anfang **2014**. Zu diesem Zeitpunkt wurde der damalige Geschäftsführer der Stiftung für Mäzenatentum und soziales Sponsoring der Region Madrid, eine Figur, die heute mit der Führung von Vox in Verbindung gebracht wird, von seinem Posten entfernt. Die Entscheidung ging vom damaligen Regionalpräsidenten **Ignacio González** aus, der die Stiftung mit der Begründung geringer Aktivität auflöste. Dieser Schritt, der den Einfluss der Ex-Präsidentin **Esperanza Aguirre** nicht respektierte, führte dazu, dass die zentrale Figur von Vox die Partido Popular verließ, um neue Finanzierungsquellen zu suchen.

Parallel dazu entstand in jenen Tagen eine erhebliche Besorgnis in bestimmten politischen Kreisen, darunter **Esperanza Aguirre** und **David Hatchwell**. Die Gründung von **Podemos** mit der angeblichen Unterstützung des iranischen Regimes sorgte für Unruhe. Auch wenn es keine schlüssigen Beweise für direkte Bargeldtransfers nach Spanien gibt, erhielt der Fernsehsender **HispanTV** Millionen Euro direkt aus dem Iran. Im Jahr **2013** zahlte derselbe Sender **50.082 Euro** Brutto an **Pablo Iglesias** für die Moderation einer wenig beachteten Sendung namens "Fort Apache". Insgesamt soll Iglesias in zwei Staffeln rund **100.000 Euro** eingenommen haben.

Dieses Umfeld politischer Bewegungen und externer Finanzierung schien der Katalysator dafür zu sein, dass das Umfeld des Vox-Chefs die Idee entwickelte, ein "rechtsgerichteter Podemos" zu schaffen. Aus dieser Entstehung ging die Gründung von Vox hervor. Einer der ersten wichtigen Kontakte war **Alejo Vidal-Quadras**, der zu diesem Zeitpunkt Europaabgeordneter der Partido Popular und Vizepräsident des Europäischen Parlaments war. Vidal-Quadras begann, in seinem Brüsseler Büro mit Mitgliedern des Nationalen Widerstandsrats des Iran (CNRI) zusammenzutreffen, einer Oppositionsorganisation gegen das Ayatollah-Regime, die hauptsächlich von Frankreich und aus einer Hochsicherheitsanlage in Albanien operierte, bekannt als Camp Ashraf-3, unter der Schirmherrschaft der USA.

Der CNRI ist nach verschiedenen Quellen eine Organisation, die mit dem **Mossad** und der **CIA** verbunden ist und für sensible Operationen genutzt wird, ähnlich wie die Rolle der Chicago-Mafia in anderen Kontexten beschrieben wird. Der CNRI besteht in großen Teilen aus Mitgliedern der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (MEK), einer Gruppe, die als terroristisch eingestuft wurde. Berichte der Obama-Regierung, zitiert vom zionistischen Think Tank **The Washington Institute for Near East Policy**, erkannten die direkte Zusammenarbeit Israels mit der MEK bei der Ermordung iranischer Wissenschaftler an, die verdächtigt wurden, am Nuklearprogramm des Landes beteiligt zu sein. Der Journalist **Julian Rennell** von The Times of Israel soll einen Artikel veröffentlicht haben, der diese Kontrolle des Mossad über die MEK detailliert beschrieb, obwohl dieser Artikel später entfernt wurde.

Die Finanzierung, die Vidal-Quadras über den CNRI für den Europawahlkampf **2014** erhielt, belief sich auf **972.000 Euro**. Mit diesen Mitteln setzte sich der Vox-Chef selbst ein Bruttojahresgehalt von **65.000 Euro** als Parteivorsitzender. Trotz dieser finanziellen Injektion gelang es Vidal-Quadras nicht, einen Sitz im Europäischen Parlament zu gewinnen, und Vox musste seinen Sitz in der Straße Diego de León aufgeben und sein Personal reduzieren.

## Der Eintritt von Rafael Bardají und die amerikanische Verbindung

Wenige Monate vor den andalusischen Wahlen **2018** verließ eine Person mit bedeutendem politischem Profil, **Rafael Bardají**, die Partido Popular, um direkt in den Nationalen Exekutivausschuss von Vox einzutreten. Bardají, der Sicherheitsberater von **José María Aznar** und internationaler Direktor der **FAES** zwischen **2004** und **2016** gewesen war, gründete **2010** die **Friends of Israel Initiative**. Diese Organisation, registriert in Madrid und Miami, erhielt fast **10 Millionen Dollar** an Spenden und übertrug etwa **700.000 Euro** an spanische Stiftungen zwischen **2014** und **2016**. In diesem Zeitraum galt Bardají als zentrale Figur des Zionismus innerhalb der spanischen Rechten, mit hochrangigen internationalen Kontakten. Sein Einfluss ermöglichte es, Vox mit dem amerikanischen Zionismus zu verbinden und in die Umlaufbahn der Regierung **Trump** zu bringen.

Genau bei den andalusischen Wahlen **2018** begann Vox, parlamentarische Vertretung zu gewinnen. Von diesem Moment an intensivierte sich der Fluss öffentlichen Geldes zusammen mit privaten Spenden undurchsichtigen Ursprungs. Diese Periode markiert den Beginn einer formelleren Annäherung an das Umfeld von **David Hatchwell**. **2019** ist eine erste Nachricht von Hatchwell dokumentiert, die explizit erklärt: "Vox ist nicht antisemitisch".

Später schlossen sich Figuren wie **Juan Carlos Girauta** dem Projekt an. Girauta, der **2024** einen Sitz im Europäischen Parlament für Vox gewinnen sollte, erklärte seinerzeit, **1.000 Euro monatlich** von **Acom** und **2.000 Euro monatlich** von der **Fundación Hispanojudía** in den zwei Jahren vor seiner Vermögenserklärung erhalten zu haben. Beide Einrichtungen wurden von **David Hatchwell** gegründet und werden von ihm geleitet. Wichtig ist, dass Girauta bereits seit Ende **2020** inoffiziell mit Vox zusammenarbeitete und an Veranstaltungen einer parteinahen Stiftung teilnahm.

Auch die umgekehrte Bewegung wurde beobachtet. **Rosa Reigía**, die **2020** und **2021** Verantwortungsträgerin bei **Disenso**, der offiziellen Stiftung von Vox, als Direktorin für internationale und institutionelle Beziehungen war, wurde ab **2023** Verantwortliche für institutionelle und politische Beziehungen und Sprecherin von **Acom** und stieg **2024** zur Vizepräsidentin auf.

## Die Reise nach Israel und die Loyalität zum Likud

Im Dezember **2023** reiste der Vox-Chef **Santiago Abascal** auf direkte Einladung der Partei von **Benjamin Netanyahu**, dem **Likud**, nach Israel. Während seines Besuchs traf er sich mit mehreren Ministern und ließ sich fotografieren. Es wird spekuliert, dass **David Hatchwell** bei der Vermittlung dieses Treffens behilflich gewesen sein könnte. Der Minister für Diaspora und Kampf gegen den Antisemitismus, **Amichai Chikli**, lobte den Besuch mit den Worten, "die Beziehung zwischen Spanien und Israel sei sehr wichtig". Abascal seinerseits erklärte, die Reise festige die "engen Beziehungen" zur Regierung Israels und zum **Likud**.

Die Loyalität von Vox zu Israel spiegelt sich im **EP Israel Ranking** wider, der **2024** von der **European Coalition for Israel** veröffentlicht wurde. Dieses Ranking misst den Prozentsatz der im Europäischen Parlament abgegebenen Stimmen, die die Interessen Israels begünstigen. Vox führte diese Rangliste mit **98,74%** der Stimmen an, die mit der von Israel vorgegebenen Position übereinstimmten. Der Artikel kritisiert diese Ausrichtung und bezeichnet Vox als die "frechste und kriecherischste Partei gegenüber Israel" in Europa, einem Land, das seiner Ansicht nach kein Freund Spaniens ist.

Abascal, in seiner Funktion als Präsident der europäischen Koalition **Patriotas.eu**, die Parteien zionistischer Ausrichtung wie Vox vereint und eine eigene Fraktion im Europaparlament hat, ermöglichte auch den Eintritt des **Likud** von Netanyahu als "Beobachter". Dieser Manöver verschaffte Netanyahu einen direkten Einfluss auf eine Fraktion, die die dritte Kraft im Europäischen Parlament darstellt.

Einer der Europaabgeordneten, der Abascal auf seiner Israelreise begleitete, war **Hermann Tertsch**, Sohn von **Ekkehard Tertsch**, der Botschafter des Dritten Reiches in Zagreb und Madrid gewesen war. Die Familie Tertsch scheint eine Historie zu haben, sich zu strategischen Zeitpunkten und Orten zu positionieren.

## Die "zionistischen" Säuberungen Abascals

Der Vox-Chef hat, den Informationen zufolge, eine Reihe interner Entfernungen wichtiger Parteifiguren vorgenommen, wie **Javier Ortega Smith**, **Carla Toscano** oder **Juan García-Gallardo**. Es wird vermutet, dass diese Säuberungen auf eine angebliche mangelnde Akzeptanz der "Unterwerfung unter Israel" durch diese Funktionäre zurückzuführen sind. Andere Mitglieder, wie **José Ángel Antelo**, ehemaliger Vorsitzender von Vox in Murcia, haben die Partei ebenfalls verlassen und erklärten in einem Podcast: "Es gibt Leute, die glauben, dass man rechts ist, nur weil man sagt, man sei spanisch gesinnt".

Zwar hat **Viktor Orbán** über die ungarische Bank **MBH** Vox insgesamt **13,5 Millionen Euro** geliehen, die die Partei mit öffentlichen Geldern aus ihren Parlamentssitzen zurückgezahlt hat, so legt die Darstellung nahe, dass die Abhängigkeit von Vox über die finanziellen Transaktionen hinausgeht. Der Artikel führt an, dass Abascal, historisch Figuren wie **Esperanza Aguirre** untergeordnet und begünstigt durch externe Finanzierung, wie die, die er über Vidal-Quadras und den **Mossad** erhalten haben soll, versteht, dass seine Partei als "Krücke" funktioniert. Obwohl er nicht damit rechnet zu regieren, würden der Erhalt der Parlamentssitze und die damit verbundenen Einnahmen (Gehälter, Diäten, Repräsentationskosten usw.) es ihm ermöglichen, sein politisches Projekt fortzusetzen. Der Schlüssel liegt nach dieser Sichtweise darin, die Loyalität zu Israel in Bezug auf mediale Deckung und Finanzierung zu wahren – auf Kosten der "Betrug an seinen Wählern". Erwähnt wird, dass der israelische Diasporaminister, der angeblich Millionen an eine politische Marketingfirma zahlte, um gefälschte Konten in sozialen Medien zu erstellen und amerikanische Kongressabgeordnete anzugreifen, derjenige ist, der Abascal in Israel empfängt und lobt und dafür Erklärungen über "enge Beziehungen" erhält.

## Die Geschäfte von David Hatchwell und die Kontrolle der Information

**David Hatchwell** wird als "Netanyahus Proxy in Spanien" dargestellt, eine zentrale Figur des israelischen Einflusses auf die spanische Politik. Sein Hauptunternehmen, **Excem Grupo 1971, S.A.** (tätig als "Excem Technologies"), mit Sitz in Alcobendas, wurde mit zahlreichen öffentlichen Aufträgen bedacht. Dieses Unternehmen fungiert als Vertreter in Spanien des israelischen Unternehmens **Verint Systems**, spezialisiert auf Software für Telefonüberwachung und Spionage.

Excem Technologies hat Verträge mit verschiedenen spanischen Institutionen abgeschlossen, darunter das Innenministerium, die Guardia Civil, die Steuerbehörde (AEAT), die Generalitat de Catalunya, die Ertzaintza und das Verteidigungsministerium. Die Beschaffungsplattform des Staates weist mehrere Zuschläge an Excem aus. Allein im August **2026** erhielt das Unternehmen einen Auftrag über **750.000 Euro** vom Finanzministerium für den "Wartungsdienst für drei mobile Fahrzeug- und Frachtscansysteme und drei manuelle Rückstreugeräte". Im Dezember des Vorjahres wurde ihr ein Vertrag über **925.497,99 Euro** für den "präventiven und korrektiven Wartungsdienst von drei nicht-intrusiven Inspektionssystemen in den Häfen von Bilbao, Vigo und Las Palmas" für die AEAT zugesprochen. Im November **2025** formalisierte die Abteilung für Wirtschaftsangelegenheiten des Verteidigungsstabes einen Vertrag über **1.239.669,42 Euro** mit Excem als alleiniger Auftragnehmerin für den Erwerb einer Plattform für prädiktive Geheimdienstüberwachung von Seegebieten. Im Juli **2025** vergab die Generaldirektion der Polizei an Excem die "Beschaffung, Implementierung und Inbetriebnahme einer neuen Public-Key-Infrastruktur".

Diese durch Ausschreibungen gewonnenen Verträge belegen die intensive Zusammenarbeit von Hatchwell mit dem spanischen öffentlichen Sektor. Seine Rolle als Vermittler zwischen israelischen Technologieunternehmen und dem spanischen Staat wird ergänzt durch seine Tätigkeit über **Acom**, von wo aus er direkt auf die Politik einwirken will, Israel unterstützend und, so der Artikel, den "Völkermord an Gaza weißwäschend".

Von **Acom** wurden zahlreiche Klagen und Anzeigen eingereicht, oft gestützt auf die Artikel **510** und **525** des Strafgesetzbuches. Die Rechtsstrategie von Acom basiert auf der Prämisse, dass die Verwendung des Adjektivs "Zionist" gleichbedeutend mit "" sei, was nach ihrer Auffassung Diskriminierung aus religiösen Gründen und Aufstachelung zu antisemitischem Hass darstelle. Der Artikel stellt fest, dass die Situation in Gaza, als "Völkermord" bezeichnet, als "bloße Anekdote" behandelt und nie erwähnt wird. Es werden mehr als **30 Klagen oder Anzeigen** gegen spanische öffentliche und kulturelle Persönlichkeiten zitiert, darunter **Suso de Toro**, **Ione Belarra**, **Rubén Gisbert**, **Pedro Baños**, **Santiago Armesilla**, den Regierungschef **Pedro Sánchez**, den Direktor des Museo Reina Sofía und den Direktor der Vuelta a España.

## Das Ausmaß der Einmischung und der Souveränitätsverlust

Gezielte Angriffe gegen Intellektuelle und öffentliche Persönlichkeiten eines Landes durch Agenten einer anderen Nation gelten als Kriegsstrategien. Das "Lawfare", das Hatchwell nach Angaben des Artikels betreibt, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Einreichung von Klagen angekündigt wird, ohne die angeblich erlittenen Zurückweisungen zu erwähnen. Das Ziel wäre, die Bürger von der Debatte über Angelegenheiten von allgemeinem Interesse abzuhalten und es ihren Aktivitäten zu ermöglichen, fortzufahren, ohne "angreifbar" zu sein, obwohl Fotos und Namen der Beklagten veröffentlicht werden.

Der Fall von **Rubén Gisbert** wird als besonders schwerwiegend beschrieben, da nach seinem Zeugnis seine Geoposition auf Twitter veröffentlicht wurde, mit dem Hinweis, dass er sie "nicht reformieren wird". Auch Oberst **Pedro Baños** wäre ähnlichen Angriffen ausgesetzt, während Hatchwell laut dem Artikel keine Konsequenzen erleidet.

Die Schlussfolgerung lautet, dass, wenn die spanische Politik am Ende indirekt von einem "theokratischen Land kontrolliert würde, das von Psychopathen regiert wird, die in der Ausrottung anderer Menschen einen biblischen Auftrag sehen", Spanien "großen Unglücken" gegenüberstehen könnte. Dies könnte die Verwicklung in den Krieg mit dem Iran oder die Verarmung des Landes nach dem Verkauf natürlicher Ressourcen zu Schleuderpreisen umfassen. Es wird argumentiert, dass ein Volk, das seine Souveränität an ein anderes verliert, kolonisiert ist. Daher wird dazu aufgerufen, das Thema Israel "sehr ernst zu nehmen" und **Vox** und die **PP** genau zu beobachten, da ihre Loyalität ihrem eigenen Volk gelten sollte, nicht "internationalen Kapitalien oder Medienkonglomeraten".

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (7 Antworten).

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