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Vox forderte 2018 Impfpflicht für Kinder
Das Wahlprogramm von Vox aus dem Jahr 2018 enthielt in Artikel 56 die obligatorische Kinderimpfung. Fünf Jahre später ist die Debatte über die Einwilligung noch immer aktuell.
Impfpflicht: Der Vox-Artikel 56, der nie gelöscht wurde
Im Jahr 2018 reichte Vox ein Wahlprogramm mit 100 Maßnahmen ein. Nummer 56 besagte wörtlich, dass Kinderimpfstoffe verpflichtend und kostenlos sein würden. Fünf Jahre später zirkuliert dieses Dokument weiterhin im Internet, und jedes Mal, wenn jemand es wieder aufgreift, entbrennt dieselbe Debatte: Manche lesen es als einfache Gesundheitsmaßnahme, andere als Einstiegstor dafür, dass der Staat entscheidet, was man selbst und seine Kinder injiziert bekommen. Die Diskussion ist keineswegs abgeklungen, sondern hat sich zu einem Gradmesser dafür entwickelt, wie weit die Rechte bei fremden Körpern gehen will.
Was genau stand im Programm von 2018?
Der Text ist knapp: „Kinderimpfstoffe sind verpflichtend und kostenlos.“ Keine Nuancen, keine Ausnahmen aus Gewissensgründen, kein detaillierter Impfkalender. Die Maßnahme war Teil eines breiteren Gesundheitsblocks, aber das Verb – verpflichtend – ist dasjenige, das am schlechtesten gealtert ist. Denn etwas anderes ist eine Empfehlung, und etwas völlig anderes ist es, wenn ein Beamter die Einschreibung in die Schule von einer Spritze abhängig macht.
Einige behaupten, das Dokument sei fünf Jahre alt und repräsentiere nicht mehr die aktuelle Linie der Partei. Andere erwidern, ein Wahlprogramm sei keine Messebroschüre: Wer es unterzeichnet, steht dazu. Und mittendrin liegt ein unbequemes Detail: Dieselbe Partei widersetzte sich während der Pandemie mit Händen und Füßen dem Corona-Pass und der Zwangsimpfung. Der Widerspruch ist nicht geringfügig.
Kinder impfen lassen – und auch Erwachsene?
Das Argument, das in diesen Tagen am häufigsten kursiert, ist das des Dominoeffekts. Wenn der Staat einen Minderjährigen zur Impfung zwingen kann, warum dann nicht einen Erwachsenen? Wenn man den Grundsatz akzeptiert, dass Gesundheitsbehörden über den eigenen Körper entscheiden, wenn ein kollektives Interesse besteht, hat man die Grenze bereits überschritten. Von da an hängt alles davon ab, wer die Liste der Krankheiten und Impfstoffe erstellt.
Der Einwand ist nicht neu. Er taucht immer wieder auf, wenn über irgendeine gesundheitliche Anordnung diskutiert wird. Und es gibt eine Standardantwort: Die Kinderimpfstoffe im Kalender werden seit Jahrzehnten angewendet, ihr Sicherheitsprofil ist hinreichend erforscht. Aber die Debatte dreht sich nicht um Wirksamkeit, sondern um Einwilligung. Und dabei lässt sich niemand durch Daten mundtot machen.
Das Durcheinander zwischen Corona- und klassischen Impfstoffen
Ein oft wiederholtes Argument ist die Unterscheidung zwischen klassischen Impfstoffen und denen, die gegen Corona entwickelt wurden. Erstere nutzen Technologien mit jahrzehntelanger Geschichte; letztere basieren auf mRNA-Plattformen, die nach Eilverfahren zugelassen wurden. Beides im selben Satz zu vermischen ist eine Falle, aber ebenso falsch ist es zu leugnen, dass viele Menschen den neuen Misstrauen entgegenbringen, ohne den alten zu misstrauen.
Das Problem ist, dass Artikel 56 keine Unterscheidung trifft. Es heißt „Kinderimpfstoffe“, ohne Spezifizierung. Und wenn morgen der Kalender eine Corona-Impfung für Kinder enthält, würde die vorgeschlagene Norm diese abdecken. Das ist das Loch, durch das die gesamte Angst sickert.
Pocken, Windpocken und die Erzählung von der Ausrottung
In der Diskussion tauchte ein Klassiker auf: Die Pocken als einziger Fall einer durch Impfung ausgerotteten menschlichen Krankheit. Diese Angabe stimmt laut offizieller Darstellung, ebenso wie die Tatsache, dass der Impfstoff fast zwei Jahrhunderte vor der Erklärung der Ausrottung erfunden wurde. Diese Diskrepanz nährt den Verdacht, dass Erfolg eher als Propaganda denn als Wissenschaft genutzt wurde.
Deutlich umstrittener ist die Theorie, dass Pocken und Windpocken dieselbe Krankheit mit unterschiedlichen Namen seien. Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens, der diese Behauptung stützt, und Befürworter stützen sich meist auf diagnostische Verwechslungen aus dem 19. Jahrhundert. Dass Ärzte damals Zweifel hatten, bedeutet nicht, dass die Unterscheidung heute falsch ist.
Der Körper als letzte Grenze
Das am häufigsten wiederholte Argument ist nicht gesundheitlicher, sondern politischer Natur: „Mein Körper ist die letzte Bastion der Souveränität.“ In einem Land, in dem eine Gemeinde entscheidet, ob man den Rasen bewässern darf oder ob das Grundstück bebaubar ist, klingt die Vorstellung, dass der Staat mit einer Spritze in den Arm eindringt, wie der Höhepunkt von irgendetwas. Viele sorgen sich nicht um den Impfstoff selbst, sondern um den Präzedenzfall.
Und genau hier hört Artikel 56 auf, eine Zeile in einer alten PDF-Datei zu sein, und wird zum Symbol. Denn die Frage ist nicht, ob Vox ihn beibehält oder begraben hat. Die Frage ist, ob sich jemand irgendwann traut, ihn anzuwenden.
Die Diskussion bleibt offen, und das Dokument ist weiterhin auf der Website der Partei verfügbar. Fünf Jahre später hat es niemand gelöscht. Das ist in der Politik auch eine Antwort.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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