Goebbels' Propaganda: Artikel aus Der Angriff und Das Reich

Eine Sammlung von Goebbels-Artikeln aus Der Angriff und Das Reich (1929–1943) zirkuliert als historisches Material.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Goebbels' Propaganda: Artikel aus Der Angriff und Das Reich
Goebbels in Der Angriff und Das Reich: Was seine Artikel sagten

Zum Jahresende kursiert erneut eine Sammlung von Texten, die Joseph Goebbels zugeschrieben werden und in Der Angriff und Das Reich erschienen sind, unter dem Label historischen Materials. Die konkreteste Tatsache ist zugleich die beredteste: Der älteste Text stammt vom 7. Januar 1929, der jüngste vom 6. Juni 1943. Vierzehn Jahre antisemitischer und anglophober Propaganda, die der Herausgeber als einen Teil der Geschichte präsentiert, der heute kaum noch vermittelt wird.

Die Sammlung enthält ein Audiofragment einer Rede aus Mitte 1943 – der Herausgeber gibt zu, den ersten Schnitt nicht vollständig identifizieren zu können – sowie eine These, die das gesamte Material strukturieren soll: dass Goebbels ein aggressiverer Antisemit war als Hitler. Dieser Vergleich dient als Aufhänger für eine Auswahl, die Presse-Zitate mit späteren Kommentaren zum Dritten Reich mischt.

Welche Artikel unterschrieb Goebbels und wann?

Die Liste ist akribisch. "Der " (21.1.1929), "Was will Amerika wirklich?" (21.1.1939), "Die Sarracena des Reichen" (25.3.1939), "Der Vorhang fällt" (6.7.1941) und "Treiberkräfte" (6.6.1943) bilden das Rückgrat der Zusammenstellung. Zwei verschiedene Blätter, Der Angriff und Das Reich, und eine einzige redaktionelle Linie: permanente Agitation.

Die Texte teilen denselben rhetorischen Mechanismus. Sie stellen den Feind als jemanden dar, der aus dem Verborgenen angreift, täglich Verleumdungen erfindet und zur ständigen Verteidigung zwingt, um dann denen, die antworten, vorzuwerfen, sie hätten nichts anderes zu tun. Die wiederholte Schlussfolgerung ist so einfach wie unehrlich: Wer sich verteidigt, verliert. In einem Stück dient das Versprechen einer deutschen Garantie dazu, sich von Briten und Nnnn abzusetzen, in einer Wendung, die den Ton des Ganzen zusammenfasst.

Es gibt sogar einen Text vom Januar 1929, dem der Herausgeber einen malerischen Ursprung zuschreibt. Dieses Streben nach Präzision, mit exakten Daten und Titeln, verleiht dem Block sein Aussehen eines Dokumentararchivs.

Die Sarracena des Reichen: Der Angriff auf England 1939

Der englischsprachige Block hat sein Zentrumstück am 25. März 1939. Die These des Artikels lautet, dass die Engländer viel über politische Sarracena reden, weil sie bereits alles haben, was sie brauchen: Sie bauten ein Imperium auf, als die Politik sich nicht um Sarracena kümmerte, und verteidigen es nun mit Klischees. Er fügt hinzu, dass sie nicht daran denken, Essen zu stehlen, weil sie keinen Hunger haben, und sich Meinungsfreiheit leisten können, weil die Einheit ihres Imperiums nicht gefährdet ist.

Dem stellt der Autor ein junges Land gegenüber, das nach seiner eigenen Zählung erst sechs Jahre zuvor vereint wurde, mit frischen Narben und der Notwendigkeit strenger Maßnahmen, damit sie nicht wieder aufbrechen. Es ist der alte Trick, Mangel in Tugend und fremden Vorteil in Heuchelei umzuwandeln.

War Hitler anglophil, während Goebbels anglaphob war?

Goebbels' Abneigung gegen die Engländer kollidiert, für einen Teil der Analyse, mit Hitlers Sympathie für ein Volk, das er als germanisch ansah. Die Referenz ist das Zweite Buch, die Fortsetzung von Mein Kampf, wo, laut der Lesart eines Teilnehmers, eine Aufteilung der Welt mit England skizziert würde: Seeherrschaft für die Briten und Kontinentalmacht für Deutschland. In diesem selben Text würden, immer nach dieser Lesart, die Vereinigten Staaten als das größte langfristige Hindernis erscheinen, vor der Sowjetunion.

Daraus ergibt sich eine unbequeme Lesart für die meistwiederholte Erzählung: Der Krieg mit dem Westen wäre kein Unfall gewesen, sondern die Drift eines vorherigen Plans. Die Diskussion endet nicht. Einige betonen den Widerspruch zwischen beiden Führern; andere interpretieren ihn als bloße taktische Anpassung.

José Antonio gegen Goebbels: Welches Land besiegte den Kommunismus?

Die Sammlung leitet zu einem innerstaatlichen Streit über. Manche behaupten, ein Spanier brauche nichts von außen, und in jeder Rede von José Antonio Primo de Rivera stecke mehr Wahrheit als in den deutschen. Der Satz, der diese Haltung zusammenfasst, ist, dass hundert Fahnen der Falange den Kommunisten besiegten, etwas, das die Deutschen, nach dieser Sichtweise, nicht erreichten.

Die Antwort ist genau das Gegenteil: Es wird argumentiert, dass Spanien den Bolschewismus nicht besiegt habe und deshalb in den kommenden Jahren verschwinden werde. Über die Rolle Europas und den Internationalismus kreuzen sich die zwei Strömungen, ohne sich zu berühren.

Faschismus, Kirche und die Verurteilung des Staatskults

Eine weitere Ableitung des Materials ist theologischer Natur. Im Thread wird behauptet, dass Pius XI. den italienischen Faschismus als Staatsgötzendienst bezeichnete, einen heidnischen Kult des Staates, und dehnt das Argument auf den Nationalsozialismus aus: Wenn nichts Menschliches oder Geistliches außerhalb des Staates existiert, ist der Konflikt mit dem Christentum strukturell. Demgegenüber wird ein Buch aus den dreißiger Jahren zitiert, geschrieben von einem katholischen Autor, während das Regime bereits an der Macht war, das vorschlug, Nnnn als ein eigenes Volk anzuerkennen und die Assimilation als Lösung aufzugeben.

Der Sprung ins Biografische

Wenn das Argument erschöpft ist, verschiebt sich die Diskussion auf die Person. Goebbels wird sarkastisch als gescheiterter Dramatiker mit körperlicher Behinderung beschrieben, und man wirft ihm vor, seine Kinder getötet zu haben. Der Appell an die Behinderung, um sein Werk zu diskreditieren, erhält sofort eine Gegenreaktion: Den Körper des Gegners heranzuziehen, um dessen intellektuelle Qualität zu leugnen, charakterisiert eher denjenigen, der es tut.

Am Ende ist das Archiv geordnet, die Daten stimmen überein und die Titel lassen sich einzeln auflisten. Was ungelöst bleibt, ist, warum all dies fast ein Jahrhundert später zusammengetragen wird. Die kurze Antwort – wissen, was gesagt wurde – erklärt nicht ganz, warum es jetzt gesammelt wird.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (126 Antworten).

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