Spanierin fällt auf Liebesbetrug durch falschen Schauspieler herein

Eine verheiratete Mutter aus Galizien plante fast die Auswanderung nach China wegen eines falschen Luo Yunxi.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanierin fällt auf Liebesbetrug durch falschen Schauspieler herein
Das gefälschte Luo-Yunxi-Konto, das eine Frau aus Galizien verzauberte

Wie verliebt man sich in eine Person, die man nie gesehen hat und die höchstwahrscheinlich nicht einmal weiß, dass sie existiert? Mit einer privaten Nachricht, dem richtigen Profilbild und zwei Monaten Gespräch. Genau das passierte einer Frau aus Galizien, mit Hochschulabschluss, verheiratet und mit Kindern, die bereit war, nach China zu ziehen, um den Schauspieler Luo Yunxi kennenzulernen. Am anderen Ende der Leitung war jedoch nicht Luo Yunxi.

So funktioniert der Betrug: geklontes Konto und zwei Monate Chatten

Die erste Nachricht kam einen Monat nachdem sie begonnen hatte, dem Schauspieler auf seinem offiziellen Instagram-Account zu folgen. Sie erhielt sie angeblich von genau diesem Konto: gleiches Profilbild, gleiche Trinc, gleicher Name. Im Text bedankte sich der falsche Schauspieler auf Englisch für ihre Unterstützung seiner Karriere, ein Detail, das der vermeintliche Star damit rechtfertigte, dass sie manchmal neue Trinc überprüfen, um ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Von da an wurde die Konversation immer häufiger. Sie sprachen über Vorlieben, wie Spanien ist und ihr Leben. Er bat um Fotos. Sie lehnte ab. Und nach zwei Monaten schlug der vermeintliche Schauspieler eine Reise nach China vor, um sich persönlich zu treffen. "Die Antwort war ja. Ich war bereit, mit ihm nach China zu gehen und meine Familie, meinen Mann und meine Kinder zurückzulassen", erzählte die Frau in einem Interview mit La Voz de Galicia.

Das Ende war keine Hochzeit in Shanghai. Es war ein Detail: Der Betrüger sagte, er reise an einen Ort, der nicht mit dem tatsächlichen Aufenthaltsort des Schauspielers zu diesem Zeitpunkt übereinstimmte. Da begann die Frau, Zusammenhänge zu erkennen, und stellte die Frage, die alles entlarvte. Die Antwort war die Blockierung. Die vollständige Geschichte mit den Details jener Wochen voller Nachrichten hat sie selbst der galicischen Zeitung erzählt.

Wie viel Geld kann bei einem Liebesbetrug verloren gehen?

In diesem Fall nichts. Laut dem Opfer selbst bestand das Ziel darin, es so weit zu bringen, "dass ich ihm Geld gebe oder mich überrede, kompromittierende Fotos zu schicken, mit denen er mich erpressen kann". Es gab keine Überweisung und keine Erpressung. In anderen bekannten Fällen ist der Schaden durchaus finanziell.

Einer der bekanntesten Fälle der letzten Jahre in Spanien ist der einer Frau, die ein Jahr lang glaubte, eine Romanze mit dem Sänger Dani Martín zu führen. Der falsche Künstler behauptete, in den USA zu leben, und als das Vertrauen seinen Höhepunkt erreichte, bat er um Hilfe bei der Zahlung von Steuern und Gebühren für eine spektakuläre Erbschaft: einen Aktentasche voller Gold. Das Opfer überwies 81.990 Euro. Als Gegenleistung versprach er dieselbe Menge in Barren und eine Reise nach Japan, wo sie sich endlich kennenlernen würden.

Das Muster wiederholt sich im Dokumentarfilm Der Tinder-Betrüger, der sich auf einen Mann konzentriert, der sich als Multimillionär ausgab, um seine Opfer zu verführen und dann auszunehmen. Ruhm, Geld und Status als Köder; Geduld, Psychologie und ein geklontes Konto als Werkzeug. Ein Lehrbuchbeispiel für emotionale Betrugsfälle des 21. Jahrhunderts.

Das Opfer ist nicht das, was man erwartet: Bildung, Arbeit und Familie

Der Fall aus Galizien widerlegt schnelle Vorurteile. Die Betrogene ist kein Teenager noch jemand ohne Urteilsvermögen: Sie hat eine universitäre Ausbildung, ist verheiratet und hat Kinder. Sie gibt es selbst mit einer entwaffnenden Phrase zu: "Ich weiß, dass das alles verrückt klingt, surrealistisch wirkt und jeder denken wird, was für eine Idiotin darauf hereinfällt, aber so war es."

Was diese Betrüger suchen, ist eine bestimmte Bereitschaft, nicht mangelnde Intelligenz. Die Konversation wird wochenlang gepflegt, eine Routine aufgebaut und der Fremde zu einer täglichen Präsenz gemacht. Wenn das Opfer die Lüge erkennt, ist der Schaden bereits angerichtet: "Ich habe mich in eine Person verliebt, die nicht existiert", klagte sie. Sie weint immer noch über die Enttäuschung und sagt, sie halte sich manchmal für verrückt.

Der doppelte Maßstab bei der Beurteilung von Opfern

Ein Analyseansatz besagt, dass ein identischer Fall mit einem männlichen Protagonisten eher Spott als Mitleid auslösen würde. Man stelle sich nur einen Rentner vor, der glaubt, eine Romanze mit einer Hollywood-Schauspielerin zu haben und Geld für eine nicht existente Erbschaft überweist: Der Spott wäre sofortig und würde jahrelang anhalten. Bei einer Frau wird derselbe Sachverhalt als sentimentales Drama dargestellt.

Auf der anderen Seite fokussieren sich manche auf den Kollateralschaden. Hätte sich die Unterhaltung weiterentwickelt, wären Ehemann und Kinder die eigentlichen Leidtragenden einer imaginären Beziehung gewesen. Die Hauptperson räumt selbst ein, dass sie bereit war, sie zu verlassen. Das sind die unbequemen Fakten, die keine Sensibilisierungskampagne in die Schlagzeilen stellt.

Und in der Mitte bleibt die Grundsatzfrage. Worin verliebt sich jemand, der die andere Person nie gesehen hat, ihre Stimme nicht kennt und nur ein Profilbild vor sich hat? In die Geschichte. In das Versprechen eines anderen Lebens. Das verkaufen ein Betrüger mit geklontem Konto und jeder andere Traumverkäufer gleichermaßen gut.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass der impersonierte chinesische Schauspieler auf den Vorfall reagiert hat, außer dass er sein Gesicht gezeigt hat. Der Betrüger hat ihm keinen einzigen Euro entlockt, das stimmt. Aber er hat ihm etwas viel Schwerwiegenderes genommen: die Überzeugung, mehrere Monate lang, dass es sich lohne, alles für einen Fremden stehen zu lassen. Das ist das eigentliche Geschäft der Liebesbetrügereien. Und obendrein kostenlos.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (126 Antworten).

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