Der 1.500-Euro-Staubsauger, der im Wohnzimmer verkauft wird
Eine Verkäuferin betritt das Haus, macht eine Vorführung, spricht von Milben und Filtern – und geht mit einem unterschriebenen Vertrag wieder. Der Vorwerk-Kobold-Staubsauger, verkauft über das Haustür- und Party-System, das Thermomix berühmt gemacht hat, kostet rund 1.000 Euro und mit Zubehör über 1.500 Euro, so die Teilnehmer einer Diskussion. Das Problem ist nicht nur der Preis: Wie im ursprünglichen Beitrag zu lesen ist, kann man nicht bar bezahlen. Die Finanzierung läuft zwingend über Cofidis, und die meisten Käufer schauen nur auf die Monatsrate, „rund 50 Euro im Monat“, eine Zahl, die die tatsächlichen Kosten des Geräts verschleiert.
Das Verkaufsmodell ist dasselbe wie bei Thermomix: Eine Bekannte, eine Nachbarin, eine Freundin der Familie veranstaltet eine Vorführung im Wohnzimmer. Sie bringt Zubehör mit, saugt die Matratze, holt Staub aus unerwarteten Ecken und erwähnt dabei den Endpreis mit keinem Wort. Sie spricht von „der Rate“. Wenn der Käufer zur Besinnung kommt, ist der Vertrag bereits unterschrieben.
Was ein Vorwerk Kobold wirklich kostet
Die Preise, mit denen Käufer rechnen, reichen von 1.000 Euro für das Basismodell bis zu 1.500 Euro mit sämtlichem Zubehör. Manche haben Verträge unterschrieben, die mit Zinsen über 1.200 Euro liegen. Andere haben 1.500 Euro bezahlt. Der genaue Betrag hängt vom Paket und vom Zeitpunkt ab, aber keiner liegt unter vier Stellen.
Der Vergleich mit dem Markt ist vernichtend. Ein Nilfisk für den Haushalt kostet laut einigen Teilnehmern etwa 100 bis 170 Euro. Einen Dyson gibt es laut einem Nutzer bei Amazon UK für rund 220 Euro. Ein einfacher Staubsauger für 80 Euro hält laut einem anderen neun Jahre ohne Probleme. Die Frage, die über der ganzen Sache schwebt, ist einfach: Was kann der Vorwerk, was ein 200-Euro-Gerät nicht kann?
Die offizielle Antwort verweist auf HEPA-Filter, Zubehör zum Polieren von Parkett, Mopps zum Schrubben von Natursteinböden, Systeme zum Glasreinigen und einen senkrechten Motor, der die Handhabung erleichtert. Die skeptische Antwort weist darauf hin, dass der HEPA-Filter des Vorwerk nur H11 mit einer Effizienz von 95 % ist, während ein Nilfisk einen H14 mit 99,995 % Effizienz verbaut. Für Allergiker ist das kein geringer Unterschied.
Das Verkaufssystem: Vorführung zu Hause und Zwangsfinanzierung
Das Vorgehen ist immer dasselbe. Eine Frau aus dem Familien- oder Bekanntenkreis, die etwas dazuverdienen möchte, organisiert eine Vorführung „ohne Verpflichtung“. Sie bringt das Gerät mit, putzt gründlich, erzählt Geschichten von Milben und unsichtbarem Schmutz. Wenn Nachbarn eingeladen werden können, umso besser. Der Abschluss erfolgt im Wohnzimmer, mit dem Vertrag auf dem Tisch und der bereits vorbereiteten Finanzierung.
Die Finanzierung ist nicht optional. Bar zahlen ist nicht möglich. Der Kredit läuft über Cofidis, und der Käufer sieht nur die Monatsrate. „Die meisten Leute sehen nicht über die 50 Euro im Monat hinaus“, fasst der ursprüngliche Beitrag zusammen. Genau dieses Detail, die kleine Rate, macht aus einem teuren Gerät einen scheinbar bezahlbaren Kauf.
Die Verkäuferinnen werden intern einem Drill unterzogen, um ihre Verkaufsfähigkeiten zu „steigern“, so der ursprüngliche Beitrag. Das Ergebnis ist eine Armee von Verkäuferinnen, die zuerst ihren nahen Umfeld überzeugen und danach, wenn möglich, ihre Freunde. Die Parallele zu Thermomix ist unverkennbar: dieselbe Struktur, derselbe Druck auf die Verkäuferin, dasselbe überbewertete Produkt.
Das Käuferprofil: Wenn die Monatsrate den Preis verdeckt
Der in der Diskussion am häufigsten genannte Fall ist der einer Familie am Rand des finanziellen Abgrunds. Sie hat das Arbeitslosengeld ausgeschöpft und erhält 400 Euro Unterstützung. Er arbeitet, hat aber seit über vier Monaten keinen Lohn erhalten. Sie haben den Kauf des Staubsaugers unterschrieben. Die Summe mit Zinsen überstieg 1.200 Euro.
Dieses Muster wiederholt sich. Der potenzielle Markt für diese Art von Verkäufen liegt offenbar genau oberhalb der Grenze, ab der ein Richter einen für geschäftsunfähig erklärt, wie ein Teilnehmer anmerkt. Menschen, die sich das Gerät nicht leisten können, aber eine Rate von 50 Euro als überschaubar empfinden. Die Vorführung zu Hause, die soziale Verpflichtung gegenüber der bekannten Verkäuferin und das Fehlen eines Endpreises im Gespräch erledigen den Rest.
Manche halten das Produkt für gut und finden, dass die industrielle Qualität einen Teil des Preises rechtfertigt. Materialien, Verarbeitung und Design sind sorgfältig. Aber selbst zufriedene Käufer geben zu, dass sie den Kauf nicht wiederholen würden. Einer von ihnen räumt ein, dass der Vorwerk nach der Anschaffung eines Neato-Saugroboters kaum noch einmal im Monat aus dem Schrank kommt.
Die Alternative: Nilfisk, Dyson und Saugroboter
Die Marke, die am häufigsten als Alternative genannt wird, ist Nilfisk. Dänisch, nicht deutsch, mit Profi- und Haushaltssparte. Die Metallmodelle stehen seit Jahrzehnten in Büros und Hotels. Ein Gerät der mittleren Haushaltsklasse kostet zwischen 100 und 200 Euro. Manche warnen, die Billigserie sei von mäßiger Qualität und das Plastik breche, aber die Oberklasse hält Jahre.
Dyson gilt als die vernünftigste Premium-Option. Günstiger als Vorwerk und nach Aussage mehrerer Käufer mit besserer Leistung. Und dann sind da noch die Saugroboter: der Neato, der Roomba und Vorwerks eigener Kobold VR100, ein verbesserter Neato mit Bürste, Lithium-Akku und Luftabgabe nach oben. Der VR100 kostet laut einem Teilnehmer das Doppelte des ursprünglichen Neato.
Das wiederkehrende Fazit lautet: Für eine normale Wohnung mit 30 bis 90 Minuten Staubsaugen pro Woche lässt sich der Preis von 1.500 Euro nicht rechtfertigen. Anders sieht es beim obsessiven Milben- und Staubgegner aus – diesen Typen gibt es, und er zahlt, was verlangt wird. Für dieses Publikum könnte der H11-Filter des Vorwerk nicht ausreichen.
Die Sache hat ein aktuelles Nachspiel: Der Preis ist gestiegen. Was früher rund 1.000 Euro kostete, wird nun für 2.000 Euro angeboten, wie ein Beitrag im Thread besagt. Der Staubsauger wird weiterhin bei Hausvorführungen verkauft, weiterhin über Cofidis finanziert und ist weiterhin nicht bar kaufbar. Die unbeantwortete Frage lautet, wie lange diese Methode noch funktionieren wird, wenn der Preis inzwischen das Doppelte jedes anständigen Konkurrenten beträgt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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