Von Page bis Sánchez: zwei grundverschiedene Reaktionen auf das Zugunglück von Urda

Bei dem AVE-Unfall Madrid–Sevilla am 2. November 2026 starben mindestens 69 Menschen. Page leitete die Notfallbewältigung in Urda, Sánchez rief ihn fünf Tage lang nicht an.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Emiliano García-Page hat die Notfallbewältigung des Zugunglücks von Urda mit institutioneller Präsenz und Fürsorge für die Opfer geleitet, während Pedro Sánchez ihn fünf Tage nach dem Unglück nicht kontaktiert hatte. Der Unterschied im Verhalten der beiden sozialistischen Politiker wurde unter den schlimmsten Umständen offensichtlich.

Das Zugunglück der AVE-Strecke Madrid–Sevilla ereignete sich am Mittwoch, den 28. Oktober 2026, als ein Renfe-Zug mit einem Iryo kollidierte, der ebenfalls nach Andalusien unterwegs war. Dabei starben mindestens **69 Menschen** und über hundert wurden auf den Gleisen verletzt. Die Tragödie stellte **Emiliano García-Page**, den Präsidenten von Castilla-La Mancha, ins Zentrum der regionalen Notfallbewältigung. Und dort, im erweiterten Einsatzleitstand von Urda, zeigte der sozialistische Regionalchef ein Verhalten, das im Kontrast zu dem seines Parteichefs steht.

## Die Notfallbewältigung in Urda

Page leitete alle nach dem Unglück einberufenen Krisensitzungen. Er antwortete Journalisten mit Bedacht und Sorgfalt. Er empfing alle Behördenvertreter, die vor Ort erschienen: die Königinnen und Könige, den Ministerpräsidenten und den Oppositionsführer. Auch **Óscar Puente**, den Verkehrsminister, mit dem er öffentlich verfeindet ist und der ihn in sozialen Netzwerken wiederholt kritisiert hat. Dort stand Page und schüttelte dem Minister die Hand. So gehört es sich, trotz aller Missstimmigkeit.

Der Präsident von Castilla-La Mancha sprach mit den Opfern. Er hörte ihnen zu, beantwortete ihre Fragen, zeigte Empathie mit ihrem Leid. Er bewies ein Mindestmaß an Sensibilität gegenüber denen, die gerade Angehörige verloren oder verletzt worden waren. Es klingt banal, darauf hinzuweisen, was für einen verantwortungsvollen Politiker selbstverständlich sein sollte, aber im heutigen Spanien ist es das nicht mehr.

**Alberto Núñez Feijóo** betonte, dass Page ihn begleitet und ihn ausführlich über die Rettungsarbeiten informiert habe. Der PP-Chef und der Regionalpräsident von Castilla-La Mancha pflegen seit der Pandemiebewältigung in ihren Regionen ein gutes Verhältnis. Der Unterschied zu Sánchez ist schwer zu übersehen: Fünf Tage nach dem Massaker hatte der Ministerpräsident weder Page kontaktiert noch ihm Informationen über die Tragödie übermittelt.

## Eine Geschichte der Konflikte mit Ferraz

Pages Weg in den letzten Jahren war von einer deutlichen Trennungslinie zu seinen Regierungskollegen geprägt. Er legte gegen das Amnestiegesetz Beschwerde beim **Verfassungsgericht** ein. Er zeigte sich mit Sánchez' Bündnissen mit Unabhängigkeitsbefürwortern absolut nicht einverstanden. Er kritisierte öffentlich die Arbeit der Regierung nach der massiven Ankunft von Migranten in **Ceuta**.

Es stimmt, dass der Regionalchef oft Kritik verdiente, weil er es verstand, sich gegenüber dem Sanchismo in Sicherheit zu wiegen. Gelegentlich gönnte er dem Chef ein kleines Nadelstich-Entgegenkommen, um seine Basis bei den Entscheidungen aus Moncloa zu besänftigen, ohne auf die bedingungslose Unterstützung seiner Abgeordneten für Ferraz zu verzichten, wann immer die Partei Alarm schlug. Aber es ist auch fair, sich daran zu erinnern, dass diese Trennungslinie ihn unvereinbar von seinen Regierungskollegen schied.

Gemeinsam mit dem verstorbenen **Javier Lambán** kritisierte er müde die Zugeständnisse seines Generalsekretärs, aus Angst, dass diese Toxizität seine Wahlchancen vergiften könnte. In den letzten Monaten forderte er, Sánchez solle vorgezogene Neuwahlen vor den Regionalwahlen im nächsten Jahr abhalten, damit die Generäle die Folgen des Verschleißes vor der Infanterie spüren. So kam es schließlich auch.

## Die Metapher von Urda

Ihn jetzt in Urda zu sehen, wie er Sánchez betreut – denselben Mann, der ihn in der Partei verachtet und in den Föderalkomitees zum Schweigen gebracht hat –, ist eine wahre Metapher für den Antagonismus zwischen beiden. Ganz gleich, wie einheitlich sie in der offiziellen Weste auftreten. Die Föderalkomitees sind zu einem beschwichtigten Stall aus sanften Lämmern geworden, aber Page hat bewiesen, dass eine andere PSOE möglich ist.

Der Sozialist aus Toledo ist ein kluger Politiker mit einem guten Gespür und kennt das Land des Don Quijote in- und auswendig, wo man Politiker schätzt, die das öffentliche Interesse über ihre Parteiinteressen stellen. Sein Verhalten bei der Tragödie von Urda hat sein Amt gewürdigt und gezeigt, dass Politik noch immer mit Menschlichkeit, Empathie und staatstragender Haltung ausgeübt werden kann.

Der abgründige Unterschied zwischen der Berufung zum Gemeinwohl, mit allen Fehlern, die man ihr vorwerfen mag, und der Fleisch gewordenen Kleingeisterei. Das ist der Abstand von Page zu Sánchez. Die Tragödie hat mindestens **69 Tote** und über hundert Verletzte hinterlassen und zwei gegensätzliche Auffassungen von öffentlichem Amt offengelegt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (11 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver