Von Marilyn Lange bis Cybill Shepherd: Der Schönheitswandel

Ein Rückblick auf die Schönheiten einer anderen Zeit: von Marilyn Lange bis Cybill Shepherd, und die Debatte darüber, ob das heutige Schönheitsideal echt oder retuschiert ist

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Von Marilyn Lange bis Cybill Shepherd: Der Schönheitswandel
Der Schönheitsstandard, den Instagram nicht reproduzieren kann

Was hatten Marilyn Lange, Grace Kelly oder Romy Schneider, was das Mädchen in deinem Feed nicht hat? Die Frage zieht sich durch eine Diskussion, die mit einer strengen Regel beginnt: Name und erkennbares Gesichtsfoto, sonst kein Post. Ausgangspunkt ist Marilyn Lange, ein amerikanisches Model und Playmate des Jahres 1975, beschrieben als eine Frau, der «den Verstand raubt». Von dort aus explodiert die Liste: Hedy Lamarr, Inma de Santis, Samantha Fox, Cindy Crawford, Brooke Shields, Lynda Carter, Brigitte Bardot, Gina Lollobrigida, Ornella Mutti, Jacqueline Bisset, Cybill Shepherd, Laetitia Casta, Gene Tierney, Sharon Tate.

Das Unterthema, das die Meinungsverschiedenheit strukturiert, ist nicht die Schönheit. Es ist die Kleidung. Eine Fraktion behauptet, die Eliten der Musikproduktion hätten die «Degeneration und Hässlichkeit» verordnet, während das Publikum noch Anzug und Krawatte trug. Der zitierte Kontrast: Fleetwood Mac auf der Bühne, einer mit freiem Oberkörper, gegenüber The Tennessee Three, in Anzug und Krawatte neben Johnny Cash, «wie Angestellte einer Bank-of-America-Filiale».

Schönheit als demografische Statistik

Es gibt eine wiederkehrende These, die nicht ästhetisch, sondern statistisch ist: Schönheit ist knapp. «Ich kann wochenlang ohne eine einzige Frau auskommen, die ich attraktiv finde», behauptet eine Stimme im Thread, die hinzufügt, in einer Familie sehr schöner Frauen aufgewachsen zu sein und auf der Straße dasselbe zu erwarten. Die Aussage bleibt nicht dabei: Das Aussehen einer 22-jährigen Schauspielerin in den Achtzigern wird mit dem jeder heutigen Studentin verglichen, mit dem Fazit, dass das chronologische Alter das Erscheinungsbild nicht mehr erklärt.

Der Gegenpunkt kommt von einer anderen Fraktion, die die nostalgische Erzählung bestreitet: Es gab nie so viele körperlich beeindruckende Frauen wie heute, weder in der Quantität noch in der Qualität. Der Unterschied liege, so diese Lesart, nicht an den Körpern, sondern an der Bildproduktion: Filter, Retuschen und eine Industrie, die Lügen verkauft. Das Foto eines aktuellen Models mit mehr Filtern «als eine Cafékette in ganz London in einer Woche» dient als Beweis.

Die unerwartete Wendung: Eleganz gegen Tattoos

Der Thread beginnt als Katalog und endet als Klage über die Gegenwart. Der Satz, der es am besten zusammenfasst: «Mir gefällt fast jede junge Frau ohne Tattoos zunehmend». Es ist kein isolierter Ausrutscher. Mehrere Beiträge bestehen darauf, dass eine gut gekleidete, elegante Frau, ohne etwas zeigen zu müssen, alles andere übertrifft. Die Ablehnung der Entblößungsästhetik geht jedoch mit dem Interesse an der Entblößung selbst einher: Tita Cervera, Charo López, Stefania Sandrelli und Carmen Sevilla erscheinen mit derselben Begeisterung wie Grace Kelly.

Das Paradox ist ergiebig: Die Eleganz einer anderen Zeit wird gefeiert, während gleichzeitig die Nacktaufnahmen ebendieser Zeit gefeiert werden. Die Nostalgie ist nicht sarracena, sie betrifft die Verfügbarkeit. Früher gab es natürliche Schönheiten und auch ungefilterte Körper; heute gibt es ungefilterte Körper und auch eine Industrie, die sie bearbeitet.

Die Anekdote, die alles durcheinanderbringt

Zu den Kuriositäten, die ans Licht kommen: Lauren Hutton verdiente als Model viel Geld, und ein Agent nahm alles an sich – eine Geschichte, die die Serie Moonlighting inspirierte. Auch wird daran erinnert, dass Carmen Maura Ähnliches widerfuhr. Und Patsy Kensit in Lethal Weapon 2 wird als Jugendschwarm einer Generation zitiert, die herausfand, dass sie auch sang.

Die Liste wächst bis zum Schluss weiter: Anita Morris, Susan Strasberg, Jane Asher, Samantha Eggar, Maria Grazia Cucinotta, Rachel Weisz, Emmanuelle Béart, eine junge Emma Peine. Die Liste hat kein Ende, denn das Kriterium ist die Erinnerung, nicht der Kanon.

Am Ende löst die Diskussion nichts. Sie bestätigt nur, dass die Vergangenheit immer besser frisiert erscheint. Und dass die Nostalgie, wie die Filter, ebenfalls bearbeitet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (721 Antworten).

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