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Von Almodóvar bis Sandler: Kino als kulturelles Schlachtfeld
Ein Zuschauer lehnt Almodóvar als Ikone des 'salonfähigen Linken' ab und durchwandert das Kino als kulturellen Schützengraben: Sandler, der Horror der Achtziger und deutsche Zurückhaltung gegenüber…
Von der Ablehnung Almodóvars bis zum Pavor: Eine Anatomie des Cineasten-Geschmacks
Ein Zuschauer gesteht, dass ihn das Kino von Pedro Almodóvar sofort abstößt – nicht wegen der Filme selbst, sondern wegen dessen, was sie repräsentieren: der spanische Regisseur als Sinnbild des 'salonfähigen Linken', der von Subventionen lebt und sich dabei für grenzüberschreitend hält. Das Geständnis ist kein Einzelfall, sondern eröffnet einen Streifzug von fast zweihundert Einträgen durch das Kino als kulturelles Schlachtfeld, wo die Goya-Preise und die Oscars 'eine Gala sind, auf der sich immer dieselben selbst feiern'.
Die Verachtung für Almodóvars Meisterwerk Alles über meine Mutter lässt sich in einem Satz zusammenfassen, der für eine ganze Abhandlung reicht: 'eine erstklassige Seifenoper mit Kunstfilter'. Die europäische Kritik segnet ihn ab, das Kulturministerium subventioniert ihn, und das Publikum klatscht, ohne zu merken, dass das spanische Kino seit Jahrzehnten von institutionellem Gepose lebt. Das Gespräch bleibt jedoch nicht bei der Subventionspolitik stehen: Es driftet hin zur amerikanischen Komödie, zum Pavor der Achtziger und zu den Grenzen der Schamhaftigkeit auf der Leinwand.
Adam Sandler und der Moment, in dem die Komödie unrentabel wurde
Die Analyse der amerikanischen Komödien der Neunziger dient dazu, eine klare Linie zwischen zwei Komikern zu ziehen, die in Happy Gilmore (1996) gemeinsam vor der Kamera standen: Adam Sandler und Ben Stiller. Der Erstere definierte seinen Stil Mitte des Jahrzehnts, doch in Jack and Jill erreichte er den Tiefpunkt – mit einem Cameo von Al Pacino, den er als '100 % grauenvoll' bezeichnet. That's My Boy, mit Vanilla Ice als er selbst, macht den Deal perfekt: 'Sein Stil ist fürs Kino nicht mehr rentabel.'
Stiller dagegen ist der 'ernsthafte' Cousin, der mit der Kritik verkehrt. Zoolander, Meine Braut, ihr Vater und ich und Tropic Thunder erlaubten ihm, seine Karten besser auszuspielen, auch wenn das Urteil eine gewisse Geringschätzung nicht verbirgt: Komödie, die klug wirkt, ohne es ganz zu sein. Die Scary Movie-Reihe erscheint als Beispiel einer originellen Idee, die bis zum letzten Euro ausgequetscht wurde – mit den Wayans-Brüdern an der Spitze eines ersten Teils, der tatsächlich witzig war, und einem David Zucker, der daraus 'eine Furz-Witz-Maschine' machte.
Scham als Grenze: Deutschland zeigt, Amerika versteckt
Einer der ergiebigsten Stränge des Streifzugs ist der Vergleich zwischen deutschem und amerikanischem Kino in Sachen Nacktheit. Die deutsche Fassung von Das Experiment zeigt Moritz Bleibtreu nackt und gefesselt; das Remake mit Adrien Brody lässt ihn in Unterhosen. Die Schlussfolgerung ist scharf: 'Das Remake ist eine Boxershorts: Es ist da, aber es zeigt nichts.' In Deutschland ist der Körper kein Verbrechen; in den USA kann man serienweise Enthauptungen drehen, aber eine dramatische Nacktszene löst einen Skandal aus.
Die mooning-Geste schließt den anthropologischen Kreis: das Zeigen des Hinterns als universelle Sprache der Verachtung, dokumentiert von Römern und Griechen bis hin zu mittelalterlichen Schlachten. Die Szene in Le fils du requin (1993), in der zwei Brüder vom Klassenfenster aus den Hintern entblößen, liest sich als Kriegserklärung an die Schule und die gesellschaftlichen Erwartungen.
Pavor, der durch die Hintertür gelernt wurde
Der letzte Block begibt sich mit derselben Mischung aus Gelehrsamkeit und Boshaftigkeit ins Genre-Kino. Das Ranking von Nightmare on Elm Street macht deutlich, dass Wes Craven sich direkt nach der Unterschrift aus der Reihe zurückzog und dass Wes Craven's New Nightmare (1994) der einzige Teil ist, der die Ikone als Problem behandelt und nicht als Zugpferd. Das Detail, dass Scream Ghostface zum Halloween-Kostüm und Süßigkeiten-Werbeplakat machte, wird als 'die profitabelste Heuchelei des Genres' abgetan.
Die Cineasten-Laufbahn wurde nebenbei gelernt, mit Die Simpsons als Lehrern: Die Episode 'Wild Barts Can't Be Broken' und ihre Parodie auf Village of the Damned erklären, wie sich die Kids die ganze Erfindung aneigneten. The Thing (1982) erscheint als großer Film, der bei seiner Veröffentlichung schlecht behandelt wurde, und Darabonts The Mist (2007) wird gekrönt von 'dem einzigen wirklich beschissenen Ende des jüngeren Kinos'. Stand by Me beschließt den Streifzug als der am wenigsten King'sche King, den jene lesen, die damit prahlen, kein King-Leser zu sein.
Was bleibt von all dem übrig? Eine Landkarte des Geschmacks, die die politische Korrektheit des Autorenkinos ablehnt, den Preisgalen misstraut und das Genre als Terrain der Wahrheit beansprucht. Die Paradoxie: Diese viszerale Ablehnung des Institutionellen geht einher mit einer gefräßigen Cineasten-Leidenschaft, die fähig ist, einen Cameo von 1996 zu sezieren oder ein Detail in Stand by Me mit forensischer Präzision zu korrigieren. Auch der Geschmack ist am Ende ein Schützengraben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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