Vom Rosenkranz bis zu den Spatzen: das Evangelium, das die Angst nimmt

Evangelium am Freitag, 16. Oktober: Lukas 12,1-7 und Psalm 32. Rosenkranz um 22.00 Uhr aus Lourdes mit Litaneien und Marienverheißungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vom Rosenkranz bis zu den Spatzen: das Evangelium, das die Angst nimmt
Vom Rosenkranz bis zu den Spatzen: das Evangelium, das die Angst nimmt

Fünf Spatzen für zwei Cent. Nicht einen einzigen davon vergisst Gott. Das heutige Evangelium, Freitag, der 16. Oktober, beginnt mit Tausenden von Menschen, die sich drängen, und einer Warnung, die klingt wie ein Messer: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das ist die Heuchelei. Lukas 12,1-7. Was ihr im Dunkeln sagt, wird am hellen Tag gehört werden, und was ihr im Kämmerlein flüstert, wird von den Dächern verkündet werden. Und dann die Wendung: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten. Fürchtet den, der in die Hölle (Gehenna) werfen kann. Sogar die Haare auf eurem Kopf sind alle gezählt.

Der liturgische Tag wird vervollständigt durch den Brief an die Epheser, Psalm 32 —„Selig das Volk, das der Herr sich zum Erbe erwählt hat“— und den Heiligen Rosenkranz, der für 22.00 Uhr angesetzt ist, mit Litaneien, Salve und gesungenem Ave Maria aus Lourdes auf Spanisch.

Die Rosenkranzverheißungen, die jedes Jahr am 16. Oktober wiederholt werden

Die Botschaft, die den Aufruf eröffnet, ist keine gewöhnliche Predigt. Es ist eine Liste von Verheißungen, die den Marienerscheinungen zugeschrieben werden, und manche sind so unmissverständlich, dass sie heute von jeder Kanzel befremden würden: der Rosenkranz als mächtige Waffe, um nicht in die Hölle zu kommen, er wird die Laster zerstören, die Sünden verringern, vor den Häresien schützen. Die Seele, die sich mir im Rosenkranz anvertraut, wird nicht zugrunde gehen. Wer ihn andächtig betet, wird das Unglück nicht kennenlernen, Gott wird ihn in seiner Gerechtigkeit nicht bestrafen, er wird keinen gewaltsamen Tod sterben. Aus dem Fegefeuer werde ich die erretten, die den Rosenkranz andächtig beten. Andächtige Kinder werden einen hohen Grad an Herrlichkeit erlangen. Sie werden alles erhalten, was sie mich bitten.

Manche lesen diese Liste als Volkskatechese, andere als Grabentheologie. Der Text duldet keine Halbheiten: Er verspricht Schutz, Tugend, Frömmigkeit, die Rettung von Herzen, die am Irdischen hängen, und die Erhebung der Sehnsucht zu den ewigen Dingen. Und eine implizite Warnung: die Frömmigkeit als Zeichen der Auserwähltheit. Die Verehrung meines Rosenkranzes ist ein großes Zeichen der Prophetie, schließt die Liste.

Dankbarkeit, das Vertrauen der Kinder: die Lesung aus dem Brief an die Epheser

Die Betrachtung zum Evangelium von Schwester Águeda Mariño Rico aus der Kongregation von Santo Domingo verweilt beim Eingangshymnus des Epheserbriefs. Paulus betrachtet die Heilsgeschichte aus dem dankbaren Blick dessen, der entdeckt, dass alles Gnade ist. Die Gläubigen haben ein Erbe in Christus empfangen und sind mit dem Siegel des verheißenen Heiligen Geistes bezeichnet worden. In der Kultur jener Zeit bedeutete das Siegel Zugehörigkeit, Echtheit und Schutz.

Das zentrale Argument lautet: Die christliche Identität wird nicht errungen, sie wird empfangen. Wir sind nicht Kinder, weil wir gut sind. Wir versuchen, als Söhne und Töchter zu leben, weil wir bereits geliebt wurden. Der Glaube hört auf, eine Last zu sein, und wird zu einer dankbaren Antwort; er stützt sich nicht mehr auf die eigene Kraft, sondern ruht in der Treue Gottes. Vor allem, was wir tun, steht das, was Gott für uns tut.

Der Vogel, der mehr wert ist als viele Spatzen

Das Lukasevangelium schließt mit einem Bild, das keiner Auslegung bedarf: fünf Spatzen für zwei Cent, keiner vergessen, und die Haare auf dem Kopf gezählt. Die Schlussfolgerung ist ein einziger Satz: Fürchtet euch nicht, ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Die vorangegangene Warnung vor der pharisäischen Heuchelei und die Ermahnung, die nicht zu fürchten, die den Leib töten, gehören in denselben Zusammenhang. Nichts ist verhüllt, was nicht offenbart werden wird.

Der Tag wird vervollständigt durch die Barmherzigkeitskrone, die die Botschaft idealerweise um 15.00 Uhr ansetzt, zur Stunde der Barmherzigkeit, und durch die Fünf Minuten des Heiligen Geistes, die heute auf dieselbe Idee einschwenken: Das menschliche Herz sucht Liebe und fragt oft diejenigen darum, die sie nicht geben können.



Bleibt die verblüffende Zahl: zwei Cent für fünf Spatzen. Es ist der Marktpreis, den Lukas Jesus in den Mund legt, um davon zu sprechen, was du wert bist. Diese Rechnung geht mit keiner Wohlstandstheologie auf. Und dennoch steht sie noch da, zwanzig Jahrhunderte später, gelesen an einem beliebigen Freitag im Oktober.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (22 Antworten).

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