Vollkornbrot: Mehle, die keine sind, und Brote für 4-6 € pro Kilo

Forumdiskussion: „Vollkornbrot“ aus dem Supermarkt besteht oft aus Weißmehl mit zugesetzten Kleien. Das echte kostet 4 bis 6 € pro Kilo und ist selten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vollkornbrot: Mehle, die keine sind, und Brote für 4-6 € pro Kilo

Wo kauft man ein Vollkornbrot, das wirklich vollkornig ist? Die scheinbar einfache Frage verbirgt ein Problem, das in Verbraucherforen viel diskutiert wird. Nach Angaben mehrerer Teilnehmer ist das Brot, das in den meisten Supermärkten und Bäckereien als Vollkornbrot verkauft wird, keines: Es bestehe aus Weißmehl mit etwas zugesetzten Kleien, um es dunkler zu machen. Und auch das „Vollkornmehl“ fürs Backen zu Hause sei in vielen Fällen nicht wirklich vollkornig, so die These in der Debatte.

Das eigentliche Problem, so die Teilnehmer, sei der Mangel an Regulierung. Es gebe keine Vorschrift, die verlangt, dass als Vollkornbrot etikettiertes Brot einen Mindestanteil Vollkornmehl enthält. Jedes Brot mit etwas Kleie darf sich so nennen. Die Industrie wisse das und nutze es aus, heißt es.

Der Preis für gutes Brot: von 2 € bis 6 € pro Kilo

Echtes Vollkornbrot ist nicht billig. Bei El Corte Inglés kostet ein deutsches Vollkornroggenbrot etwa 4 € pro Kilo, so ein Nutzer. In Handwerksbäckereien in Madrid wie Panic (Conde Duque) werden Sauerteiglaibe für 5 € verkauft, und um neun Uhr abends gibt es eine Schlange und ein Schild „Brot ausverkauft“, erzählt ein anderer Teilnehmer.

Am anderen Ende liegt das Roggenbrot von Lidl bei rund 2 € pro Kilo, wobei die genaue Zusammensetzung ein Rätsel bleibt, so die Kommentare. Und industrielle Weißbrotstangen, mit 60 Cent für 250 Gramm, kommen auf 2,40 € pro Kilo, laut einer Rechnung, die im Thread kursiert. Der Preisunterschied zwischen schlechtem und gutem Brot beträgt mehr als das Doppelte, aber das gute nährt und das schlechte macht nur satt, meinen einige.

Manche behaupten, dass wirklich gutes Brot in Spanien ab 6 € pro Kilo kostet, wie es einige Handwerksbäckereien herstellen. Andere argumentieren, dass man mit einem Brotbackautomat und guten Mehlen Geld spart und die Qualität selbst kontrolliert.

Vollkornmehle, die kein Vollkorn sind

Der Betrug liegt nicht nur beim Brot, sondern auch beim Mehl, so die Teilnehmer. Viele als vollkornig etikettierte Mehle sind es nicht: Ein Teil des ganzen Korns fehlt. Gemälztes Mehl, geröstet zur Verdunkelung, wird verwendet, um Vollkornigkeit vorzutäuschen. Das heutige Weizen sei zudem eine glutenreiche, gentechnisch veränderte Sorte zur Steigerung der Erträge, so das Argument im Forum.

Für alle, die volle Kontrolle wollen, ist die Lösung, das Brot selbst zu backen. Mit einem Brotbackautomat (der von Lidl ist beliebt) und hochwertigen Mehlen wie denen von El Amasadero oder Rincón del Segura lässt sich ein echtes Vollkornbrot backen, empfehlen einige Nutzer. Die Faulheit sei jedoch der größte Feind.

Alternativen: Roggen, Dinkel und Bio

Roggen und Dinkel entgehen dem Problem des modernen Weizens zumindest teilweise, so die Behauptung. Ein deutsches Vollkornroggenbrot, dicht und dunkel, ist eine sichere Option, wenn man es an Orten wie El Corte Inglés oder in Bioläden wie Veritas (Lagasca, 54, Madrid) kauft, so ein Nutzer. Bei Carrefour bietet die Bio-Abteilung zertifizierte Brote aus Roggen, Kamut und Dinkel an, so ein anderer.

Die Bio-Zertifizierung garantiert jedoch nicht, dass das Brot Sauerteigbrot ist oder das Mehl wirklich vollkornig. Sie stellt nur sicher, dass die Zutaten biologisch sind, so die Debatte. Es gebe industrielle Biobrote mit Hefe und raffinierten Mehlen, hält ein Teilnehmer fest.

Das Geschäft mit Industriebrot und falschem Sauerteig

Viele Bäckereien, die mit Sauerteig prahlen, kaufen Fertigmischungen von Multis wie Puratos, dem größten Hersteller von Industriebrot, so der Vorwurf im Thread. Dieser „Sauerteig“ sei in Wirklichkeit ein Industrieprodukt mit Zusatzstoffen und ausgewählten Hefen. Das daraus resultierende Brot hätte nicht die Eigenschaften von Handwerksbrot, so die Behauptung.

Die Nachfrage nach Qualitätsbrot ist gestiegen. In Madrid haben Bäckereien wie El Panifiesto (Lavapiés), Panic, El Horno de Babette oder 3 Letras Pan eine treue Kundschaft, so die Erwähnung. In Galicien verkauft die Panadería O Agro 100%iges Vollkornroggenbrot vom Dorf, so ein Nutzer. Gutes Brot gibt es, aber man muss es suchen und bezahlen.

Am Ende bleibt die Frage ohne einfache Antwort. Lohnt es sich, 6 € für ein Kilo Brot zu zahlen? Das hängt davon ab, wie viel Brot man isst und wie wichtig einem ist, was man in den Körper tut. Klar ist, dass echtes Vollkornbrot nicht im Supermarktregal neben dem Toastbrot zu finden ist, so das Fazit der Teilnehmer.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (40 Antworten).

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