El Corte Inglés liefert in 3 Stunden, 30 Euro günstiger als Amazon

Smartwatch in drei Stunden geliefert und 30 Euro günstiger als bei Amazon: Fälle hinterfragen den teuren Ruf von El Corte Inglés.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

El Corte Inglés liefert in 3 Stunden, 30 Euro günstiger als Amazon
El Corte Inglés Uhr: zu Hause in 3 Stunden, 30€ günstiger

Wie lange braucht Amazon, um eine Smartwatch in einer Provinzhauptstadt zu liefern? Ein Kunde von El Corte Inglés gab die Antwort: drei Stunden und zehn Minuten. Er bestellte mittags auf der Website der spanischen Gruppe, wählte das Zeitfenster von 16 bis 18 Uhr und hatte um 17:10 Uhr den Kurier vor der Tür mit dem geschenkfertig verpackten Paket in einer Tüte. Bei Amazon kostete dieselbe Uhr 30 Euro mehr. Das Detail, das das Klischee widerlegt: Er lebt in der Provinz und obwohl es nicht an jeder Ecke ein Warenhaus gibt, ist seines nur 750 Meter entfernt.

Dieser Datenpunkt, in Madrid oder Barcelona anekdotisch, wird zum Trumpf, den El Corte Inglés nicht zu nutzen wusste. Die Lieferung am selben Tag mit eigenem Verteilernetzwerk ist heute ein Vorteil, den reiner E-Commerce außerhalb großer Hauptstädte nicht abdeckt.

Lieferung am selben Tag: Der Vorsprung, den Amazon in der Provinz nicht hat

Für diejenigen, die weit weg von einer Großstadt leben, ist Amazon nicht immer das logistische Paradies, das es verspricht. In vielen Städten und mittelgroßen Hauptstädten landen Bestellungen beim Postdienst mit Fristen, die sich über mehrere Tage erstrecken. El Corte Inglés hingegen behält eine eigene Distributionsstruktur, die in der Lage ist, dort am selben Tag zu liefern, wo die Konkurrenz spät dran ist.

Ein Käufer fasst es so zusammen: „Mir ist egal, ob es 750 Meter oder 50 Meilen sind. Amazon kann mir niemals ein Produkt in 3 Stunden liefern.“ Das Argument ist nicht die physische Nähe – ein Geschäft kann um die Ecke sein und trotzdem nicht am selben Tag liefern –, sondern die logistische Kapazität. Die Gruppe hatte diese Infrastruktur jahrelang, ohne sie gegen den US-Rivalen auszuspielen.

Ist El Corte Inglés teurer als Amazon?

Das tief verwurzelste Vorurteil ist auch das am häufigsten wiederholte. Aber der Strom von Gegenbeispielen ist kontinuierlich. Bluetooth-Kopfhörer erscheinen zum gleichen Preis wie bei Amazon und 20 % günstiger als bei Carrefour. Eine Serie Kinderbücher liegt 15 Euro unter Amazon, mit kostenlosem Versand ab 40 Euro und Nachnahme. Ein Fujitsu-Siemens-Laptop war 60 Euro günstiger als in jedem Online-Shop, mit zinsfreier Zahlung über 10 Monate und 10 % des Wertes als Geschenkkarte für Hipercor zurück. Zusätzlich wurde eine elektrische Fritteuse nach anderthalb Jahren ersetzt, als sie ihre Antihaftbeschichtung verlor.

Das Muster wiederholt sich außerhalb der Kaufhäuser. Eine Induktions-Pfanne für Paella, gekauft in einem lokalen Eisenwarengeschäft, kam 3 Euro günstiger heraus als dasselbe Modell und Marke bei Amazon. Die Erkenntnis ist unbequem: Die Gewohnheit, immer am selben Ort einzukaufen, verteuert den Warenkorb, ohne dass der Käufer es bemerkt.

Das Kleingedruckte: After-Sales und Rücksendungen

Niemand stellt einen Blankoscheck aus. Einem Kunden wurde die Bestellung in zwei Teile geteilt: Ein Teil ging raus, der Rest brauchte drei Wochen, mit nachträglich geänderten Terminen, was ihm angeblich bei der US-Plattform nie passiert sei. Ein anderer berichtet, dass der Online-Kundendienst nach dem ersten Lockdown schlechter wurde, mit Schwierigkeiten bei der Abwicklung von Garantien und Rücksendungen. Und ein dritter warnt, dass entsiegelte Elektronik, die online gekauft wurde, im Laden später nicht immer akzeptiert wird.

„Der Kundendienst von El Corte Inglés Online ist im After-Sales-Bereich eine Katastrophe“, schließt einer von ihnen. Makellose Lieferung und wettbewerbsfähige Preise kollidieren mit einem After-Sales-Service, der den Ruf der Vorjahre mit sich zieht. Hier verliert die Gruppe Boden.

Amazons einziger solider Vorteil: Rückgabe ohne Fragen

Gegen den Zusammenbruch des After-Sales der anderen ist Amazons großer Trumpf nicht der Preis, sondern die Rückgabe. Die Plattform akzeptiert Rücksendungen kaum gerechtfertigt, und für viele Kunden ist das mehr wert als ein Euro Ersparnis. Das Problem ist die Kehrseite: Manche geben die Hälfte ihrer Einkäufe zurück wegen minderwertiger Artikel zu verdoppelten Importpreisen, und Produkte werden neu verpackt zurückgegeben und als neu verkauft.

Prime wirkt als Anker. Sobald das Jahresabonnement bezahlt ist, hört der Kunde auf zu vergleichen, weil er glaubt, die Kosten bereits amortisiert zu haben. Bequemlichkeit wird in Form eines Referenzpreises berechnet, den niemand überprüft.

Mercadona, Amazon und die Falle des Referenzpreises

Der Vergleich mit Supermärkten dient als Spiegel. Amazon funktioniert wie Mercadona: Es gewöhnt Kunden daran, dort einzukaufen, baut die Gewohnheit auf und erhöht dann die Preise. Viele Produkte, die auf der Plattform als günstig gelten, sind in physischen Geschäften gleich teuer oder teurer. Der spanische E-Commerce neigt zur Monopolisierung zwischen Amazon und El Corte Inglés, während eBay als Schaufenster für kleine Verkäufer nicht richtig durchstartet.

Bleibt das Argument, lokal einzukaufen: Spanisches Unternehmen, Steuern, Arbeitnehmer und Markenvariety. Es ist ein Kriterium, das nicht im Einkaufswagen auftaucht, aber auf der Waage zählt.

Mit Lieferung in drei Stunden, Preisen, die dem Vergleich standhalten, und einem Netz von Filialen für Abholung und Rückgabe fehlt El Corte Inglés nur noch, dass jemand daran glaubt. Das Schlimmste daran, jahrzehntelang den Ruf teuer zu sein, mitzuschleppen, ist, dass Käufer nicht mehr nachprüfen. Wenn der Ruf aufhört, wahr zu sein, wird es fast niemand bemerken.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (124 Antworten).

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