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Der Ex-Kommissar Villarejo behauptet, der spanische Geheimdienst habe beim Anschlag von Barcelona einen schweren Fehler begangen. Separatisten verlangen Erklärungen.
Im August 2017 fuhr ein Lieferwagen die La Rambla in Barcelona hinunter und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Fünf Jahre später behauptet der ehemalige Kommissar José Manuel Villarejo, dass der Nationale Geheimdienst (CNI) einen „schweren Fehler“ begangen habe, als er versuchte, „Katalonien einzuschüchtern“, mitten im Unabhängigkeitskonflikt. Diese Aussage hat die Wunde des 17-A wieder aufgerissen. Separatisten fordern Erklärungen, während die Regierung schweigt. In digitalen Foren sammeln sich unterdessen Theorien über die Täterschaft, ignorierte Warnungen und die Rolle der Geheimdienste.
Die offizielle Version wackelt
Die offizielle Darstellung besagt, dass eine autonome dschihadistische Zelle aus Ripoll, angeführt von einem Imam mit Vorstrafen, den Anschlag verübte. Villarejo deutet jedoch an, dass der CNI eingeweiht war und plante, die Zelle erst nach dem Einschüchterungsversuch zu zerschlagen. Das Ergebnis war ein Massaker. Der Auftritt des Ex-Kommissars, von einem Teilnehmer als „aufgeblähte Wurst kurz vor dem Platzen“ beschrieben, lieferte keine Beweise, aber politische Munition.
Warnungen, die niemand beachtete
Berichten zufolge warnten die USA Spanien vor einem möglichen Anschlag in Barcelona. Die Information erreichte die Mossos d'Esquadra (katalanische Polizei), die sie angeblich wegen der Häufigkeit ähnlicher Warnungen herunterspielte. Warum wurden die Sicherheitsvorkehrungen nicht verschärft? Einige argumentieren, der CNI habe nicht interveniert, um die Zelle nicht zu warnen und die Chance zur Zerschlagung zu verlieren. Andere meinen, die Warnung sei im bürokratischen Labyrinth verloren gegangen. Fakt ist: Der Lieferwagen fuhr die La Rambla hinauf, ohne gestoppt zu werden.
Die Rolle der Informanten
Der Imam von Ripoll, Abdelbaki Es Satty, hatte Vorstrafen wegen Drogenhandels und saß im Gefängnis. Er wurde vor dem Anschlag von der Nationalpolizei besucht, aber die Mossos wurden nicht informiert. Für viele ist dieses mangelnde Koordination zwischen den Behörden der Beweis dafür, dass etwas schiefgelaufen ist. Zudem berichten Quellen, der Imam sei ein Polizeispitzel gewesen. Wenn der CNI ihn als Informanten nutzte, bestünde der „schwere Fehler“ darin, die Kontrolle über sein eigenes Instrument verloren zu haben. Die Theorie vom Informanten, der gegen seinen Handler wendet, ist nicht neu.
Die Politik der Einschüchterung
Das politische Umfeld war explosiv: Das Referendum vom 1. Oktober stand bevor, und die Unabhängigkeitsbewegung forderte den Staat heraus. Terrorismus als Destabilisierungsinstrument zu nutzen, ist ein alter Gedanke. Villarejo legt nahe, der CNI habe versucht, die katalanische Gesellschaft durch Angst in die Arme des Staates zu treiben. Der Schuss ging nach hinten los. Statt sich einschüchtern zu lassen, beschuldigten die Separatisten den Staat der Komplizenschaft. Die darauf folgenden Demonstrationen mit Estelada-Flaggen und Plakaten wie „Spanischer Staat = Mörder“ waren die Antwort.
Der CNI im Visier
Der Nationale Geheimdienst hat Villarejos Aussagen weder dementiert noch bestätigt. Schweigen ist in solchen Fällen üblich. Doch der politische Druck steigt. Separatisten fordern einen Untersuchungsausschuss, während die Regierung sich darauf beschränkt, ihr Vertrauen in die Justiz zu betonen. Der Ex-Kommissar droht unterdessen mit weiteren Enthüllungen. Seine Strategie ist klar: Wenn er das Gefängnis nicht vermeiden kann, wird er so viele wie möglich mitreißen. Die Frage ist, ob ihm jemand glauben wird.
Der Schatten des 11-M
Vergleiche mit den Madrider Zuganschlägen vom 11-M sind unvermeidbar. Auch damals sprach man von „schweren Fehlern“ und Geheimdiensten. Villarejo, der bereits Theorien zu diesem Anschlag ins Spiel gebracht hat, scheint entschlossen, die jüngste Geschichte Spaniens umzuschreiben. Der Unterschied ist, dass der 17-A weniger Medienaufmerksamkeit erhielt. Vielleicht weil die Opfer ausländisch waren, oder weil die Unabhängigkeitsfrage dominierte. Der Fall bleibt offen, und unbeantwortete Fragen häufen sich.
Villarejos Erklärung brachte keine Beweise, lenkte den Blick aber auf eine unbequeme Tatsache: Der CNI wusste, dass etwas im Gange war. Wenn die „Einschüchterung“ darin bestand, geschehen zu lassen, war das Ergebnis ein tödlicher Anschlag. Wenn es ein Fehler war, sollte jemand zurücktreten. Niemand hat es getan. Die spanische Politik hat eine unendliche Fähigkeit, schmutzige Wäsche zu begraben – bis jemand sie wieder ausgräbt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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