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Villarejo Beschuldigt Frankreich und Marokko für Madrider Zuganschläge
Ex-Polizeichef Villarejo behauptet, französische und marokkanische Geheimdienste hätten die Anschläge von 2004 inszeniert – eine unbelegte These, die alte Wunden aufreißt.
Villarejo bringt französischen und marokkanischen Geheimdienst mit den Madrider Zuganschlägen in Verbindung
Kann eine einzelne Aussage eine zwei Jahrzehnte alte Wunde wieder öffnen? Genau das hat der ehemalige Polizeikommissar Villarejo getan, indem er behauptete, die Dienste der französischen und marokkanischen Geheimhaltung hätten die Anschläge vom 11. März 2004 (11-M) orchestriert. Das Zirkulieren dieses Zitats in sozialen Medien erfolgt ohne jegliche öffentlich vorgelegten Dokumente zur Untermauerung. Dennoch reicht es aus, um eine Debatte neu zu entfachen, die in Spanien nie wirklich abgeschlossen war: Wer stand hinter den Anschlägen von 2004, und warum ließ die offizielle Untersuchung so viele Fragen offen?
Was behauptet Villarejo über die 11-M-Anschläge?
Die virale These ist kurz, aber eindringlich: Die Anschläge waren nicht das Werk einer autonomen dschihadistischen Zelle, sondern von den Geheimdiensten Frankreichs und Marokkos. Diese Behauptung wird Villarejo zugeschrieben und ohne dokumentarische Belege verbreitet, hat sich jedoch im öffentlichen Diskurs festgesetzt. Eine zweite Ebene kommt hinzu: dass die Finanzierung des Anschlags über ein venezolanisches Konto abgewickelt worden sei. Solche Details verwandeln Gerüchte in geschlossene Narrative, bleiben aber bei Nachfrage nach Beweisen in der Luft hängen.
Warum wird Villarejos Zeugenaussage angezweifelt?
Der erste Einwand ist prozessualer Natur, nicht ideologisch: Die Aussage eines Mannes, gegen den gerichtliche Verfahren laufen, hat einen Beweiswert nahe null. Kritiker weisen zudem auf den Bestätigungsfehler hin: Quellen, die genau das sagen, was man hören möchte, werden ungefiltert akzeptiert und zum Beweis erhoben. Umgekehrt wird bei Missfallen am Boten auch die Botschaft diskreditiert. Der Ad-hominem-Fehlschluss macht eine Aussage nicht falsch, lässt sie aber unverifiziert. Und dort bleibt sie auch stehen.
Warum werden Frankreich und Marokko beschuldigt?
Diese Versionen rekonstruieren ein Motiv mit drei Komponenten. Erstens der marokkanische Thron: Mohammed VI bestieg 1999 den Thron in einer Gesellschaft, die Veränderungen forderte, und suchte einen äußeren Feind als Ventil, wobei die Krise um die Insel Perejil als Referenz diente. Zweitens Paris: Dem damaligen Präsidenten Chirac wird unterstellt, er habe eine spanische Regierung bestrafen wollen, die mit Washington und London im Irak konform ging und zudem Spaniens Gewicht in der EU durch den Vertrag von Nizza erhöht hatte. Drittens die NATO: Frankreich trat in die Militärstruktur ein, während Marokko seine Rolle als bevorzugter Verbündeter in der Straße von Gibraltar festigte.
Dies ist ein geopolitisches Narrativ, kein Beweis. Es passt jedoch zu einer breiteren Lesart: dass Spanien für seine atlantische Ausrichtung einen Preis zahlte und der spätere Truppenabzug aus dem Irak als Kurskorrektur gewertet wurde.
Der unbeseitigte Verdacht: Zusammenarbeit von innen
Hier wird die Angelegenheit unangenehm. Manche argumentieren, ein Anschlag dieser Größenordnung könne nicht ohne Zusammenarbeit aus dem Inneren des Staates ausgeführt worden sein, und weisen darauf hin, dass Schlüsselfiguren in Sicherheit und Geheimdiensten danach befördert wurden. Als Verdacht, nie als bewiesene Tatsache, werden die sofortige Zerstörung der betroffenen Züge und das Abwaschen der Explosivstoffproben mit Aceton genannt. Auch Zeugen, die den vermeintlichen Organisator identifizierten, gelten als zumindest fragwürdig glaubwürdig.
Keine dieser Behauptungen verfügt über eine solide gerichtliche Grundlage. Die immer wieder genannte Konsequenz ist eine Untersuchungskommission, die zur Farce wurde, und ein Prozess, der laut diesen Versionen mit einem unschuldig Inhaftierten endete.
Vom Anschlag zur Kriegshypothese
Die Ablenkung ist vorhersehbar: Vom 11-M springt die Diskussion zur Frage, ob Spanien es sich leisten kann, Marokko anzuklagen. Die vorsichtigste zirkulierende Antwort lautet, dass Rabat keinen offenen Konflikt ohne Zustimmung Washingtons eingehen würde und einseitige Schritte Spanien isolieren würden gegenüber der arabischen Welt und seinen europäischen Partnern. Diplomatie, so diese Strömung, sei die einzige reale Waffe eines Landes, das keine Supermacht ist.
Gegner fordern kraftvolle Antworten und Beziehungsabbrüche, mit alternativen Bündnissen, die eher wie Dampfventile denn wie Staatspläne klingen.
Konsequenzen der Aussage
Keine nachweisbaren. Im verfügbaren Material taucht keine offizielle Überprüfung oder wiederaufgenommene Klage aufgrund dieser Worte auf. Das einzig Überprüfbare ist die Rückkehr des Themas: zwanzig Jahre lang dasselbe wiederholen, mit dem Gefühl, dass niemand für Schweigen bezahlen wird, und die Debatte flackert periodisch auf, dreht sich im Kreis und erlischt folgenlos.
Dort steht die Diskussion, und dort wird sie wahrscheinlich bleiben. Die offizielle Version hat ein Urteil; die Alternativen haben Fragen. In Spanien ist der Unterschied zwischen ihnen zwei Jahrzehnte später verdächtig identisch: Welche wird gelehrt, und welche wird geflüstert?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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