Vier Tote bei Einsturz in Palma de Mallorca

Vier Tote und 27 Verletzte beim Einsturz des Medusa Beach Club: Auslastung und Genehmigungen des Lokals geraten unter Verdacht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vier Tote bei Einsturz in Palma de Mallorca
Vier Tote und 27 Verletzte nach Deckeneinsturz in Palma

Der Medusa Beach Club stürzte nicht komplett ein; eine Etage brach zusammen. Gegen 20.30 Uhr gab die Decke der ersten Etage dieses Restaurants an der Calle Cartago, direkt am Strand von Playa de Palma, nach und fiel mit Kunden und Mitarbeitern im Keller darunter. Die vorläufige Bilanz lautet vier Todesopfer und 27 Verletzte, einige davon schwer, mit mehr als einem Dutzend Einsatzwagen des Rettungsdienstes (061) und einer gesperrten Straße, während Nationalpolizei, Stadtpolizei und Feuerwehr von Palma arbeiten. Um 22:14 Uhr warnte die Stadtpolizei, dass die Zahl der Toten steigen werde.

Das Lokal war voll besetzt. Die touristische Hochsaison hatte bereits begonnen, und es befanden sich zahlreiche Gäste, viele davon ausländisch, sowie Personal im Gebäude. Augenzeugen beschreiben tanzende Kunden auf der oberen Etage kurz vor dem Zusammenbruch. Die Verletzten wurden über die Rückseite evakuiert, die zur Calle Trasimé führt. Der Bürgermeister Jaime Martínez begab sich zum Ort des Geschehens, und die Präsidentin der Regionalregierung (Govern), Marga Prohens, sprach den Angehörigen der Opfer ihr „Beileid und Mitgefühl“ aus.

Hält eine Wohnhausdecke 400 tanzende Personen aus?

Ein vorläufiger Bericht deutet auf die Überbelastung der ersten Etage als mögliche Ursache des Einsturzes hin, und hier hört das Unglück auf, ein bloßer Schicksalsschlag zu sein, und beginnt wie ein vorhersehbares strukturelles Problem auszusehen. Decken eines Wohngebäudes werden für häusliche Lasten berechnet; manche geben diese technische Widerstandsfähigkeit mit etwa 200 Kilogramm pro Quadratmeter an. Eine Tanzfläche mit Hunderten Menschen darauf vervielfacht diesen Wert, ohne dass jemand einen Plan ändert.

Die im Diskurs am häufigsten zitierte Erklärung ist die der Resonanz. Armeen brachen schon immer den Gleichschritt beim Überqueren von Brücken ab, denn der synchronisierte Rhythmus kann in die Vibrationsfrequenz der Struktur eintreten und diese verstärken. Das hat der Reggaeton nicht erfunden, aber er praktiziert es jede Nacht in Lokalen, die nie dafür ausgelegt waren. Die klassische Anekdote, erzählt von einem Branchenexperten, betrifft einen aufblasbaren Pool mit 60-80 Zentimetern Wassertiefe auf einem Penthouse: 800 Kilogramm pro Quadratmeter Zusatzlast und der Nachbar unten mit Rissen.

Die Genehmigung, die eine Kapazität von 20 auf 300 hochsetzt

Die zweite Front ist administrativ. Ein Projekt wird für bestimmte Nutzungsannahmen erstellt; dann kommt der Eigentümer, ändert die Nutzung, und wie ein Experte zusammenfasst, wo einst ein Restaurant für zwanzig Gäste war, funktioniert nun eine Diskothek, die für hundert zugelassen ist, mit dreihundert Menschen darin. Es wird argumentiert, dass die schwächste Gliedkette die Inspektionen und die Betriebs- sowie Umbaugenehmigungen sind, die streng überprüft werden sollten, besonders in einem öffentlichen Lokal.

Und genau dort liegt das Unbehagen, das mehrere Beteiligte äußern: Die Verantwortung tendiert dazu, auf den letzten in der Kette zu fallen, sei es der Besitzer oder der Techniker, der das Dokument unterschrieb, während die kommunale Kontrolle – diejenige, die die Genehmigung erteilt und Gebühren kassiert – im Dunkeln bleibt. Für sie gibt es selten einen reinen Unfall: Es gibt eine Änderung ohne Projekt, eine Gefälligkeitsinspektion oder eine magisch gewachsene Kapazität.

Ein altes Gebäude und eine Dachterrasse ohne kommerzielle Nutzung

Die Daten, die über das Objekt ans Licht kommen, beruhigen nicht. Ein Teilnehmer datiert das Gebäude auf 1955 und weist darauf hin, dass es 2009 laut seinen Unterlagen als Lokal mit einer gedeckten Etage geführt wurde, die als Dachterrasse diente und ohne kommerzielle Nutzung registriert war. Wer die Fotos der Feuerwehr gesehen hat, beschreibt Decken aus Betonbalken und Hohlziegeln ohne sichtbare Druckbewehrung oder Verstärkung: Bei dieser Bauart, wenn ein Balken versagt, fallen zwei Reihen Hohlziegel zu Boden.

Die von einigen angeführte Hypothese der Aluminose findet bisher keine dokumentarische Bestätigung. Der andere Aspekt der Sache ist das Alter kombiniert mit der Meeresnähe, was die Strukturen degradiert. Und ein dritter Punkt: die Dachterrasse, die einst Terrasse war, dann überdacht und mit Tischen und Menschen gefüllt wurde. Die Änderung der Raumnutzung ohne Neuberechnung der tragenden Struktur ist die billigste Art, das Geschäft zu erweitern, und die teuerste, um es herauszufinden.

Wer die Berechnung signiert und wer letztlich haftet

Bei der Schuldzuweisung gibt es ein grundlegendes berufliches Durcheinander. Im Baugewerbe unterzeichnet der Architekt den Ausführungsplan und haftet für die Struktur, auch wenn er die Berechnung vergibt; der Tiefbauingenieur darf weder ein Wohnhaus noch ein 20-Quadratmeter-Lokal signieren. Wenn das Gebäude einstürzt, richtet sich der Fokus auf den Techniker, nicht auf die Verwaltung, die die Nutzungsänderung genehmigte.

Dass solche Dinge eine Erklärung haben und kein Pech sind, ist fast das Einzige, worin sich alle Seiten einig sind. Sie stimmen auch darin überein, dass Überlastung Warnzeichen sendet: Risse, Haarrisse, Türen, die nicht schließen. Das Problem ist, dass die Warnung immer zu früh kommt, wenn es noch Geld kostet, darauf zu hören.

Falls die Überlastung als Ursache bestätigt wird, wird die Rechnung zwischen Versicherungen, Eigentümern und einigen Technikern aufgeteilt, und die zuständige Stadtverwaltung wird behaupten, normkonform gehandelt zu haben. Das ist üblich. Mit der beginnenden Hochsaison und Tausenden Lokalen mit Musik auf Etagen, die einst Wohnungen waren, sollte man nicht darauf wetten, dass dies der letzte Schock gewesen ist.



Wichtige Fakten zum Vorfall

  • Vier Todesopfer und 27 Verletzte, einige schwer, in der vorläufigen Bilanz.
  • Einsturz gegen 20.30 Uhr im Medusa Beach Club, Calle Cartago.
  • Um 22:14 Uhr teilte die Stadtpolizei mit, dass die Zahl der Toten steigen werde.
  • Ein Teilnehmer datiert das Gebäude auf 1955 und weist darauf hin, dass es 2009 als Lokal mit einer als Dachterrasse genutzten, nicht kommerziellen Etage registriert war.
  • Wer die Fotos der Feuerwehr gesehen hat, beschreibt Decken aus Betonbalken und Hohlziegeln ohne Druckbewehrung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (180 Antworten).

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