Vermut in Spanien: 4 Euro pro Glas sorgt für Empörung

In spanischen Dorffesten kosten zwei Vermuts und Mini-Pinchos 14 Euro. Die Gastronomie erhöht Preise, während Kunden weiter zahlen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vermut in Spanien: 4 Euro pro Glas sorgt für Empörung
Dorffeste in Spanien: 4 Euro für einen leeren Vermut

Zwei Vermuts und zwei kleine Pinchos. Vierzehn Euro. Das ist die Rechnung, die das Gespräch eröffnet und eine Beschwerde zusammenfasst, die weit über eine Theke hinausgeht: Mitten im Patronatsfest, wenn das Dorf voller Einheimischer und Touristen ist, ist der Preis einer einfachen Bestellung zum Gradmesser für eine Gastronomie geworden, die bestimmte Schwellenwerte nicht mehr unterschreitet. Der Laden ist keine Franchise und kein Design-Imbiss: Es ist eine Kneipe wie früher. Und sie ist voll.

Der Verdacht, der durch die Angelegenheit geht, ist, dass es hier nicht mehr um Rohstoff-Inflation geht. Es geht darum, den Preis zu erhöhen, solange die Kunden schlucken. Die Rechnung ist einfach: Wenn das Glas mit vier Euro genauso gefüllt wird wie mit zwei, dehnt sich die Marge aus, und der zahlende Kunde wird unfreiwillig zum Geschäftspartner.

Was eine Runde auf dem Fest wirklich kostet

Die Beispiele häufen sich und zeichnen eine Spanne von Tragbarem bis direkt Abschreckendem. Ein Sandwich mit einem kleinen Bier: 18 Euro. Ein Longdrink im Cider-Glas: 6 Euro, und zwar kein billiger Fusel. Ein traditioneller Pincho: zwischen zwei und drei Euro für eine Brotscheibe mit irgendetwas drauf. Die wiederkehrende Schlussfolgerung ist, dass der Pincho, mehr als das Getränk, dort ist, wo sich das Gefühl des Betrugs konzentriert.

Der Vergleich mit dem Supermarkt ist unvermeidlich und taucht in verschiedenen Teilen des Gesprächs auf: Mit 14 Euro kann man zu Hause ein paar Tage essen. Das Fassbier hat jedoch einen schwer zu widerlegenden Fürsprecher: Nichts schlägt den Geschmack eines gut gezapften Glases (Caña), mit seinem Gas und seiner Kälte. Flaschenbier aus dem Kühlschrank schmeckt nicht gleich. Und da liegt der Knotenpunkt: Man zahlt den Preis nicht nur für die Flüssigkeit, sondern für den Zapfhahn, die Theke und die Gesellschaft.

Das Drei-Monats-Geschäft und die Kasse für den Rest des Jahres

Es gibt eine strukturelle Erklärung, die oft unter der Wut des Kunden verloren geht. Die Dorfkneipe hat drei Monate Zeit, um ihr Geld zu verdienen. Von Mitte Oktober bis Ostern verkauft man kaum eine Kroketta: Man muss den Laden für die wenigen Bewohner offen halten, mit laufender Kaffeemaschine und bereitstehenden Kameras, falls jemand hereinkommt. Holz für den Ofen und Heizung sind ein anderes Kapitel. So gesehen ist der Sommer kein Raub: Er ist die Saison, die das ganze Jahr bezahlt.

Das Problem ist, dass diese Logik, die in einem kleinen Dorf vernünftig ist, auch in Gebieten mit ganzjähriger Frequenz angewendet wird. Und dort bröckelt das Argument. Wenn der Laden an einem gewöhnlichen Dienstag voller Touristen und Nachbarn ist, erklärt die Saison den Preis nicht mehr.

Mehrwegbecher, bezahlter Snack und andere Innovationen

Unter den kursierenden Anekdoten gibt es eine, die wie eine perfekte Karikatur funktioniert: Separat für den Plastikbecher kassieren, um den Planeten zu retten, und den Kunden bitten, ihn mehrere Tage von zu Hause mitzubringen, um ihn wiederzuverwenden. Die Antwort des Personals war, nebenan am Kiosk zu trinken. Die Maßnahme, gedacht als Nachhaltigkeit, endete als Steuer für die Verweilenden.

Hinzu kommt die Verwirrung darüber, was man bezahlt: Bezahlter Pincho oder kostenlose Tapa. Die kostenlose Tapa, diese spanische Erfindung, die jahrzehntelang das beste Marketing der nationalen Gastronomie war, wird zum Luxusgut. Und die Vermut-Sitzung der Pfarrfeste, argumentieren einige, sollte UNESCO-Welterbe sein: Es gibt wenige wichtigere Momente im Jahr, und wenn man vier Euro für eine Bestellung zahlen muss, dann zahlt man sie.

Die Alternative für die, die nicht schlucken

Die häufigste Antwort ist nicht Protest: Es ist Fernbleiben. Zu Hause bleiben, im Supermarkt einkaufen, den Kühlschrank mit Eiswürfeln, Bier und einem Korb mit zwei Broten, Chorizo, Salami und einer Tortilla de Patatas füllen. Zwanzig Euro, alle Kollegen eingeladen, und man steht als Gott da. Das Fest verlagert sich von der Bar ins Treppenhaus.

Der Gegenpol ist derjenige, der behauptet, das Problem sei nicht der Preis, sondern die Gewohnheit. Wenn die Leute weiter ohne Widerspruch zahlen, ist Preiserhöhung rational. Den Vermut auf zehn Euro zu setzen würde nichts ändern, sagen sie, weil die Kundschaft trotzdem käme. Das einzige Signal, das der Markt versteht, ist eine leere Kasse.

Posing als Wirtschaftsmotor

Unter dem Preis liegt eine unangenehmere Ebene: die des Ausgaben-Zeigens vor Publikum. Die wiederholte These ist, dass in Spanien das Bild, das wir anderen projizieren, stark wiegt, und dass diese Haltung das Land auf allen Ebenen belastet. Wer vier Euro für einen leeren Vermut zahlt, tut dies nicht immer, weil er Geld übrig hat: Er tut es, weil das Nichtteilnehmen an der Runde soziale Kosten hat.

Hinzu kommen Konsumschulden und Kreditkarten im Höchststand. Die Warnung, die im Raum steht, ist eine neue Version von 2008, diesmal schlimmer. Niemand weiß, ob es so weit kommt. Was sicher ist: Die Rechnung an der Theke passt nicht mehr zum Durchschnittsgehalt, und das Fest bleibt voll.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (168 Antworten).

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