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Verfassungsgericht ebnet Puigdemonts Rückkehr im Streit mit dem Obersten Gericht
Das spanische Verfassungsgericht ebnet den Weg für die Amnestieanwendung bei Untreue, was die Rückkehr von Carles Puigdemont ermöglichen könnte.
Das spanische Verfassungsgericht hat entschieden, dass das Amnestiegesetz auch auf den Delikt der Untreue (malversación) anzuwenden ist, was die Rückkehr von Carles Puigdemont nach Spanien erleichtern könnte.
Das Verfassungsgericht (Tribunal Constitucional) hat einen wichtigen Schritt zur Anwendung des Amnestiegesetzes getan, indem es beschloss, dass diese Gnadenmaßnahme auf das Delikt der Untreue ausgeweitet werden muss. Diese Entscheidung öffnet die Tür für die Rückkehr von **Carles Puigdemont**, dem ehemaligen Präsidenten der Generalitat de Catalunya, der sich im belgischen Exil befindet. Der Beschluss des höchsten Gerichts, der mit Mehrheit im Plenum gefasst wurde, lehnt den ursprünglichen Berichtsentwurf eines konservativen Richters ab, der sich gegen die Amnestieanwendung in Fällen wie dem des ehemaligen Regionalministers **Jordi Turull** aussprach.
## Eine Wende bei der Untreue
Der Schlüssel zu dieser Entscheidung liegt in der Auslegung des Delikts der Untreue, ein wichtiger Streitpunkt mit dem Obersten Gericht (Tribunal Supremo). Der Richter des Obersten Gerichts **Pablo Llarena** hat bislang vertreten, dass Untreue nicht amnestiert werden sollte, mit dem Argument, dass es zwar keine direkte Bereicherung gab, aber öffentliche Mittel für illegale Zwecke verwendet wurden, wie das Referendum vom 1. Oktober **2017**. Die Mehrheit des Verfassungsgerichts scheint jedoch einen anderen Maßstab übernommen zu haben und steht damit im Einklang mit der Auslegung, die eine breitere Anwendung der Amnestie anstrebt.
Diese Wende des Verfassungsgerichts erfolgt nach einer vorherigen Unterstützung der Gnadenmaßnahme durch den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH). Das europäische Gericht hatte eines der Argumente des Obersten Gerichts gegen die Amnestie verworfen, das sich auf die Beeinträchtigung der finanziellen Interessen Europas bezog. Nun ist das Verfassungsgericht erneut im Zentrum dieses komplexen Geflechts, wenige Tage nachdem das Oberste Gericht einen Antrag von **Puigdemont** abgelehnt und den nationalen Haftbefehl gegen ihn aufrechterhalten hatte.
## Nächste Schritte und Rechtsmittel
Die Entscheidung des Plenums des Verfassungsgerichts bedeutet nicht die automatische Genehmigung der Amnestie für alle Beteiligten. Der Richter **José María Macías**, dessen ursprünglicher Berichtsentwurf abgelehnt wurde, wird im für den **6. Oktober** angesetzten Plenum einen neuen, an die Mehrheitskriterien angepassten Vorschlag vorlegen. In derselben Sitzung wird über das Verfassungsbeschwerdeverfahren der ehemaligen Regionalministerin **Dolors Bassa** entschieden; von dem Präsidenten des Verfassungsgerichts, **Cándido Conde-Pumpido**, wird ein zustimmender Berichtsentwurf erwartet.
Weitere Verfassungsbeschwerden, darunter die von **Carles Puigdemont**, dem ehemaligen Vizepräsidenten **Oriol Junqueras** und ehemaligen Regionalministern wie **Raül Romeva**, werden in den folgenden Plenarsitzungen behandelt. Damit die Amnestie für **Puigdemont** und die übrigen Angeklagten und Verurteilten wirksam wird, muss der Rechtsauffassung des Richters **Pablo Llarena** überwunden werden. Die Rechtslage ist weiterhin in Bewegung, und die endgültige Anwendung der Amnestie hängt davon ab, wie diese Rechtsmittel entschieden werden und wie die Gerichte die europäischen und nationalen Urteile und Beschlüsse auslegen.
## Politische Reaktionen
Die Entscheidung des Verfassungsgerichts hat im politischen Bereich verschiedene Reaktionen ausgelöst. **Jordi Turull**, Generalsekretär von Junts, hat den Beschluss als eine „absolute Missbilligung aller Richter, die es vorgezogen haben, Politik zu betreiben, politischen Aktivismus, statt ihrer Pflicht nachzukommen, das Amnestiegesetz anzuwenden“, interpretiert. Die Sprecherin der PNV im Abgeordnetenhaus, **Maribel Vaquero**, freute sich darüber, dass das Delikt der Untreue in die Amnestie einbezogen wurde, und bezeichnete den Vorgang als eine „Judikalisierung der Politik“. Von EH Bildu erklärte **Gorka Elejabarrieta**, dass **Puigdemont** und die „Repressalienopfer“ bereits seit Langem frei und mit vollen Rechten sein sollten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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