Verdunstungskühler: 60 Watt, die nicht kühlen wie versprochen

Ein Verdunstungskühler für 79 € und 60 W funktioniert in trockenen Klimazonen, an der Küste bei 80 % Luftfeuchtigkeit bewegt er aber nur Luft. Das Kleingedruckte des Botijo-Effekts.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Verdunstungskühler: 60 Watt, die nicht kühlen wie versprochen
Verdunstungskühler: 60 Watt, die nicht kühlen wie versprochen

Ein Gerät für 79 Euro, das 60 Watt verbraucht, mit Wasser befüllt wird und verspricht, die Wohnung zu kühlen. Klingt nach der eierlegenden Wollmilchsau: maximale Effizienz, minimale Kosten. Die Realität sieht laut denen, die das Ding zu Hause hatten, deutlich weniger episch aus: feuchte Luft, Rollgeräusche und ein Gefühl, das sich kaum von einem gewöhnlichen Ventilator unterscheidet. Entscheidend ist nicht das Gerät, sondern wo man wohnt.

Was ein Verdunstungskühler ist und wie er funktioniert

Das Prinzip ist alt: Verdunstungskühlung, in Spanien als „Botijo-Effekt" bekannt. Heiße, trockene Luft strömt durch ein feuchtes Filter, das Wasser verdunstet und entzieht der Luft Wärme. Je trockener die Umgebung, desto kühler die Luft. In Wüstengebieten oder Binnenregionen mit niedriger relativer Luftfeuchte funktioniert das System und ist beliebt. An der Mittelmeerküste mit 80 % Luftfeuchtigkeit gibt es nichts zu verdunsten, und das Ganze bleibt ein teurer Ventilator.

Die Psychrometrie — das Verhältnis von Temperatur und Luftfeuchtigkeit — erklärt den Rest. Ist die Luft bereits mit Wasserdampf gesättigt, kühlt zusätzliches Wasser nicht: Es macht nur nass. Dieses Argument beendet die Debatte zwischen denen, die das Gerät verteidigen, und denen, die es ins Geschäft zurückbringen.

Der Lärm, die Walze und der Schimmel: das Kleingedruckte

Der Verbrauch beträgt 60 W, ja. Aber der Lärm ist laut Nutzern mit einem Ventilator auf höchster Stufe vergleichbar. Der Mechanismus enthält eine Textilwalze, die sich dreht, um Wasser aufzunehmen, und sich nicht zum Waschen ausbauen lässt. Stehendes Wasser erzeugt mit der Zeit Schimmel und Geruch. Manche empfehlen, ihn gelegentlich mit Bleiche zu reinigen.

Das häufigste Erlebnis ist die Enttäuschung: „Ein Ventilator kühlt besser", fasst ein Teilnehmer zusammen. Ein anderer merkt an, dass die austretende Luft sich nicht von der eines normalen Ventilators unterscheidet, mit oder ohne Wasser im Tank. Und ein Dritter erinnert sich, dass sein Gerät schließlich im Schrank landete.

Der Eis-Trick und der Fenster-Ventilator

Die kursierende Bastellösung: einen gewöhnlichen Ventilator hinter einen Eisblock stellen. Kühlen tut es etwas, aber das Eis wird innerhalb einer Stunde zur Suppe. Andere schwören auf einen Fenster-Ventilator, der nachts Außenluft hereinzieht: mit weniger als 100 W für beide Geräte schläft man in vielen Sommernächten gut.

Für feuchte Klimazonen lautet die Empfehlung eine andere: Entfeuchter oder Klimaanlage. Ein modernes Inverter-Splitgerät lässt den Raum nicht wie alte Geräte einfrieren — das Argument derer, die die Klimaanlage wegen früherer Erfahrungen ablehnen.

Das Fazit: Es hängt von der Luftfeuchtigkeit ab, nicht vom Preis

Das Gerät ist kein Betrug, aber auch kein Wundermittel. In Madrid, Saragossa oder im Landesinneren Andalusiens, bei Luftfeuchtigkeit unter 40 %, kann es sinnvoll sein. Auf Mallorca, in Valencia oder an jeder Küste mit hoher Luftfeuchtigkeit sind 79 Euro zum Fenster hinausgeworfen. Eine Prognose, mit Vorbehalt: Sie werden sich im Sommer weiter verkaufen — und im September weiter zurückgegeben werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (31 Antworten).

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