Vater leiht 30.000 € zur Geburt des Sohnes für 25 Jahre Anlage

Ein Vater plant, bei der Geburt seines Sohnes 30.000 € zu leihen und diese 25 Jahre lang anzulegen, um 350.000 € zu erreichen. Forennutzer bezweifeln die Renditeprognosen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vater leiht 30.000 € zur Geburt des Sohnes für 25 Jahre Anlage
Vater leiht 30.000 € zur Geburt des Sohnes für 25 Jahre Anlage

Ein 35-jähriger Mann mit 160.000 € in börsengehandelten Fonds (ETFs) und 35.000 € in Kryptowährungen erwägt, genau zum Zeitpunkt der Geburt seines Kindes einen Privatkredit über 30.000 € aufzunehmen. Das Geld soll in ein Portfolio aus 50 % SCHD, 20 % QQQM und 30 % VGT fließen. Die Berechnung geht davon aus, dass sich die 30.000 € in 25 Jahren in 350.000 € verwandeln, was etwa 200.000 € heutiger Kaufkraft entspricht und monatlich rund 500 € Dividenden abwerfen könnte. Der Haken am Plan ist eine Rate von ca. 570 € pro Monat über fünf Jahre, die der Kreditnehmer nach eigener Aussage problemlos tragen kann.

Der Vorschlag löste eine Diskussion aus, in der kaum jemand dem optimistischen Szenario Glauben schenkte, auch wenn einige die Absicht lobten.

Was kostet der Kredit über 30.000 Euro wirklich?

Die erste Zahl, die die Idee entkräften soll, stammt von der Bank selbst. Eine Simulation auf der Website von ING ergibt einen effektiven Jahreszins von 6,37 % unter den besten Bedingungen, was etwa 5.000 € gezahlter Zinsen am Ende der fünf Jahre bedeutet. Diese Kosten sind nicht fiktiv: Sie werden aus derselben Tasche bezahlt, die bereits 160.000 € in Aktien investiert.

Das Argument des Kreditnehmers hat eine formale Logik. Den Verkauf eines Teils seines Portfolios, um dem Neugeborenen 30.000 € zu schenken, würde Steuerzahlungen auslösen: Er berechnet, dass er bei der Hälfte der Gewinne etwa 3.000 € Steuern zahlen müsste. Zudem wirft das gleiche Geld in seinem Portfolio eine höhere Rendite ab als die Bank verlangt.

Hier beginnt die Uneinigkeit. Denn diese Differenz hängt von einer zukünftigen Rendite ab, die niemand garantiert hat, während der Zinssatz des Kredits vertraglich festgelegt ist.

Warum nicht stattdessen 570 Euro monatlich investieren?

Dies ist der häufigste Einwand: Die Kreditrate nutzen, um über 25 Jahre hinweg monatlich Fonds zu kaufen. Nach dieser Überlegung kann man am Ende 0 € oder 300.000 € haben, je nach Marktverlauf, aber ohne Schuldenlast, falls der Markt direkt zu Beginn schlecht läuft.

Die grundlegende Kritik geht über reine Arithmetik hinaus. Wenn die Investition so rentabel wäre wie angenommen, sollte geliehenes Geld dorthin fließen, ohne dass man einen Kredit mit 10 % Zinsen aufnehmen muss, wird argumentiert. Sich zu verschulden, um alles auf einmal zu investieren, wenn man den Einstieg staffeln könnte, liest sich wie der Kauf einer Momentaufnahme des Marktes statt eines Durchschnittswerts.

Manche erinnern zudem an eine häusliche Situation: Just zur Geburt eines Kindes zu hebeln (Leverage), erhöht die Starrheit des Familienbudgets in einem Moment, in dem das Leben weniger vorhersehbar wird.

Die 16 % jährliche Rendite kollidieren mit Inflation und Nasdaq

Die Berechnungen des Plans basieren auf Renditen, die offen angezweifelt werden. Gegenüber den im optimistischen Szenario genannten 16 % jährlich gibt es Empfehlungen, die Erwartungen auf 8–10 % zu senken, mit einer spezifischen Warnung vor Wachstumsfonds und dem Nasdaq: Sie steigen stärker, aber bei ernsten Einbrüchen fallen sie ins Bodenlose, und ihr jüngstes Verhalten erklärt sich größtenteils durch die KI-Blase.

Auch die Interpretation der Inflation wird hinterfragt. Die nominellen 350.000 € entsprechen unter der angewendeten Annahme etwa 200.000 € von heute. Fast die Hälfte des Ergebnisses verschwindet unterwegs, bevor jemand einen Euro anfasst.

Der Autor des Plans verteidigt sich mit einem statistischen Argument: Die Wahrscheinlichkeit, genau den Höhepunkt des nächsten Jahrzehnts zu erwischen, sei sehr gering, zwischen 2 % und 5 %. Der gegenteilige Fall, zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt der letzten 50 Jahre zu kaufen, wird im Thread ebenfalls mit detaillierten Berechnungen und einem Diagramm betrachtet.

Wenn der Sohn 25 wird: Einkommen oder neues Auto?

Hier verlässt die Debatte die Zahlenwelt. Ein 25-Jahres-Plan übergibt die Kontrolle an eine Person, die keine der Entscheidungen getroffen hat. Der häufigste Einwand ist, dass es reicht, wenn der Begünstigte lieber ein Auto kauft, damit das gesamte Gebäude an einem Nachmittag zusammenbricht.

Die mehrheitliche Antwort ist nicht, die Hilfe zu verweigern, sondern die Reihenfolge zu ändern. Verwaltung lehren, dabei helfen, gute Werte und Arbeitsbereitschaft vermitteln, den Willen zur Verbesserung fördern. Die Idee, dass er reich geboren wird und keinen Cent braucht, beruht auf Bildung, nicht auf Einkommen.

Dem gegenüber stehen jene, die dafür plädieren, Vorteile zu gewähren: Man sollte denen, die einem wichtig sind, maximal helfen, weil der Rest der Welt egal ist.

Alternativen: Gold-Sovereigns, DCA und bedingte Schenkungen

Aus dem Austausch ergeben sich mehrere konkrete Formeln. Drei Gold-Sovereigns pro Jahr kaufen, bis das Kind 18 ist, und dann sehen, was passiert. Regelmäßige Einzahlungen in Indexfonds auf den S&P 500 und Nasdaq 100. Ein Selbstkredit, um den Einstieg zu staffeln, ohne bei der Bank zu unterschreiben.

Ein anderer Vorschlag ändert den Anreiz: 30.000 € für die Anzahlung einer Wohnung versprechen, wenn der Sohn seinen ersten Job bekommt und heiratet, was das Geld an eine Lebensentscheidung bindet, statt es einfach herzugeben. Und es kommt die Erinnerung, dass, wenn das Portfolio tatsächlich Erträge abwirft, der steuerliche Rahmen und die Besteuerung von Ersparnissen nicht unbedingt positiv wirken.

Als sicher angenommene Steuerbefreiungen

Der letzte Teil der Analyse ist eine technische Diskussion über Steuern. Es wird behauptet, dass eine Befreiung von 5.500 € auf Spar-Einkünfte angewendet wurde, wobei Agenturen Tausende von Steuererklärungen bearbeiten. Die Entgegnung lautet, dass diese Befreiungen für Arbeitseinkommen gelten und dass Kapital gemäß dem Gesetz unter der Abgeltungssteuer (IRPF für Ersparnisse) besteuert wird. Es wird hinzugefügt, dass das Finanzamt mehrere Jahre Zeit hat, nicht eingezogene Beträge einzufordern.

Die Uneinigkeit wird nie aufgelöst. Eine Seite vertraut auf die Kriterien ihres Beraters; die andere warnt, dass das Ausbleiben von Forderungen nicht gleichbedeutend mit Zustimmung ist.

Damit bleibt die Rechnung: Ein 25-Jahres-Plan, dessen Tragfähigkeit von einer Rendite abhängt, die manche auf 16 % und andere auf 8 % schätzen, von einer Inflation, die fast die Hälfte des Ergebnisses auffrisst, und von einer Kreditrate, die ab dem ersten Monat gezahlt werden muss, egal was die Märkte tun.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (108 Antworten).

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