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USA: Zwei Jahre für Ersatz von Waffen an Ukraine
Die USA haben bereits ein Drittel ihrer Stinger- und Javelin-Raketen geliefert. Die Wiederbeschaffung dauert zwei Jahre, was die westliche Überlegenheit begrenzt.
Der Westen gewinnt bei Technologie, Russland bei Artillerie und Ausdauer
Die militärische Überlegenheit des Westens im konventionellen Krieg gilt als erwiesen: Das von den USA angeführte Bündnis spielt in einer anderen Liga, wie der Krieg in der Ukraine zeigt. Das US-Verteidigungsbudget übersteigt das aller anderen Länder zusammen, was oft als Beweis für Unbesiegbarkeit in einem Konflikt nach dem Muster des Zweiten Weltkriegs angeführt wird. Das Problem beginnt jedoch, wenn man vom Budget auf die tatsächlichen Bestände schaut.
Denn die Bestände haben konkrete Zahlen. Und diese Zahlen sind unbequem.
Ein Drittel der Stinger und Javelin bereits geliefert
Das häufigste Gegenargument betrifft die Lagerbestände. Die USA haben der Ukraine etwa ein Drittel ihrer Panzerabwehrraketen vom Typ Javelin und ihrer Luftabwehrsysteme vom Typ Stinger übergeben und eingeräumt, dass die Auffüllung mindestens zwei Jahre dauern wird. Auch die europäischen Bilanzen sind nicht besser: Spanien hat 200 Tonnen Ausrüstung aus seinen eigenen Reserven geliefert, Material, das aus dem regulären Bestand entnommen wurde.
Basierend darauf wird geschätzt, dass die USA einen intensiven Krieg maximal vier Monate durchhalten können. Russland hingegen setzt Artillerie mit Technologie aus dem Zweiten Weltkrieg ein – alte, ungenaue, aber reichlich vorhandene Munition – und kann dies laut dieser Analyse praktisch unbegrenzt tun. Die Asymmetrie ist offensichtlich: Der Westen liefert Präzision und gelenkte Munition; die Gegenseite liefert Masse.
Manche relativieren die Lieferungen damit, dass sie auch dazu dienen, Lager zu leeren, deren Bestände nach Jahren ohne offene Konflikte begannen sich zu verschlechtern. In dieser Version trifft ein Teil des Materials unter suboptimalen Bedingungen an der Front ein, was nicht immer nur Großzügigkeit oder Dringlichkeit widerspiegelt.
Sieg durch Lawane: 730.000 Tote in fünf Jahren
Der zweite Pfeiler der Argumentation ist nicht technologisch, sondern demografisch. Die russische Militärdoktrin konkurriert, so heißt es, nicht durch Koordination oder Flexibilität, sondern durch eine Lawine: den Zeitfaktor eliminieren und Abnutzung akzeptieren. Die zirkulierende Rechnung ist simpel und brutal: 400 getötete Ukrainer pro Tag über fünf Jahre ergeben 730.000 Verluste, im Austausch gegen etwa 300.000 eigene Opfer. In dieser Gleichung ist die Uhr kein Feind.
Der Einwand lautet, dass dieses Russland nicht mehr existiert wie die Sowjetunion. Eine Gesellschaft, die Propaganda konsumiert und Zahlen verheimlicht, ist ihren Toten gegenüber ebenfalls nicht gleichgültig, und die Ukraine war Teil desselben Blocks mit ähnlichen Empfindlichkeiten. Die Rechnung der Lawine ist arithmetisch korrekt, soziologisch jedoch fragwürdig.
Der Flughafen Kiew und der Satellitenkrieg
Das Ereignis, das die angebliche westliche Überlegenheit am besten illustriert, ist der Angriff auf den Flughafen Kiew in den ersten Stunden der Invasion. Nach einer weit verbreiteten Version verlor das russische Kontingent den Überraschungseffekt, weil die Verteidiger die Truppenstärke, die Bewaffnung, das genaue Ziel und sogar den Flugplan kannten. Am Boden kämpften Ukrainer; die Informationen und die Technologie, so das Argument, waren westlich.
Ein weiterer wichtiger Nuance: Die anwesenden ausländischen Truppen fungierten als Berater und Ausbilder, nicht als Kampfeinheiten. Hundert Elite-Operateure entscheiden keine Schlacht, aber indem sie Tausende Soldaten ausbilden, vervielfachen sie ihre Wirkung. Mit diesem Cocktail – leichter Munition, Echtzeit-Satellenaufklärung und Befehlsführung vor Ort – hätte die Ukraine die russische Offensive auf Kiew und Charkiw gestoppt und dabei über 20.000 Verluste verursacht. Atomwaffen aus der Gleichung zu streichen und zu behaupten, Russland halte keinen Monat gegen die NATO stand, ist die am häufigsten wiederholte Schlussfolgerung.
Von Afghanistan bis Jemen: Die Grenze ist politisch, nicht militärisch
Hier zeigt sich die Kehrseite der westlichen Geschichte. Der Rückzug aus Afghanistan wird nicht als militärische Niederlage gelesen, sondern als Unfähigkeit, ein Lebensmodell zu verkaufen, das zusammenbrach, sobald die Truppen abgezogen wurden. Manche erinnern daran, dass man gegen ein bombardiertes Land ohne Grenzen nicht dieselben Maßstäbe anlegt wie gegen eine Armee, die von einem Dritten ausgebildet und bewaffnet wurde, mit S-300-, BUK M1- oder Pantsir-Luftabwehrsystemen vor Ort.
Das Beispiel, das zur Dämpfung des Optimismus herangezogen wird, ist Saudi-Arabien: beste westliche Ausrüstung, festgefahren im Jemen. Und eine unbequeme Frage schwebt im Raum: Wie würde eine westliche Armee auf eigene Verluste reagieren, wenn die Schwelle für die Forderung nach einem Waffenstillstand bei rund tausend Toten liegt?
Der Erzählstrang bricht: Krim, Janukowytsch und Legitimität
Parallel dazu driftete die Diskussion in die Vergangenheit. Ein Teil behauptet, die Ukraine habe sich nie von Russland gelöst, und erinnert daran, dass die ukrainische Republik ihr hundertjähriges Bestehen feiert; andere verweisen auf den Regierungswechsel von 2014, den Wahlsieg des abgesetzten Präsidenten und seine Amtsenthebung durch drei Viertel des Parlaments. Die gegenseitigen Vorwürfe regarding der Unterdrückung der Proteste bleiben ungeklärt, und keine der beiden Positionen schließt die Angelegenheit ab.
Dieser Abschnitt offenbart das Grundproblem. Der Krieg wird nicht nur mit Artillerie geführt: Er wird mit Narrativen geführt, und dort erweist sich die westliche Überlegenheit als weitaus weniger eindeutig.
Mit diesen Elementen ist die vernünftige Prognose eine reale westliche Überlegenheit in Technologie und Aufklärung, jedoch eingeschränkt durch industrielle Kapazitäten, die lange Kriege nicht durchhalten können. Wenn der Konflikt länger andauert, als die Lagerbestände zulassen, hört der Vorteil auf, militärisch zu sein, und wird zu einer Frage der wirtschaftlichen Belastbarkeit jedes Lagers. Diese Zahl hat noch niemand auf den Tisch gelegt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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