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USA erhöhen Ukraine-Hilfe um 100 Mio. Dollar
Biden unterzeichnet zusätzliche 100 Millionen Dollar für die Ukraine. Die USA prüfen die Lieferung von Langstrecken-Antischiffsraketen zur Aufhebung der russischen Schwarzmeer-Blockade.
USA ergänzen Antischiffsraketen und 100 Mio. Dollar im Schwarzmeer-Konflikt
Kann eine Seeblockade mit Raketen aufgehoben werden? Das Weiße Haus hat eine Exekutivordnung unterzeichnet, die zusätzliche 100 Millionen Dollar an Hilfe für die Ukraine vorsieht. Laut Reuters, unter Berufung auf US-Beamte, arbeiten die USA daran, Langstrecken-Antischiffsraketen zu liefern, um die russische Schließung des Schwarzen Meeres zu brechen. Auf dem Papier klingt das nach einem Wendepunkt. Im Detail ist die Sache jedoch verwickelter.
Warum ist die Blockade des Schwarzen Meeres nicht nur Russlands Sache?
Ein großer Teil der Sperrung wurde von der Ukraine selbst verursacht, indem sie ihre eigene Küste bei Odessa vermint hat, um eine russische Landung zu verhindern. Solange diese Minen dort liegen, wird kein Reeder einen Massengutfrachter ohne Sorgen bewegen. Eine Rakete räumt keine Minen. Dies ist der erste wichtige Punkt: Die Lieferung löst nur einen Teil des Problems und lässt die anderen zwei unberührt.
Sobald das Wasser frei ist, können Antischiffsraketen russische Schiffe von der Küste fernhalten. Hier endet aber auch schon der „Wunder“-Effekt. Eine solche Waffe schützt keinen Konvoi vor feindlichen Flugzeugen, Hubschraubern oder U-Booten, und der Seeverkehr benötigt gleichzeitig Schutz vor allen drei Bedrohungen. Eine Küstenbatterie ersetzt keine Flotte.
Das Inventar passt nicht: Panzerabwehrraketen oder Granaten?
Dies ist die zweite Diskussionsebene, rein buchhalterischer Natur. Es ist die Rede von hunderten erbeuteten westlichen Panzerabwehrraketen durch russische Truppen. Bei genauerer Betrachtung der Fotos zeigt sich jedoch etwas anderes: Der C-90 und der Panzerfaust 3 sind Einweg-Raketenwerfer (Granatwerfer) ohne Lenkung, keine gelenkten Raketen. Der Unterschied ist nicht semantisch, sondern betrifft Katalogisierung und Preis.
Der Streit verlagert sich auf das Bildmaterial. Mit 20 Fotos von Lagern und zurückgelassenem Material lässt sich ein Bestand von hunderten Einheiten nicht beweisen. Ebenso wenig hält die gegenteilige Version stand, wenn eine offizielle Quelle den Tod von nur einem Koch auf dem Flaggschiff angibt. An der Front ist es zudem normal, Material zurückzulassen: Es gibt Tausende von Gräben, Depots und Schützenstellungen, und wer sich zurückzieht, trägt nicht alles mit. Eine Gruppe von 300 Kämpfern des Asow-Regiments handelte in Mariupol ihre Übergabe aus und bestand darauf, nicht in Videos gezeigt zu werden. Diese Bedingung wurde nicht eingehalten.
Die Rechnung des Abnutzungskrieges
Die vorherrschende Logik ist ökonomisch. In einem langanhaltenden Konflikt hält durch, wer über mehr finanzielle und militärische Mittel verfügt. Heute neigt sich die Waage zugunsten der Vereinigten Staaten. Das Problem liegt darin, wo die Kosten verbucht werden. Die Rüstungsindustrie verschenkt nichts: Pakete werden aus europäischen Fonds finanziert, und manche warnen, dass dies letztlich Gesundheitswesen und Sozialausgaben kürzen wird, bevor andere Posten betroffen sind.
Das Szenario zur Einschätzung der sozialen Belastbarkeit ist nicht abstrakt. Immer wieder wird Diesel bei 3 Euro pro Liter als Schwelle genannt, ab der Unzufriedenheit nicht mehr nur eine Umfrage ist, sondern ein Problem der öffentlichen Ordnung. Als Referenz dienen die monatelangen Unruhen in mehreren US-Städten, ausgelöst durch polizeiliche Vorfälle, mit Millionenschäden und wenigen Verurteilungen. Mit diesem Präzedenzfall lautet die Frage nicht, ob der Westen kann, sondern wie viel er bereit ist zu zahlen.
Somalia und Material, das die Seiten wechselt
Hier taucht eine Flanke auf, die kaum jemand beachtet. Die USA haben die Entsendung von Hunderten Soldaten nach Somalia genehmigt, und das Argument ist unbequem: Wenn ein paar rudimentäre Raketen in den 90er Jahren zwei Hubschrauber abschießen konnten, was könnte dann hochmodernes Material in den Händen bewaffneter Gruppen anrichten? Die Schlussfolgerung lautet, dass man Organisationen nicht bewaffnen sollte, die dieses Arsenal wahrscheinlich gegen ihren Lieferanten einsetzen würden.
Eine weitere Sorge ist das Recycling. Jede eingenommene Stellung hinterlässt Rohre, Munition und verschiedene Waffen, und an einer so langen Front summiert sich das. Mit Geliefertem und Erbeutem könnten, so heißt es, mehrere Armeen ausgestattet werden. Russland wird, mit einem Unterton, als größter Lieferant der Gegenseite beschrieben: Jeden Tag schenkt es ihnen Kampfpanzer, gepanzerte Transporter und Raketen, die einst ihm gehörten.
Was Europa auf dem Spiel setzt
Im Hintergrund schwelt ein wiederkehrender Verdacht: Dass Washington den Einsatz bestimmt und Brüssel die Rechnung zahlt. Dass die Hilfe langsam wächst und der nächste Schritt U-Boot-Abwehr-Torpedos wären. Dass ukrainische Zivilisten der Preis sind, den jemand bereits zu zahlen bereit erklärt hat. Und dass weder Friedensbefürworter noch Siegeswillige das letzte Wort über den Zeitplan der Lieferungen haben.
Inzwischen bleibt die Blockade geschlossen, die Minen liegen weiterhin dort, und die Raketen warten in einem Lager auf den Transport. Bei diesem Tempo wäre es seltsam, wenn sich jemand daran erinnert, dass das Ziel die Öffnung des Hafens war.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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