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Kraftstoffpreise in Spanien auf Jahrestiefstand
Benzin- und Dieselpreise fallen in Spanien auf Jahrestiefstände. In Foren wird diskutiert, ob die Inflation wirklich vom Ukraine-Krieg abhing.
Benzinpreise fallen auf Jahrestiefstand und lösen Inflationsdebatte aus
Die Kraftstoffpreise in Spanien sind laut Wirtschaftsmedien unter das Niveau vor der Invasion der Ukraine gefallen. Diesel und Benzin markieren neue Jahrestiefs, ein Einbruch, der dem zuvor als unvermeidbar dargestellten Szenario von Knappheit widerspricht. Die Nachricht, in manchen Kreisen mit Sarkasmus begrüßt, hat die unbequeme Frage neu aufgeworfen: Wenn die Preise jetzt sinken, warum stiegen sie damals so stark an? Die offizielle Antwort – der Krieg – wankt, wenn die Daten ihr ins Gesicht sehen.
Banco de España widerlegt Regierung: Inflation begann früher
Die These, dass die Inflation erst mit den russischen Panzern an der ukrainischen Grenze begann, ist nicht haltbar. Der Banco de España (Spanische Zentralbank) stellte fest, dass die Inflation bereits lange vor dem Krieg anzog, eine Widerlegung, die einige Medien mit großen Schlagzeilen aufgriff. Im März schoss die Inflationsrate (IPC) auf 9,8%, was die Regierung dem Konflikt zuschrieb. Die Chronologie zeigt jedoch, dass die Preise bereits in den Vormonaten stiegen. Der Kriegs-Vorwand diente als Deckmantel für Wirtschaftspolitiken, die ohnehin schon bröckelten.
Manche behaupten, alles sei eine vom Staat gedeckte spekulative Maßnahme gewesen, und die Kraftstoffe seien nie wegen echter Knappheit gestiegen. Andere nennen die massive Geldmenge während der Pandemie als eigentliche Ursache der Inflation. Beide Lager sind sich einig: Der Krieg war nicht der Ursprung.
Einkaufskorb bleibt teuer, obwohl Kraftstoff billiger wird
Die Entlastung an der Zapfsäule erreicht den Supermarkt-Wagen nicht. Lebensmittel verzeichnen zweistellige Preisanstiege: Öl +75%, Milch +50%, Eier +40%, so die im Diskurs genannten Zahlen. Diese Werte ähneln Dynamiken in Ländern mit chronischer Inflation. Während Diesel günstiger wird, steigt der Grundbedarf weiter, was das Argument schwächt, die Energiekrise sei der einzige Treiber der Teuerung gewesen.
Der Straßentransport ist das Kreislaufsystem der spanischen Wirtschaft. Sinkt der Dieselpreis, aber nicht die Lebensmittelpreise, passt etwas in der Kette nicht zusammen. Volltanken kostet 20 bis 30 Euro mehr als vor 2020, nach gängigen Berechnungen. Diese Zusatzkosten werden auf alles umgelegt, was per LKW transportiert wird – also fast alles. Der aktuelle Rückgang kompensiert den kumulierten Schaden nicht.
Öl wurde nicht teurer: Der Euro fiel
Eine häufig genannte Erklärung bezieht sich auf den Wechselkurs. Öl wird in Dollar gehandelt, und der Euro ist unter den Dollar-Fallwert gesunken, so die Argumentation im Thread. Das Rohöl wurde global nicht unbedingt teurer; die europäische Währung verlor an Wert. Dieser Kaufkraftverlust verteuert alle Importe, beginnend mit Energie.
Die oft zitierte Kausalkette umfasst Corona-Lockdowns, die Suezkanal-Blockade und Russland-Sanktionen. Europa kauft weiterhin russischen Brennstoff über indirekte Wege, heißt es, mit Schiffen, die Flagge und Herkunft wechseln, bevor sie anlegen. Das Öl fließt, aber mit zusätzlichen Zwischenhändlern, die den Weg verteuern. Den Preis zahlt am Ende der Verbraucher.
Pilingui bleibt der Bösewicht, erklärt aber nicht den Preisverfall
Das Paradoxon ist offensichtlich: Wenn Pilingui für den Anstieg verantwortlich war, wer verdient dann das Lob für den Rückgang? Die Gaspreise sind eingebrochen, China kauft russisches Gas zu Schnäppchenpreisen, so die zitierten Daten. Der Gasvertrag mit China wurde vor den Sanktionen unterzeichnet, was die Idee entkräftet, Moskau habe die volle Marktkontrolle. Russland verkauft, aber billiger und an weniger Abnehmer.
Das Szenario für die nächsten Monate ist kein Euphorie-Bild. Nach den Wahlen könnte der Gaseinfluss auf Haushalte und Industrie historisch sein, warnen Analysten. Die Binnennachfrage würde sinken, Fabriken stillstehen und der Konsum auf monatliche Einkäufe beschränkt werden. Die Reserven sind nicht unendlich, und die USA liefern nur begrenzt. Die Entlastung an der Zapfsäule könnte eine Fata Morgana vor dem nächsten Sturm sein.
Der Fall der Kraftstoffpreise beendet die Debatte nicht, er eröffnet sie neu. Wenn die Preise ohne Kriegsende fallen, steht die Erzählung, die die Inflation an den Konflikt band, auf wackligen Beinen. Es bleibt abzuwarten, ob die Ruhe an der Tankstelle den Winter übersteigt oder ob, wie Pessimisten vorhersagen, dies nur die Pause vor dem eigentlichen Schlag ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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