US-Ingenieure wechseln zum öffentlichen Dienst nach Entlassungen bei Big Tech

Forennutzer diskutieren den Wechsel von US-Ingenieuren in den öffentlichen Dienst nach Entlassungen bei Big Tech, mit weniger Gehalt und mehr Sicherheit.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

US-Ingenieure wechseln zum öffentlichen Dienst nach Entlassungen bei Big Tech
US-Ingenieure wechseln zum öffentlichen Dienst nach Entlassungen bei Big Tech

Während große US-Technologieunternehmen nach Jahren Rekordgewinne weiter Mitarbeiter entlassen, behaupten einige Forennutzer, dass ein Teil der Software-Ingenieure des Landes aufgehört hat, FAANG-Unternehmen als Traumziel zu betrachten. Der öffentliche Dienst erscheint in diesen Gesprächen als die rationale Alternative, da er zwar niedrigere Gehälter bietet, aber Arbeitsplatzsicherheit und garantierte Renten verspricht. Die Paradoxie besteht laut denselben Nutzern darin, dass dieses Refugium auf Auftragnehmern und Agenturen aufgebaut ist, die ebenfalls zwischen Projekten Personal abbauen.

Was sich am US-Arbeitsmarkt für Technologie geändert hat

Der beschriebene Ausgangspunkt ist eine sich wiederholende Sequenz: Masseneinstellungen, Quartalszahlen über den Erwartungen und wenige Monate später Stellenabbau, den die Börse feiert. Ein Nutzer beschreibt, wie er in ein Unternehmen mit guter Kultur, hohem Gehalt und exzellenter Behandlung eingetreten ist und vor Ablauf des ersten Jahres zusammen mit 10 % der Belegschaft auf der Straße landete. Das Unternehmen stellte danach wieder ein. Die offene Frage lautet, ob sich eine Rückkehr lohnt.

Diesem Zyklus gegenüber bietet der US-öffentliche Sektor laut diesen Nutzern das, was der Privatsektor nicht mehr verspricht: Beständigkeit, Versicherungsleistungen und staatlich garantierte Rentensysteme. Im angelsächsischen Raum, so argumentieren sie, verfügen öffentliche Angestellte über Ruhestandsbeihilfen aus Steuermitteln, was im Privatsektor zunehmend schwindet. Das Volumen ist beachtlich: Es werden Zahlen von **23 Millionen öffentlichen Arbeitsplätzen** in einem Land mit 333 Millionen Einwohnern genannt, und allein eine konkrete Bundesbehörde konzentriert **500.000 Mitarbeiter** auf mittlerer und hoher Ebene.

Die Kalkulation der bestausgebildeten Generation

Der Vergleich der Bruttolöhne ist irreführend, sagen diese Nutzer. In Kalifornien zahlt ein großes Tech-Unternehmen gut, verlangt aber lange Arbeitszeiten und frisst einen enormen Anteil für Wohnkosten. Bei einer vollständigen Berechnung schrumpft der Unterschied. Und in mehreren Staaten machen Arbeitsgesetze und hohe Gewerkschaftsdichte den Jobverlust selbst im Privatsektor schwierig.

Manche vertreten die Ansicht, dass der Paradigmenwechsel eher kulturell als wirtschaftlich ist: Die junge Generation beginnt, den amerikanischen Traum als ruhiges Leben mit stabilem Job und komfortablem Gehalt zu verstehen, nicht als Reichtum durch das Durchhalten des FAANG-Tempos. In Zeiten billigen Geldes lohnte sich dieser Einsatz. Mit teurem Geld entlassen Megakonzerne Personal, obwohl sie weiterhin enorme Gewinne erzielen.

Das Refugium hat auch Risse

Die Arbeitsplatzsicherheit im US-öffentlichen Dienst ist nicht absolut. Internationale Organisationen haben aufgehört, festes Personal einzustellen, und verketten befristete Verträge. Bei Agenturen wie der NASA protestierte das Personal historisch dagegen, dass man zwischen Projekten auf die Straße gesetzt wird und dann hofft, dass das nächste Projekt kommt. Lokale Verwaltungen stehen zudem vor Rentenproblemen: Manche Gemeinden gehen bankrott, weil sie großzügige Ruhestandsregelungen nicht finanzieren können, und die übliche Antwort ist, alles außer Polizei und einigen Zentraldiensten zu subuntervergeben.

In Spanien sieht das Bild anders aus, hat aber denselben Kern. Ein Nutzer behauptet, Beamte seien praktisch unkündbar, was nur hier und in Frankreich der Fall sei, und dass das Durchschnittsgehalt im öffentlichen Sektor das im privaten übersteigt. Die Folge ist laut dieser Erzählung ein Tropfen Richtung fester Stelle: Eine Krankenschwester oder Hebamme mit Festanstellung verdient über 3.000 Euro und hat einen Job fürs Leben, während die lokale Alternative 60-Stunden-Wochen in der galizischen Textilindustrie bedeutet. Das Problem ist, dass fast alle diese Stellen einen Umzug nach Madrid erfordern, und mit 1.500 Euro Gehalt ist der Umzug keineswegs attraktiv.

Die Falle der kurzfristigen Kalkulation

Die Attraktivität des öffentlichen Dienstes hat eine unbequeme Kehrseite. Internationale Organisationen zahlen gut und bieten halbe Arbeitslast, bieten aber kaum noch feste Stellen. Auftragnehmer im US-öffentlichen Sektor verdienen ausgezeichnete Gehälter und sammeln wertvolle Erfahrung, obwohl die Regierung Entlassungen nur aus gerechtfertigten Produktionsgründen oder Vertragsverletzungen zulässt. Stabilität liegt in vielen Fällen beim Vertrag, nicht bei der Stelle.

Eine ungeklärte Frage bleibt: Wenn der Unterschied bei Vergütung und Druck so günstig ist, warum ist die Abwanderung zur festen Stelle nicht massiv? Ein Teil der Erklärung liegt in der Einstiegshürde. Prüfungsausschüsse lassen Stellen unbesetzt, nicht wegen Kandidatenmangel, sondern weil viele die Prüfungen nicht bestehen, und die Vorbereitung auf eine *Oposición* (staatliche Wettbewerbsprüfung für den öffentlichen Dienst) erfordert mindestens ein Jahr Studium. Die feste Stelle ist zu einem Preis geworden, den man verdienen muss, nicht zu einem Recht, das man mit dem Diplom erbt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (106 Antworten).

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