US-Handelsdefizit mit Russland nach der Invasion um 41 % gestiegen

Die US-Importe aus Russland stiegen im März um 6,5 %, das Handelsdefizit um 41 %, während die EU weiter russische Energie über Indien kauft

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

US-Handelsdefizit mit Russland nach der Invasion um 41 % gestiegen
Washington kaufte mitten in der Invasion 6,5 % mehr in Moskau

Während die Europäische Union in der Debatte darüber feststeckte, wie sie russisches Gas abschalten kann, ohne einzufrieren, schlossen die Vereinigten Staaten den März mit einer unbequemen Zahl ab: Ihre Importe aus Russland wuchsen monatlich um 6,5 % auf 2.746 Millionen Dollar, und ihr Handelsdefizit mit dem eurasischen Riesen stieg um 41 % auf 2.645 Millionen. Die US-Exporte nach Russland hingegen brachen um 79,7 % auf 101 Millionen Dollar ein. Das Ergebnis ist eine Asymmetrie, die den von mehreren Teilnehmern geäußerten Verdacht nährt, dass jemand mit zwei Kartensätzen spielt.

Das einminütige Video, das die Diskussion eröffnete, behauptete, Washington schicke haufenweise Dollar nach Moskau. Die Zahlen relativieren das: Was steigt, ist die Rechnung, die die USA für ihre Importe zahlen, kein wohlwollender Kapitalfluss. Eine unter den Teilnehmern kursierende Rechnung deutet darauf hin, dass mit dem gefallenen Rubel dasselbe Geld mehr russische Waren kauft. Die Folge bleibt dieselbe: Wer Sanktionen verhängt, kauft weiter.

Was genau importieren die USA aus Russland?

Die Frage blieb offen auf dem Tisch. Über Kohlenwasserstoffe wird spekuliert, aber die Zahl von 70 %, mit der die EU rechnet — von allem, was sie aus Russland importiert, gehen sieben von zehn Euro in Energie — betrifft den europäischen Block, nicht den amerikanischen. Klar ist, dass die EU trotz der Embargo-Ankündigungen weiter russische Energie kauft und dass das Öl alternative Wege findet.

Einer der Sprecher beschrieb den Mechanismus präzise: Indien kauft russisches Rohöl mit 20 Dollar Rabatt, raffiniert es und verkauft es als Raffinerieprodukt zum Marktpreis über Häfen im östlichen Mittelmeer via Sues weiter nach Europa. Wer Indien sagt, meint jedes asiatische Land mit freier Raffineriekapazität. Das Embargo wird auf dem Papier eingehalten und im Fass gebrochen.

Die These von der flachen Welt: Wer die Routen kontrolliert, kontrolliert den Handel

Die ehrgeizigste Analyse des Austauschs handelt nicht von Zöllen, sondern von Geografie. Wird eine unüberwindbare Barriere zwischen der EU und Russland errichtet, hört die Welt auf, rund zu sein, und wird flach — und in dieser flachen Welt liegt das Zentrum in den Vereinigten Staaten. Die Landroute zwischen Lissabon und Shanghai wird unbrauchbar, und der gesamte Handel unterliegt der Vorherrschaft der Seemächte, mit dem Panamakanal und dem Nahen Osten als Engpässen. Der Handelskrieg wäre dann kein Zufall, sondern eine Neugestaltung der Landkarte.

In diese Logik passt die Lesart, dass Washington seinen Sturz vom Podest aufschiebt auf Kosten eines Europas, das durch den Mangel an billiger Energie für seine Industrie ruiniert wird. Die Frage, die in der Luft bleibt: Was soll eine EU ohne Energie-Wettbewerbsfähigkeit einem Partner noch verkaufen, der sie nicht mehr braucht?

Der Präzedenzfall, den niemand wiederholen will

Die härteste Warnung des Austauschs ist keine wirtschaftliche. Es wurde an Aldo Segarro erinnert, den italienischen Ministerpräsidenten, der unter nie ganz geklärten Umständen ermordet wurde, nachdem er eine Regierung der Einigung mit den Kommunisten versucht hatte — als Hinweis darauf, dass Widerstand gegen die von Washington vorgegebene Linie einen historischen Preis hat. Der Vergleich ist eine Hypothese ohne Beweis, erklärt aber die Stimmung: das Gefühl, dass die europäischen Regierungen nicht aus Überzeugung handeln, sondern aus Angst vor handelspolitischen, finanziellen oder anderen Vergeltungsmaßnahmen.

Die unbequeme Schlussfolgerung drängt sich auf. Ökonomen warnten schon vor der Invasion, dass ein Wirtschaftskrieg gegen Russland für Europa verloren wäre, weil Moskau abschalten kann, was es verkauft, und Europa nicht aufhören kann, es zu kaufen. Man machte trotzdem weiter. Wer zahlt die Rechnung dafür, die Warnung ignoriert zu haben?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (45 Antworten).

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