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Ungelernte Lehrer unterrichten Seefahrt in Palma
In Spanien unterrichten eine Pianistin und ein Ingenieur an einer Berufsschule in Palma ohne die erforderlichen Schifffahrtslizenzen.
Pianistin und Chemiker unterrichten Seefahrt an öffentlicher Berufsschule in Palma
Michael Méndez González verließ seinen Job als Tischler, um das Studium für Maschinenbau am Centre Integrat de Formació Professional Nauticopesquera in Palma zu absolvieren. Er ist kurz vor seinem 37. Geburtstag, hat noch ein Jahr vor sich und befürchtet, dass seine Anstrengung umsonst sein könnte. Nicht wegen ausstehender Prüfungen: Ein Teil seines Lehrpersonals besitzt nicht die Qualifikationen für das, was sie unterrichten. Eine Klavierlehrerin, ein Chemiker und ein Ingenieur unterrichten seit einer Woche Seefahrtsfächer ohne den von internationalen Vorschriften geforderten Titel als Handelsmatrose, der auch in Spanien gilt. Die vierte Neueinstellung, eine Psychologin, trat ihre Stelle an, reichte aber am nächsten Tag ihren Abschied ein.
Das Kollegium besteht aus 23 Lehrkräften. Vier erfüllen die Anforderungen nicht. Und das Zentrum im Dique del Oeste blickt auf 221 Jahre Geschichte und internationale Anerkennung zurück, die nun ins Wanken gerät.
Wie kommt es, dass eine Klavierlehrerin Seefahrt unterrichtet?
Laut der Debatte war der Einstiegsweg das Verfahren zur Festanstellung von Zeitkräften, bei dem die Verwaltung Lehrkräfte, die jahrelang Vertretungen aneinanderreihten, unbefristet machte. Der Vorwurf gegen das Design der Ausschreibung lautet, dass nicht nach Fachrichtung gefiltert wurde: Ein Abschluss, ein Bachelor oder ein Ingenieurtitel genügte. Die Stelle wurde nach einem Auswahlverfahren mit Punktesystem vergeben – weitere Abschlüsse, Fortbildungen –, ohne die spezifische Wissensprüfung, die im offenen Wettbewerb erforderlich ist. Laut diesem Bericht wurde in der Praxis nicht überprüft, ob der Bewerber je ein Schiff betreten hatte, bevor ihm ein Klassenzimmer für gewerbliche Fischerei zugewiesen wurde.
„Sie sind nicht nur keine Handelsmatrosen, sie haben nicht einmal Grundkenntnisse, keinen PER-Schein, keine Navigationsqualifikation; sie haben nie einen Fuß auf ein Schiff gesetzt“, fasst José Gil Fanjul zusammen, ein Handelsmatrose und seit 2009 Lehrer am Zentrum. Sein Bericht über die letzten Wochen enthält die Pianistin, die im Unterricht scherzte, sie verstehe nur Bevölkerungsdichte, wenn sie eigentlich Dichte erklären sollte. Der Chemiker und sie haben bereits Teilzeit beantragt; der Ingenieur bleibt trotz fehlenden Titels in Vollzeit.
Welche Risiken birgt der Unterricht ohne Handelsmatrosen-Titel?
„Einer dieser Herren kann bei Arbeiten mit 400 Volt Spannung einen Schüler töten. Es besteht ein sehr hohes Risiko, aber das Bildungsministerium scheint dies nicht verstehen zu wollen“, warnt derselbe Lehrer. Im Studiengang Maschinenbau ist diese Aussage keine Flur-Hyperbel. Und es gibt ein zweites, weniger sichtbares und deutlich teureres Problem: Die Schule bietet nicht-freizeitbezogene Berufsausbildung an, und deren Akkreditierung hängt davon ab, dass das Kollegium die Norm erfüllt. Die Marinebehörde (Marina Mercante) warnte Anfang des Sommers, dass das Zentrum seine Akkreditierung verlieren könnte, wenn Lehrer ohne den erforderlichen Titel eingestellt würden.
Panik herrscht unter den Studierenden, die befürchten, zwei Jahre Ausbildung weggeworfen zu haben. Die Schüler haben das Zentrum mit Plakaten und Bannern gefüllt, die die Situation anprangern.
Staatsanwaltschaft, zwei Inspektionen und 70 Fälle auf den Balearen
Die Angelegenheit wird seit Monaten zwischen verschiedenen Behörden hin- und hergeschoben. Der Fall wurde im Juni bei der Staatsanwaltschaft angezeigt und im September erweitert. Es gibt Beschwerden beim Bildungsministerium (Conselleria d'Educació), Hinweise an die Aufsichtsbehörde und das spanische Bildungsministerium. Die Marinebehörde hat zwei Inspektionen durchgeführt und ist die einzige Instanz, die geantwortet hat – und zwar zugunsten der Beschwerdeführer. Laut den Beschwerdeführern hat das Bildungsministerium nicht reagiert.
Auf den Balearen insgesamt werden 70 Fälle geschätzt, in denen Lehrkräfte an Berufsschulen Fächer unterrichten, für die sie nicht ausgebildet sind, die meisten außerhalb von Palma (Part Forana). Die Gewerkschaft ANPE hat die Lehrkräfte zur Verantwortung aufgerufen, um berufliches Eindringen zu vermeiden.
Lehrkräfte im öffentlichen Dienst
Um das Ausmaß des Chaos zu bemessen, lohnt ein Blick auf die Gesamtzahlen. Laut einer Aufschlüsselung eines Debattenteilnehmers machen Bildung und Universität 27,27 % des öffentlichen Dienstes aus, mehr als Gesundheit (19 %), Kommunen (19 %), Justiz, Sicherheit und Verteidigung (14 %) sowie der verbleibende Verwaltungsblock (20 %). Nach derselben Zählung gibt es mehr Lehrkräfte als Richter, Polizisten, Guardia Civil und Soldaten zusammen, und es gibt 172 Unterrichtstage pro Jahr, wobei Dezember, Januar und April die Monate mit den wenigsten Tagen sind. Der offene Wettbewerb, wie ein anderer Teilnehmer erinnert, verlangt keinen Seefahrtstitel: Er verlangt einen Hochschulabschluss und das Lehramts-Masterstudium, gefolgt von einer Prüfung. Bei einer kürzlichen Ausschreibung für Grundschule bestanden 86 % der Bewerber eine Prüfung mit Fragen auf Niveau von 12-Jährigen nicht. Das Festanstellungsverfahren hingegen vergibt die Position ohne spezifische Fachprüfung. Mit diesen beiden Wegen stellt sich nicht mehr die Frage, wer Dichte erklärt, sondern was tatsächlich bewertet wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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