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Unbearbeitete Anzeigen in Girona: ein Sicherheits-Schwarzes Loch
Einwohner in Girona werfen den Mossos und der Lokalpolizei vor, Drohungen nicht zu protokollieren, um Kriminalitätsstatistiken zu manipulieren. Das Strafgesetzbuch sieht hierfür Strafen vor.
Unbearbeitete Anzeigen in Girona: wenn Straftaten für die Polizei nicht existieren
In mehreren Städten in Girona mit mehrer als 30.000 Einwohnern berichten Anwohner, dass die Polizeistationen der Mossos (die katalanische Regionalpolizei) und der Lokalpolizei sich weigern, Anzeigen wegen Drohungen entgegenzunehmen. Ein Dokument zu erhalten, das die Anzeige bestätigt, ist zu einer Odyssee geworden, die Stunden oder gar Tage dauert. Und ohne dieses Papier existiert das Verbrechen nicht.
Artikel 408: Das Gesetz, das niemand anwendet
Das Strafgesetzbuch ist eindeutig: Artikel 408 sieht eine Sperre von sechs Monaten bis zu zwei Jahren für Beamte vor, die ihrer Pflicht nicht nachkommen und vorsätzlich davon absehen, Straftaten zu verfolgen, von denen sie Kenntnis haben. In der Praxis stoßen Bürger, die Drohungen anzeigen wollen, jedoch auf systematische Hindernisse. Ein Betroffener berichtet, dass die Mossos nach einer Drohung durch einen bekannten Kriminellen zwar zu seinem Haus kamen, die Anzeige aber nicht aufnahmen; am nächsten Tag in der Dienststelle wurde ihm ebenfalls kein Beleg ausgehändigt. Ein weiterer Fall: Ein Mann, der von drei Personen angegriffen wurde, konnte seine Anzeige auf der Polizeistation nicht durchsetzen.
Diese Verzögerungen sind kein Zufall. Mehrere Zeugenaussagen deuten darauf hin, dass die Beamten versuchen, die Leute ohne Anzeige wegzuschicken: Wartezeiten von drei oder vier Stunden, Ausreden, dass der zuständige Beamte nicht da sei, oder die Aufforderung, am nächsten Tag wiederzukommen. Ein Bürger, der die ganze Nacht wartete, berichtet, wie die Anwälte am nächsten Tag vor der Audiencia (dem regionalen Gericht) ungläubig reagierten, als sie erfuhren, wie lange es gedauert hatte, die Anzeige zu erstatten.
Statistiken senken auf Kosten der Bürger?
Hinter diesen Praktiken vermuten viele eine ungeschriebene Anweisung, die Kriminalitätszahlen zu schönen. „So schaffen sie es, dass die Delikte sinken“, resümiert ein Teilnehmer der Debatte ironisch. Das Argument wiederholt sich in vielen Diskussionen: Anzeigen, die aus dem System verschwinden, Polizeiberichte, die nie unterzeichnet werden, Verbrechen, die nie stattgefunden haben. Eine nicht unterzeichnete Anzeige ist ein Verbrechen, das in der offiziellen Statistik nicht zählt.
Der Verdacht ist nicht neu. Einige Veteranen erinnern sich, dass dies schon zur Ära von „Torete“ geschah: Druck, Anzeigen nicht aufzunehmen, um die Sicherheitsbilanzen zu verschönern. Der Unterschied ist, dass sich dieses Phänomen heute, angesichts des Personalmangels bei der Polizei und der wachsenden Unsicherheit in einigen Vierteln, ausgeweitet hat.
Die Alternative: das Bereitschaftsgericht
Angesichts der polizeilichen Weigerung bleibt als einzige Option der Gang zum juzgado de guardia (dem Bereitschaftsgericht). Dort kann man den Beamten, der die Anzeige verweigert hat, direkt anzeigen und das Gespräch sogar als Beweis aufnehmen. Aber das ist kein leichter Weg: Der Durchschnittsbürger sieht sich einer bürokratischen Maschinerie gegenüber, die darauf ausgelegt ist, ihn zu entmutigen. Und wenn der Anzeigende eine schutzbedürftige Person ohne Ressourcen oder Rechtskenntnisse ist, wird der gerichtliche Weg zu einer Illusion.
Eine Ausnahme: Einige Nutzer behaupten, wenn sie hartnäckig bleiben und sich weigern zu gehen, ohne die Anzeige erstattet zu haben, gelingt es ihnen am Ende doch. Doch die emotionale Erschöpfung und die investierte Zeit sind nicht für jeden machbar.
Das Gefühl der Straffreiheit breitet sich aus. Währenddessen bleiben die mutmaßlichen Täter auf der Straße, und die Opfer fragen sich, wozu es überhaupt etwas nützt, die Polizei zu rufen, wenn man das Problem am Ende doch selbst lösen muss. Oder auch nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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