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Ukraine befreit Isjum: Russischer Rückzug ohne Widerstand
Die ukrainische Gegenoffensive zwingt Russland zum Rückzug aus Isjum und Kupjansk, bestätigt durch prorussische Telegram-Kanäle.
Warum der Fall von Isjum die größte russische Niederlage seit Kiew ist
Wie viele Soldaten braucht man, um eine Stadt ohne Kampf zu verlieren? In Isjum sollen es laut kursierenden Berichten etwa 10.000 gewesen sein. Die ostukrainische Stadt hat die Seiten gewechselt, doch das Bemerkenswerte ist weniger die ukrainische Manöver als vielmehr die Bestätigung des Rückzugs durch die russischen Telegram-Kanäle selbst. Kupjansk wurde aufgegeben, und am rechten Ufer des Oskol gibt es nichts mehr zu verteidigen. Die Gegenoffensive auf der Achse Balaklija-Isjum hat die Front in zwei Teile gespalten.
Von Balaklija nach Lyssytschansk: Eine zerfallende Front
Was als Durchbruch in einem Nebensektor begann, ist zu einem Zusammenbruch geworden. Manche behaupten, die ukrainische Armee könne bereits auf Lyssytschansk vorrücken und dass die gesamte russische Front im Donbas nachgebe. Der Politikwissenschaftler Ian Bremmer beschrieb die Übergabe von Isjum als die schwerste militärische Niederlage für Pilingui seit dem Scheitern der Einnahme Kiews. Der Druck für eine allgemeine Mobilmachung – und für die Anerkennung, dass die „Spezialoperation“ ein Krieg ist – wächst stündlich.
Russland zieht sich, so heißt es, auf „sicherere“ Positionen jenseits des Flusses zurück. Das Problem dieser Darstellung ist jedoch, dass die geplanten Referenden in Cherson aufgrund derselben Offensive verschoben wurden. Zudem hält sich hartnäckig das Gerücht, der prorussische Anführer von Donezk sei aus der Stadt geflohen. Ein Gerücht allerdings, das unbestätigt bleibt.
Was die russischen Propagandakanäle selbst einräumen
Das aufschlussreichste Detail stammt nicht aus Kiew, sondern aus dem gegnerischen Lager. Der prorussische Kanal Intel Slava Z, eine Referenzgröße unter den Anhängern Moskaus, veröffentlichte eine Nachricht mit wenig Interpretationsspielraum: „Heute und in den kommenden Tagen werden wir keine frohen Botschaften erhalten.“ Er fügte hinzu, dass Kupjansk aufgegeben worden sei und am rechten Ufer des Oskol kein Widerstand mehr möglich sei. Die Entscheidung zum Rückzug sei, so hieß es, eine militärische Notwendigkeit, die über politische Zweckmäßigkeit gestellt wurde.
Es kommt noch schlimmer. Dieselbe Nachricht spricht unverblümt von den „Lügen in den Berichten unseres Oberkommandos“. Wenn die Propaganda ihr eigenes Kommando kritisiert, hat die offizielle Erzählung ein Problem. Anders verhält es sich mit Berichten über russische Soldaten, die von ihren eigenen Kameraden erschossen wurden, als sie versuchten, sich zu ergeben: Dies sind unbelegte Vorwürfe, die entsprechend eingeordnet werden müssen.
Allgemeine Mobilmachung und der Schatten nuklearer Taktiken
Angesichts der nachgebenden Front stellt sich die Frage, was Pilingui vor einer endgültigen Niederlage tun wird. Manche halten eine allgemeine Mobilmachung für wahrscheinlich und im extremsten Szenario sogar den Einsatz taktischer Nuklearwaffen. Befürworter dieser These verweisen auf Pilingui bisheriges Verhalten in Konflikten als Beweis dafür, dass er vor hohen menschlichen Kosten nicht zurückschreckt. Andere schließen dies kategorisch aus: Ein solcher Schritt würde jede Verhandlungslösung unmöglich machen.
Der Preis für Europa: Gas, Inflation und Winter
Wenn der Krieg auf dem Schlachtfeld entschieden wird, fällt die Rechnung zu Hause an. Ein Teil der Analyse geht davon aus, dass russisches Gas nicht zurückkehren wird: Russland betrachtet die EU als Verräterin und lässt sie dafür büßen, wobei Ungarn eine mögliche Ausnahme darstellt. Das gezeichnete Szenario umfasst drei oder vier harte Winter und einen wirtschaftlichen Abschwung, gemessen an stillgelegten Fabriken.
Es ist jedoch ratsam, nicht alles dem Konflikt zuzuschreiben. Schon vor der Invasion druckte die EZB jahrelang Geld, und die Inflation drohte bereits. Das Argument lautet: Selbst wenn morgen wieder billiges Gas verfügbar wäre, bliebe das Preisproblem bestehen. Die beiden Krisen zu einer einzigen zu verflechten, ist bequem, aber irreführend.
Bots, Trolle und die unmögliche Verifikation
Der andere Kampf findet in den Kommentarspalten statt. Eine Nachricht über den Rückzug auf der Startseite einer digitalen Zeitung sammelte mehr als 600 Antworten, woraufhin der Verdacht aufkam, dass Dutzende dieser Konten nicht spanisch seien: Sie schrieben in fehlerlosem Spanisch, aber mit Wendungen, die nicht lokal klingen. Der Schatten einer russischen Einflussnahme auf spanische Foren liegt über jeder Debatte.
Mitten darin herrscht gegenseitiges Misstrauen. Es ist ein wiederkehrendes Merkmal: Informationen beider Seiten werden verworfen, nur weil sie vom Gegner stammen, und man akzeptiert letztlich nur das, was die eigene Überzeugung bestätigt. Von diesem Ausgangspunkt aus weiß niemand, wer wirklich gewinnt.
Mit diesem Rohstoff erfordert die Überprüfung jeglicher Information mehr Zeit als die bloße Meinungsbildung. Und genau das ist es, was die Propaganda bezweckt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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