Überbelegung als Weg in den Mietmarkt, laut einer kursierenden Rechnung

Eine kursierende Rechnung besagt, dass die Aufteilung von 2.400 € auf mehrere Erwachsene erklärt, wie eine Miete bezahlt wird, die sich ein Paar nicht leisten kann.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Überbelegung als Weg in den Mietmarkt, laut einer kursierenden Rechnung
Wenn Spanier die Miete nicht zahlen können, wie schaffen es dann Zugezogene aus dem Ausland?

Die Frage macht mit einer Mischung aus Ratlosigkeit und Verärgerung die Runde: Wenn ein Spanier aus der Mittelschicht eine Miete nicht zahlen kann, wie kommt es, dass weiterhin Menschen aus anderen Ländern in Wohnungen ziehen, die hier als unerreichbar gelten? Die Antwort, die im Thread am häufigsten fällt, hat nichts mit Wunderhilfen oder rechtlichen Privilegien zu tun. Sie hat mit der Anzahl der Personen zu tun, die in ein Zimmer passen.

Die Rechnung ist einfach und vernichtend. In einer Dreizimmerwohnung können je nach Fall bis zu fünfzehn Personen zusammenleben. Teilen sich sechs oder neun Erwachsene die Miete, sinkt der monatliche Anteil drastisch. Was für ein spanisches Paar mit Kinderwunsch eine unbezahlbare Belastung ist, ist für eine Gruppe, die bereit ist, eng zusammenzurücken, eine problemlos bezahlbare Miete. Keine Magie: Dichte.

Der Preis pro Kopf, nicht pro Wohnung

Der Schlüssel liegt in der Maßeinheit. Der Markt rechnet nicht nach Familie ab, sondern nach Quadratmeter. Und der Quadratmeter kostet genauso viel, ob ihn zwei oder acht Personen nutzen. Vier Familien in vier Zimmern zu je 600 Euro ergeben zusammen 2.400 Euro im Monat, so eine Rechnung, die im Thread kursiert – eine Summe, die ein Durchschnittspaar mit zwei Gehältern kaum aufbringen kann, wie die Verfechter dieser These sagen. Der Unterschied liegt nicht im Einkommen: Er liegt in der Toleranz gegenüber Überbelegung.

Manche führen das Phänomen auf die öffentlichen Leistungen zurück. Der spanische Mindestlohn entspricht dem Gehalt eines Arztes oder Anwalts in mehreren Herkunftsländern, und obendrein sind Bildung, Gesundheitsversorgung, Schulbücher und Verkehr hier abgedeckt. Mit diesem Gefälle ist es keine Tragödie, sich zu zwölft in einer Wohnung zu drängeln: Es ist eine rationale Kalkulation.

Der soziale Wohnungsbau, der niemanden erreicht

Das Argument wird komplizierter, wenn die Wohnungspolitik ins Spiel kommt. Wenn der öffentliche Wohnungsbestand marginal ist und die Wartelisten endlos, ist der freie Markt der einzige reale Zugangsweg. Und auf dem freien Markt kommt zuerst hinein, wer schlechtere Bedingungen akzeptiert. Das ist keine administrative Bevorzugung: Es ist das Ergebnis jahrzehntelangen Versäumnisses, genug bezahlbaren Wohnraum zu bauen.

Der Einwand ist berechtigt: Wer auswandert, um sein Leben zu verbessern, wählt kein Land, in dem nicht einmal Mittelschicht-Einheimische ein Dach über dem Kopf bezahlen können. Etwas passt nicht zusammen. Was genau zusammenpasst: Die Überbelegung macht aus dem Unbezahlbaren etwas Bezahlbares – und das lässt sich durch keinen Erlass beheben.



Am Ende beantwortet sich die Frage der Überschrift von selbst: Sie kommen, weil sie zahlen können, was hier unbezahlbar geworden ist – und sie zahlen es, indem sie teilen, was hier unteilbar geworden ist. Solange der Zugang zu Wohnraum nach Familie und nicht nach Person gemessen wird, wird sich diese Rechnung nicht ändern.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (21 Antworten).

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