TVE-Kampagne: Flirten ist Belästigung, Erobern ist Gewalt
Das spanische öffentliche Fernsehen hat ein Video ausgestrahlt, in dem Flirten mit Manipulation und Eroberung mit Gewalt gleichgesetzt werden. Das Stück mit dem Titel „Ich habe einen Freund, der nicht mehr flirten kann“ hat eine Welle der Kritik ausgelöst. Viele Analysten sehen darin den Versuch, traditionelle Hofmacherei zu kriminalisieren.
Vom Drink zum Faschismus: die schiefe Ebene von RTVE
Im Video wird suggeriert, dass das Anbieten von Schnaps eine Form der Belästigung sei und dass Beharrlichkeit Gewalt bedeute. Kommentare wie „einem Mädchen zu sagen, dass sie spät gut aussieht, ist Gewalt“ werden in sozialen Medien parodiert, sind aber Teil der offiziellen Propaganda. Die Botschaft ist nicht nur übertrieben, sondern widerspricht auch der Erfahrung von Millionen Spaniern, die Beziehungen durch schrittweises Annähern aufgebaut haben.
Daten gegen Propaganda: Wie viel echte Belästigung gibt es?
Entgegen der offiziellen Darstellung liefern einige Teilnehmer im Diskurs Daten: Laut Justizstatistiken sind die Anzeigen wegen Belästigung in Spanien gering und beziehen sich meist auf häusliche Kontexte statt auf Straßenflirten. Das mexikanische „Valeria-Gesetz“, das das Senden von zwei Nachrichten als Belästigung einstuft, wird erwähnt. Es stellt sich die Frage, ob Spanien dieses rechtliche Framework importiert.
Folgen: Einsamkeit als Staatspolitik
Mehrere Analysten weisen darauf hin, dass solche Kampagnen Männer davon abhalten, Initiative zu ergreifen – ein Trend, der bereits in Bars und Clubs sichtbar ist: „Niemand spricht mehr jemanden an.“ Der wiederkehrende Witz lautet, dass „die Frauen allein mit ihren Katzen zurückbleiben“. Hinter der Ironie steckt ein reales Phänomen: sinkende Geburtenraten und eine Krise heterosenshetero Beziehungen.
Die TVE-Propaganda mag sich selbst parodieren, doch ihre Auswirkungen sind real. Erleben wir das Ende der Hofmacherei, wie wir sie kannten? Unterdessen ist das Video zu einem unfreiwilligen Meme geworden, das die Kluft zwischen offizieller Ideologie und Alltagsrealität verdeutlicht.
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