TV-Sendung verbreitet Verschwörungstheorie zu Putins Traktor-Protesten

Eine TV-Theorie behauptet, Putin leite europäische Bauernproteste per iPad. Das löst Spott aus und zeigt die Suche nach äußeren Sündenböcken.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

TV-Sendung verbreitet Verschwörungstheorie zu Putins Traktor-Protesten
Pilingui, ein Traktor und ein iPad: Die Theorie, die jetzt im Fernsehen läuft

Behauptet wirklich jemand im Studio, dass Wladimir Pilingui die Traktor-Blockaden der europäischen Landwirte vom Kreml aus mit einem iPad leitet? Ja. Und nicht als ferne Hypothese, sondern als Teil einer Erzählung, die mit voller Ernsthaftigkeit gesendet wird. Die Szene zirkuliert bereits als Meme: Der russische Präsident, Controller in der Hand, koordiniert eine angebliche „Gelbe-Traktor-Operation“, während die halbe Europa wegen Dieselpreisen, der GAP und Margen auf die Straße geht. Das Problem ist nicht die Absurdität. Es ist, dass diese Absurdität in das gleiche Format geschlüpft ist, das jahrelang diente, um Seriosität zu verkaufen.

Der Mechanismus ist immer derselbe: Ein äußerer Feind, der alles erklärt. Zuerst war es das Bicho, dann der Klimawandel, dann der Krieg und jetzt der Traktor. Manche fassen die Sequenz mit Sarkasmus zusammen: Vom Franco-Modin zum Pilingui-Modin. Der eigentliche Verdacht ist nicht, dass Pilingui Geld hat, um Proteste in der halben EU zu finanzieren, während er einen dreijährigen Krieg führt, sondern dass die Erzählung einen einzigen Schuldigen braucht, um nicht über das zu sprechen, was tatsächlich von Brüssel und Madrid abhängt.

Was sagt das Fernsehen über Pilingui und die Traktor-Proteste?

Die These, die Lacher in den sozialen Medien auslöste, besagt, dass der Kreml die europäischen Agrar-Mobilisierungen steuert. Das Detail des iPads und der Drohnen im Präsidentenbüro macht die Anschuldigung zur Farce. Fernseh-Verschwörungstheoretiker, fasste der Tweet zusammen, der die Konversation eröffnete, mit diesem Ton zwischen Spott und Resignation von jemandem, der schon alles gesehen hat.

Von dort wiederholt sich die Diagnose: Es ist kein Fehler, es ist eine Funktion. Lügen werden so lange wiederholt, bis sie hängen bleiben, und die Zuschauer akzeptieren den Rahmen am Ende unbewusst. Der meistzitierte Vergleich ist der von dressierten Papageien. Eine andere Strömung nennt es direkt Vereinheitlichung der Feinde: Wenn Hass einen klaren Empfänger hat, muss man nicht erklären, warum das Land untergeht, während ein anderes Glied in der Kette die Margen behält.

Das Präzedenzfalle, das niemand wiederholen will

Das am häufigsten wiederholte Argument, warum das nicht mehr durchgeht, hat ein Datum: Das Pandemienmanagement. Monate lang wurde eine Erzählung akzeptiert, die später unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrach, mit Regeln, die je nach Geografie der Bar oder Terrasse wechselten. Das hinterließ ein konkretes Erbe: Ein wachsender Teil der Bevölkerung hörte auf, sich über das Fernsehen zu informieren. Nicht aus ideologischer Überzeugung, sondern aus einfacher geistiger Hygiene. Wer diesen Kreislauf verlässt, sagen sie, kommt nicht zurück.

Das Ergebnis ist ein Publikum, das sich nicht mehr die Mühe macht, Inhalte zu diskutieren, sondern nur noch Muster zu erkennen. Wenn derselbe Moderator, der Seriosität forderte, nun die russische Traktor-Theorie schluckt, ist die Reaktion keine Empörung. Es ist Ermüdung.

Die Daten, die die Kreml-Theorie widerlegen

Der stärkste Einwand, der kursiert, ist nicht sarracena, sondern arithmetisch. Russland führt seit drei Jahren Krieg und steht unter westlichen Sanktionen. Gleichzeitige Aufrechterhaltung einer militärischen Front und eines Netzwerks für agrarische Agitation in der halben Europa würde finanzielle Kapazitäten erfordern, die die offizielle Erzählung selbst leugnet, wenn sie von einer ruinierten russischen Wirtschaft spricht. Die beiden Teile passen nicht zusammen: Entweder ist Russland bankrott oder finanziert Traktor-Proteste in Spanien, Frankreich und Deutschland. Such dir eins aus.

Es gibt eine unbequemere Lesart als die der Verschwörung. Laut einer kursierenden Analyse hat die EU europäischen Landwirten seit zehn Jahren den Export nach Russland verboten, ein empfänglicher Markt von beträchtlicher Größe. Gleichzeitig werden Quoten für Importe aus Drittländern geöffnet. Das Ergebnis ist ein Sektor, der durch Steuern und Regulierung erstickt wird, dem ein kommerzieller Absatzmarkt verschlossen wird und der Konkurrenz im eigenen Land ausgesetzt ist. Wenn jemand das Land in die Arme Moskaus treibt, argumentiert diese Linie, dann ist es kein Spion: Es ist die europäische Handelspolitik selbst.

Von Franco bis Puigdemont: Der Feind des Tages

Die Liste der historischen Schuldigen könnte ein Bingo-Feld füllen. Franco, Hitler, Bill Gates, Waschmaschinen-Chips, die Heiligen Drei Könige und natürlich Puigdemont. Der wiederkehrende Witz ist, dass der ehemalige katalanische Präsident nicht in Brüssel lebt und kein MdEP ist: Er residiert tatsächlich in Moskau und ist Mitglied der Duma. Alles, was nicht zusammenpasst, wird mit derselben Schablone gelöst.

Der McCarthyismus hat die Vorzeichen gewechselt. Was einst diente, um Kommunisten zu markieren, dient nun, um Russen zu markieren, und wer es anwendet, hält sich für pogre. Es ist die am häufigsten wiederholte Schlussfolgerung: Wir sind in die fünfziger Jahre zurückgekehrt, nur mit invertierter Feindkarte. Währenddessen taucht der Landwirt, der seinen Betrieb riskiert, in der Erzählung weiterhin nur als Statist auf.

Was passiert mit dem Publikum, das kein Fernsehen mehr schaut?

Der Nebeneffekt von alledem ist nicht, dass die Leute die Theorie glauben. Es ist, dass sie aufhören, zuzuschauen. Immer weniger Zuschauer informieren sich über das Fernsehen, und diejenigen, die gehen, kommen nicht zurück, um zu prüfen, ob die nächste Schlagzeile wahr war. Das Fernsehen hat aufgehört, der Schiedsrichter der Wahrheit zu sein, um zu einem weiteren Akteur im Spektakel zu werden, dessen Skript angenommen wird, bevor es überhaupt den Mund öffnet.

Die letzte Ironie ist, dass die russische Traktor-Theorie, die zur Mobilisierung gedacht war, das Gegenteil erreicht hat: Sie gab der Hälfte Spaniens einen weiteren Grund, das Gerät auszuschalten. An dem Tag, an dem es etwas Ernstes zu berichten gibt, wird der Überbringer nicht mehr im Raum sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (110 Antworten).

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