Turrón schrumpft auf 250 Gramm und wird süßer, ohne dass der Preis sinkt
Warum ist der Turrón, den man früher bedenkenlos aß, aus fast dem gesamten Sortiment verschwunden? Weil die Tafel kleiner wurde und sich die Masse verändert hat. Jahre lang war es nahezu unmöglich, Turrón im Stil eines Kuchens zu finden, mit ganzen Mandeln und einer dünnen Hülle, die bricht, ohne einen Zahn mitzunehmen. Er verschwand aus dem Supermarkt und an seine Stelle trat die Tafel aus verstreuten Mandelstücken in einer harten Paste, die manche direkt als Zahnbrecher beschreiben. Der Preis folgte dabei nicht derselben Richtung wie das Gewicht.
Von der 250-Gramm-Tafel zur zähnebrechenden Masse
Die anfängliche Beschwerde ist konkret und datiert: An dem Tag, so erzählt der Thread-Start, sank das Gewicht des Turróns auf 250 Gramm. Seitdem hat sich das Gefühl der Verkleinerung immer weiter verstärkt. Jahre mit weniger Gramm, mehr Zucker und einem gleichbleibend steigenden Preis. Die Weihnachtskampagne, die diesen Weg festigte, liest sich rückblickend als ein Akt stiller Deflation: Es wird weniger Produkt für denselben Geldbetrag verkauft, und der Kunde bemerkt es erst spät.
Das Ergebnis ist eine dünnere und süßere Tafel. Der industrielle Turrón hörte auf, ein Mandel-Luxusgut zu sein, und wurde zu Zucker mit Dekoration. Und mit dem Zucker kam das alte Problem: Da keine ganze Nuss zum Beißen vorhanden ist, wird die Textur zum Hindernis. Manche haben den Kauf ganz eingestellt.
Das Jahr, in dem guter Turrón ins Regal zurückkehrte
Der Wandel kam durch einen Discounter. Aldi brachte den Turrón mit ganzen, in dünner Masse gebadeten Mandeln zurück, in einer transparenten Verpackung, die zeigt, was man kauft. Und es funktionierte. Bis zu dem Punkt, dass sich dieses Muster dieses Jahr verallgemeinert hat: Fast alle Marken, einschließlich der günstigsten, bieten nun ganze Mandeln, dünne Masse und transparente Formate an.
Fast alle. Die Ausnahme ist Vicens, der den alten Stil beibehält: lose Mandelstücke in der klassischen Masse. In einem Regal, in dem der Nachbarartikel tatsächlich die ganze Nuss bietet, ist der Vergleich sofort da und fällt für Vicens nicht gut aus. Die transparente Verpackung, einst das große Verkaufsargument, spielt nun gegen sie.
Ferran Adrià, El Lobo und der 8 bis 10 Euro Turrón
Die Preisschlacht ist ein weiteres Schlachtfeld. Die Billigmarke El Lobo wird als bestes Preis-Leistungs-Verhältnis im industriellen Turrón-Segment hervorgehoben. Am anderen Ende beziffert eine Nachricht im Thread die Riegel aus der Zusammenarbeit von Vicens mit Ferran Adrià auf etwa 15 Euro, eine Summe, die eher als Aufpreis denn als Haute Cuisine wahrgenommen wird.
In der Mitte liegt der handwerkliche Turrón. Der aus Jijona oder vom Konditor kann außerhalb des Supermarkts gekauft werden, mit Preisen, die ein Nutzer zwischen 8 und 10 Euro pro 300-Gramm-Tafel ansiedelt. Wer ihn probiert, sagt oft, dass es keinen Vergleich gibt. Das Problem ist, dass er erfordert, das Regal zu verlassen und auf die Bequemlichkeit der industriellen Verpackung zu verzichten.
Vicens: Die Marke, die nur noch den Namen behält
Ein Detail erklärt einen Teil der Unzufriedenheit und hat nichts mit dem Rezept zu tun. Laut einer Nachricht im Thread gehört Vicens, mit Fabrik in Agramunt (Lérida), nicht mehr der Gründerfamilie: Das Unternehmen sei nun in Händen von Velasco Herrero. Ein Name, der keinen Turrón verkauft, weshalb die historische Marke beibehalten wurde. Die am häufigsten wiederholte Kritik lautet, dass vom Original nur noch die Verpackung übrig ist.
Die Präsenz im Handel hingegen hat nicht aufgehört zu wachsen. In einem Hypermarkt berechnet ein Nutzer, dass zwischen 60% und 70% der Turrón-Artikel von dieser Firma stammen. Die Hälfte des Regals zu besetzen ist nicht dasselbe wie sich den Platz im Regal verdient zu haben.
Der Boykott, den einige für unnötig halten
Ein beachtlicher Teil der Unzufriedenheit wandte sich gegen die Herkunft der Marken. Manche behaupten, dieses Jahr keine katalanischen Firmen kaufen zu wollen, aus Gründen, die über den Turrón hinausgehen, und andere antworten, dass, wenn das Problem die Qualität ist, der Boykott überflüssig ist: Es reicht, auf die Verpackung zu schauen. Das Argument der Letzteren ist, dass Vicens im Regal ohnehin allein steht wegen dessen, was drin ist, ohne dass man die Flagge hinzufügen muss.
Alicante beansprucht den Ursprung, Madrid bekommt das Museum
Währenddessen wurde der symbolische Kampf auf anderem Terrain geführt. Casa 1880 kündigte die Eröffnung des Turrón-Museums in Madrid an, in der Calle Arenal, 18, passend zum Welt-Turrón-Tag. Die Hauptstadt schließt sich damit den Standorten in Jijona (Alicante) und Toledo an. Die Wahl des Ortes ist kein Zufall: Alicante und Jijona fordern seit Jahren, dass dort die Mandel und der Honig liegen, und der Rest nur Verpackung ist.
Die abschließende Ironie: Der Turrón, den man ohne Angst vor Zahnbruch biss, ist wieder auffindbar, ja, aber nur durch das Durchsuchen transparenter Verpackungen, das Vergleichen von Gewichten und Misstrauen gegenüber dem altbekannten Namen. Was früher eine automatische Geste an der Supermarktkasse war, ist nun fast eine Prüfung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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