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Türkei: Das Land, wo die DNA nicht zum Pass passt
Der turksprachige genetische Beitrag in Anatolien sei gering und liege bei den meisten Trägern unter 20 %, so die These, die in dieser Analyse untersucht wird.
Ein Türke kauft einen DNA-Test und stellt fest, dass er Grieche, Armenier oder Georgier ist. Nach der Prämisse, mit der diese Diskussion eröffnet wird, wiederholt sich diese Szene in Tausenden von Fällen. Die These ist unbequem: Der tatsächliche turksprachige genetische Beitrag in der Bevölkerung Anatoliens sei gering, und bei den meisten, die ihn tragen, liege er nicht über 20 %. Die Debatte darüber, wer wirklich Türke ist, ist zurück auf dem Tisch.
Was die DNA über die Türken aussagt
Ausgangspunkt ist eine Behauptung, die stark kursiert: Das historische Anatolien war etwa zu 70 % griechisch und zu 30 % armenisch, und die Ankunft der Turkvölker aus Zentralasien bedeutete keine demografische Flutwelle, sondern die Auferlegung einer Elite über eine riesige einheimische Basis. Deshalb zeigen viele DNA-Ergebnisse Übereinstimmungen mit Nachbarpopulationen statt mit Zentralasien.
Die dominierende genetische Erklärung verweist auf eine einheimische anatolische und westasiatische Basis, über die sich Ströme aus dem Kaukasus, dem Balkan und dem Nahen Osten legen. Es gäbe keinen diskreten Bruch, sondern ein kontinuierliches geografisches Gefälle. Der Anteil mittelalterlicher turksprachiger Abstammung erreichte laut den in der Diskussion verwendeten Karten Spitzenwerte von 40 % bis 44 % in Gebieten des Südwestens wie Muğla und Denizli – gerade wegen der massenhaften Ansiedlung turkmenischer Nomaden und des Drucks der Mongoleneinfälle.
Das Reich, das Genetik gestohlen hat, laut dem Vorwurf
Die härteste Version behauptet, das Osmanische Reich funktionierte als eine räuberische Zivilisation, die sich die Genetik anderer Völker aneignete, vor allem europäischer, mit Frauen zur Fortpflanzung und Männern für seine Kriege. Es ist eine Formulierung, die ohne Nuancen daherkommt und man nehmen sollte, was sie ist: eine Arbeitshypothese, kein bewiesener Fakt.
Das Gegenargument kommt schnell. Was in der Türkei geschah, unterscheidet sich nicht von dem, was in Frankreich, Ungarn oder den angelsächsischen Ländern geschah, wo sich der Name der Eroberer über eine viel größere bestehende Bevölkerungsbasis legte. Die Franken gaben Frankreich seinen Namen, ohne die Gallo-Romanen zu ersetzen. Die Magyaren taten dasselbe in der Pannonischen Ebene. Der türkische Unterschied ist ein gradueller, kein grundsätzlicher.
Der ungarische Fall als Spiegel
Der am häufigsten gezogene Vergleich ist Ungarn. Das heutige Ungarn war im 9. Jahrhundert dünn besiedelt, und die Magyaren, mit einer auf Kavallerie basierenden Militärmacht, ließen sich ohne nennenswerten slawischen Widerstand nieder. Das würde erklären, warum sie ihre Sprache bewahrten. In Anatolien hingegen fiel die türkische Ankunft mit einem geopolitischen Sumpf zusammen: griechischer, persischer und arabischer Niedergang sowie geschwächte kurdische, armenische und georgische Mächte.
Genau hier stockt die Diskussion. Wenn die Genetik den Türken nicht ausmacht, was dann? Die Sprache, die Religion, die Staatsbürgerschaft oder einfach die Gewohnheit von Jahrhunderten. Niemand in der Diskussion löst diese Gleichung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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