Die gefährlichste und zerstörerischste Leidenschaft (Pater Spyridon)

Stolz lässt dich glauben, besser zu sein als andere, doch Geschichte und Glaube lehren uns, dass er ein direkter Weg ins Verderben ist. Erfahre, warum.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Stolz ist die "gefährlichste und zerstörerischste Leidenschaft", weil er uns blind macht, uns das Urteilen über den Nächsten erleichtert und uns von der göttlichen Gnade entfernt – hin zu einer trügerischen Sicherheit.

Stolz. Das Gefühl, im Grunde besser zu sein als alle anderen. Eine so alte Versuchung wie die Welt selbst, die sich als Tugend verkleidet und uns glauben lässt, unsere Verdienste seien allein unser eigenes Werk. Es ist die perfekte Falle, denn sie überzeugt uns, auf dem richtigen Weg zu sein, während sie uns von Demut und Mitgefühl entfernt – den Grundpfeilen jedes echten Wachstums, ob geistlich oder persönlich.

## Der Pharisäer und seine falsche Dankbarkeit

Denke an das Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner. Der Pharisäer, ein Mann, der sich rühmt, das Gesetz streng zu befolgen, tritt vor Gott und dankt. Doch sieht man genauer hin, ist sein Dank in Wahrheit eine Aufzählung seiner eigenen Leistungen: kein Räuber, kein Ungerechter, kein Ehebrecher. Er gefällt sich in seiner eigenen Rechtschaffenheit, vergleicht sich mit anderen und fühlt sich überlegen. Er glaubt, seine Güte sei ein eigenes Verdienst, eine hart erkämpfte Trophäe. Und genau in dieser Selbstzufriedenheit, in diesem verhüllten Urteil über den Zöllner neben ihm, liegt die Gefahr.

## Der Preis des Urteilens über den Nächsten

Die Wurzel dieses Urteils ist nichts anderes als die Unfähigkeit anzuerkennen, dass alles Gute, das wir haben, ein Geschenk ist. Wenn wir vergessen, dass uns die göttliche Gnade kleidet, dass wir ohne sie geistlich "nackt" sind, verfallen wir leicht der Versuchung, diejenigen zu verurteilen, die uns umgeben und so zu sein scheinen. Es ist ein Muster, das sich durch die ganze Geschichte zieht und das wir heute überall sehen: wie leicht wir Menschen aus unserer Vergangenheit, Gruppen, mit denen wir nicht übereinstimmen, oder politische Figuren verurteilen. Wir vergessen, dass wahre Buße nicht darin besteht, die Fehler anderer aufzuzeigen, sondern unseren eigenen Stolz zu bekämpfen.

## Der Weg der Demut und der Liebe

Der christliche Glaube ruft uns in seinem Kern auf einen anderen Weg. Er lädt uns ein, für diejenigen zu beten, die uns entgegenstehen – eine Aufgabe, die, seien wir ehrlich, oft schwer und schmerzhaft ist. Das Jüngste Gericht, erinnern uns die Schriften, wird sich nicht nach unseren politischen Zugehörigkeiten richten und nicht danach, wie wir unsere Umgebung gestalten, sondern danach, wie wir geliebt und vergeben haben. Wahre Demut ist keine Fassade, sondern das Eingeständnis unserer völligen Abhängigkeit von der göttlichen Barmherzigkeit. Sie bedeutet, uns in den Dienst anderer zu stellen, in Nachfolge dessen, der kam zu dienen und nicht bedient zu werden.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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