Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Turiel und Peak Oil: Prognosen, die sich nicht bewahrheiten
Antonio Turiels Warnungen vor dem Öl-Crash aus 2018 sind veraltet. Spanien schließt Kohlekraftwerke, während Elektroautos den Markt dominieren.
Antonio Turiel und Peak Oil: Sieben Jahre unerfüllter Vorhersagen
Geht das Erdöl aus? Diese Frage wird seit vierzig Jahren diskutiert und taucht immer dann auf, wenn der Ölpreis steigt. Im Jahr 2018 veröffentlichte der CSIC-Forscher Antonio Turiel einen langen Blogartikel, in dem er die Gefahr des Peak Oil bekräftigte und einen Horizont von Knappheit und Kollaps prognostizierte. Sieben Jahre später argumentieren Kritiker, dass das eigentliche Problem des Energiemarktes das Gegenteil ist: ein Überangebot an Rohöl. Dabei stoßen sie auf eine unbequeme Wahrheit: Vielleicht lag der Fehler nicht darin, zu weit vorauszuschauen, sondern die gegenwärtige Realität falsch zu lesen.
Wer ist Antonio Turiel und warum polarisiert er so stark?
Antonio Turiel ist Forscher am CSIC (Consejo Superior de Investigaciones Científicas) und eine der bekanntesten Stimmen für energetisches Degrowth in Spanien. Sein Blog und öffentliche Auftritte haben ihm eine treue Anhängerschaft eingebracht, aber auch eine Legion von Gegnern. Der häufigste Vorwurf lautet, dass der Titel Wissenschaftler ihm eine Autorität verleihe, die seine populärwissenschaftliche Arbeit nicht rechtfertige, und dass seine Warnungen eher wie Erzählungen denn wie überprüfbare Prognosen wirkten. Seine Verteidiger behaupten hingegen, die Energiekrise sei real und jene, die sie leugnen, weigerten sich, Verantwortung zu übernehmen. Zwischen diesen Extremen liegen die Daten, bei denen man innehalten sollte.
Was sagte der Artikel von 2018 und was hat sich geändert?
Der Text behauptete, dass konventionelles Erdöl – das billige und hochwertige – zwischen 2005 und 2010 seinen Höhepunkt erreicht habe. Die im Diskurs zitierten Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) deuten darauf hin, dass konventionelles Rohöl seit über einem Jahrzehnt stagniert und das spätere Wachstum aus Fracking und Ölsanden stammt, die teurer und schmutziger sind. Diese Nuance trennt jedoch eine vertretbare Diagnose von einer apokalyptischen Prophezeiung.
Wo die Erzählung laut Kritikern nicht standhielt, war der Ausgang. Die These, dass Schieferöl aufgrund seiner wirtschaftlichen Fragilität zusammenbrechen würde, hat nicht zu Knappheit geführt: Das Angebotswachstum kam aus unkonventionellen Quellen. Wer den aktuellen Markt analysiert, stellt fest, dass es kein Defizit gibt: Es gibt einen Überschuss.
Kohle erzeugt in Spanien keinen Strom mehr
Ein Aspekt des Artikels waren Klimapolitiken, denen er grundsätzliche Wirkungslosigkeit zuschrieb. Die aktuellen Zahlen zeigen ein anderes Bild. Laut verbreiteten Analysen hat Spanien am 15. Juli 2025 aufgehört, Strom aus Kohle zu erzeugen. Die letzten Kraftwerke – As Pontes mit 1.468 MW und 40 % der installierten Kohlekapazität; Aboño; Soto de Ribera; Los Barrios und Es Murterar – wurden vom Netz genommen, weil sie gegenüber anderen Energieträgern nicht wettbewerbsfähig waren. Andere Versionen derselben Analyse zählten noch vier aktive Kraftwerke: Diese Diskrepanz allein zeigt, wie unsicher die Datenlage ist.
Verbrennungsmotoren und die EU-Norm von 2035
Ab 2035 dürfen europäische Hersteller keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor verkaufen, ein Datum, das zum großen Schreckgespenst der Anti-Erneuerbaren-Erzählung wurde. Was oft verschwiegen wird: Der Kauf eines Verbrenners bleibt legal; einfach wollen immer weniger Fahrer einen. In Dänemark entfielen laut Forendaten 2015 noch 99% der Verkäufe auf Benzin oder Diesel; heute wären es unter 30 %, ohne dass jemand etwas verboten hätte. Der Wandel kommt von den Präferenzen, nicht von Zwang.
Die regulatorische Feinheit liegt im Gesetz für nachhaltige Mobilität (Ley de Movilidad Sostenible), das nach Kritikern im Kongress mit der Stimmenthaltung der PP verabschiedet wurde. Sie beschreiben es als Maschine zur Zerstörung der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen durch Niedrigemissionszonen, Nachtzüge und verpflichtenden öffentlichen Nahverkehr. Für manche ist dies Degrowth per Dekret. Für andere der einzige Weg, eine Transition zu beschleunigen, die der Markt nicht rechtzeitig schaffen würde. Zwei Lesarten desselben Textes.
Das reale Peak Oil und das widerlegte Mythos
Kaum jemand mit Daten bestreitet, dass Erdöl endlich ist und die Förderung mit den Jahren teurer wird. Diskutiert wird die Schlussfolgerung: Ohne Fossilien bliebe nur die Rückkehr zur Landwirtschaft mit Maultieren und Kerzenlicht. Das technische Argument ist die energetische Amortisationszeit (EROEI). Bei Photovoltaik liegt sie laut zitierten Daten bei etwa einem Jahr; danach ist jede kWh sauber. Die Frage ist also nicht, ob es Alternativen gibt, sondern was ihr Ausbau kostet und wer die Rechnung zahlt.
Haushaltsgeräte, CO2 und die kleinen Details der Daten
Ein weiteres Merkmal der Kollaps-Erzählung ist die Ignoranz gegenüber der verbesserten Effizienz im Haushalt. Ein LCD-Fernseher von 2010 verbraucht doppelt so viel wie ein LED-Gerät von 2021; ein Kompressor-Kühlschrank von 1999 verbrauchte laut verbreiteten Berechnungen etwa 600-700 kWh pro Jahr, verglichen mit den angegebenen 160,6 kWh/Jahr eines aktuellen Miele-Modells. Die Einsparungen, Posten für Posten, überraschen mehr als erwartet.
Auch beim CO2 sind die kursierenden Zahlen verwirrend: Die Biosphäre und Böden emittieren rund 440 GtCO2/Jahr und die Ozeane etwa 330, während menschliche Aktivitäten nur etwa 40 verursachen. Daraus wird manchmal geschlossen, dass CO2-Diskussionen Unsinn seien. Dieser isolierte Wert klärt nichts: Er misst Bruttoflüsse, nicht die Netto-Bilanz, die sich in der Atmosphäre ansammelt. Aber er zirkuliert und relativiert damit jede Dekarbonisierungspolitik.
Sieben Jahre, ein Markt, der laut Analysten reichlich Rohöl hat, und Kohle, die nicht mehr verbrannt wird. Der Kollaps hat sich vorläufig Zeit gelassen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (349 Antworten).
Die offizielle August-Inflationsrate von 4,3 % spiegelt nicht die Realität Ihres Geldbeutels wider. Erfahren Sie warum und wie Sie tatsächlich betroffen sind.