Trump beendet Iran-Krieg, Straße von Hormus bleibt dicht

Trump beendet die Kampagne gegen den Iran und lässt die Straße von Hormus weitgehend geschlossen. Der Nikkei fällt um 1,13%, da der Markt keinen schnellen Abschluss glaubt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Trump beendet Iran-Krieg, Straße von Hormus bleibt dicht
Trump beendet Konflikt mit Iran ohne Öffnung der Straße von Hormus

Donald Trump hat seinen Beratern mitgeteilt, dass er bereit ist, die militärische Kampagne gegen den Iran zu beenden, während die Straße von Hormus weitgehend geschlossen bleibt, wie das Wall Street Journal berichtete. Die Entscheidung, zuerst von Investing.com gemeldet, folgt darauf, dass das Präsidialteam bewertete, dass eine Mission zur Wiedereröffnung des Seewegs den Konflikt über den von der Administration festgelegten Zeitrahmen von vier bis sechs Wochen hinaus verlängern würde. Der Präsident habe sich nach Prüfung seiner Hauptziele – die Lähmung der iranischen Marine und ihrer Raketenreserven – für ein Ende der Kampagne entschieden.

Wirtschaftlich gelesen, lässt die Ankündigung eine unbequeme Frage offen. Die Straße von Hormus konzentriert einen großen Teil des weltweiten Rohöl- und Gasverkehrs, und wer sie faktisch kontrolliert – oder schließen kann –, hält eine erstklassige kommerzielle Waffe in der Hand. Die im Titel angekündigte Kapitulation entspricht keinem Sieg mit unterzeichneten Bedingungen: Es ist ein Ausstieg ohne Vereinbarung, mit halb geschlossener Leitung und Märkten, die ein Szenario verdauen müssen, das niemand eingepreist hatte.

Was Washington genau beschlossen hat

Nach dem vom WSJ gesammelten Bericht haben Trump und sein Umfeld bewertet, dass eine gewaltsame Wiedereröffnung der Straße von Hormus eine Verlängerung der Operation über den geplanten Zeitraum hinaus erfordern würde. Das Fazit war, dass es sich nicht lohne. Die Vereinigten Staaten würden das Ende der Feindseligkeiten erklären, mit einer geschwächten iranischen Marine und getroffenen Raketenreserven, und die Meerenge in einer ambigen Situation belassen: weder vollständig blockiert noch normal befahrbar.

Die offizielle Lesart lautet, dass die Ziele erreicht wurden. Die Marktesicht ist anders. Der Nikkei fiel um 1,13%, während Details bekannt wurden, was darauf hindeutet, dass Investoren keinen schnellen Abschluss glauben. Wenn sich die teilweise Schließung verfestigt, werden die Kosten für Seetransport und Energie in der Region zu einer stillen Steuer auf den Handel zwischen Asien und Europa.

Öl, Dollar und der Zoll von Hormus

Hier beginnt die eigentliche Debatte. Ein Teil der Analyse argumentiert, dass die USA sich selbst mit Öl versorgen und das Rohöl aus der Region nicht benötigen, weshalb sie kein Interesse daran haben, Truppen jahrelang am Golf zu stationieren. Eine andere Strömung entgegnet, dass der Petrodollar – das System, durch das Öl in Dollar gehandelt wird – genau von der maritimen Sicherheit abhängt, die Washington garantierte. Wenn diese Garantie zurückgezogen wird, könnten Golfstaaten beginnen, in anderen Währungen abzurechnen oder direkt an den Iran zu zahlen, um die Straßen offen zu halten.

Die unter Pessimisten kursierende Berechnung besagt, dass der Petrodollar so stark beeinträchtigt werden könnte, dass eine Rückkehr zum Goldstandard und der Aufstieg der BRICS beschleunigt werden. Es ist eine Hypothese, keine Tatsache, aber sie erklärt, warum der Markt die Nachricht nicht als Sieg feiert.

Wer zahlt den Wiederaufbau und wer profitiert von der Schließung?

Der Iran hat noch nichts akzeptiert. Für ein Ende des Krieges sind Verhandlungen nötig, und diese beginnen laut der häufigsten Analyse damit, Entschädigungen für die Zerstörungen zu fordern. Die vorgeschlagene Formel ist ein Zoll für Schiffe, die die Straße von Hormus kreuzen wollen: eine faktische Gebühr, die Frachter und damit auch Endverbraucher zahlen müssten.

Unterdessen bleibt die Frage, wer nach dem Konflikt mehr Öl und Gas verkauft, unbeantwortet. Venezuela taucht in der Diskussion auf, aber venezolanisches Rohöl ist schwer, teuer in Förderung und Raffination, und große Ölkonzerne haben gewarnt, dass das Land ohne rechtliche Garantien „nicht investierbar“ sei. Das US-Fracking andererseits hat ein Verfallsdatum: Ein Bohrloch fördert etwa fünf Jahre lang und weist eine schlechtere energetische Rendite auf als Rohöl aus dem Nahen Osten.

Die Erzählung vom Sieg und ihre Risse

Die offizielle Rhetorik hat sich gewandelt. Zuerst war von einem Regimewechsel die Rede; dann davon, dass das Regime bereits gewechselt habe, weil die Machthaber tot seien. Nun ist das erklärte Ziel, die Marine und die Raketen gelähmt zu haben. Diese Flexibilität der Ziele nährt den Skeptizismus: Wenn das Ziel jedes Mal neu definiert wird, wenn es nicht erreicht wird, kann jeder Ausgang als Erfolg dargestellt werden.

Parallel dazu hätte die Kampagne die regionalen Verbündeten am Golf ohne ihre bisherige Deckung gelassen und die iranische Gesellschaft hinter einer Nachfolgeregierung mobilisiert. Die neue Führung kommt dieser Lesart nach durstig nach Rache und mit weniger Spielraum für Zugeständnisse.

Was ab jetzt zu beobachten ist

Drei Indikatoren. Erstens, ob der Iran formale Verhandlungen annimmt und unter welchen Bedingungen. Zweitens, ob die teilweise Schließung der Straße von Hormus zu einem dauerhaften Zoll oder einer vorübergehenden Situation wird. Drittens, ob die Golfstaaten beginnen, ihre Zahlungen außerhalb des Dollars zu diversifizieren.

Keiner der drei Punkte hat heute eine Antwort. Der Krieg endet, aber das System, das den Handel in der Region trug, bleibt in der Schwebe. Glaubt wirklich jemand, dass die Erklärung des Endes der Feindseligkeiten ausreicht, damit die Straße wieder wie zuvor funktioniert?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (113 Antworten).

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