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Tourismusbranche: Volle Straßen, sinkende Umsätze
Geschäfte und Restaurants auf Ibiza, in den Pyrenäen oder Kantabrien berichten von einer Saison mit vielen Besuchern, aber weniger Ausgaben.
Der Sommer, der die Straßen füllt und die Kassen leert
Ist die Saison gebrochen? Diese Frage treibt kleine Geschäfte und Restaurants in halb Spanien um. Die Antwort vom Ladentisch ist unbequem: Es gibt Menschen, aber keine Ausgaben. Ibiza, die Pyrenäen, die andalusische Küste und Kantabrien beschreiben dasselbe Muster mit anderen Worten. Mai war eine Fata Morgana; Juli und August liefern Ergebnisse unter den Erwartungen, und der Konsumrückgang hat nun mehr Zeugen als Statistiken.
Ibiza: Von unmöglichen Reservierungen zu leeren Lokalen
Ein Forennutzer, der die Insel diesen Sommer besuchte, beschreibt den Kontrast mit fast notarieller Präzision. Im Mai erforderte jedes Mittagessen eine Vorreservierung, selbst in Dörfern im Landesinneren wie Sant Josep de sa Talaia oder Santa Gertrudis. Bis Mitte Juli konnte man um elf Uhr morgens für zwei Uhr dreißig problemlos einen Tisch buchen. Bei der Ankunft war das Lokal leer. Er wiederholte den Test am nächsten Tag in einem anderen Gebiet: dieselbe Szene.
Parallel dazu kursiert ein Fall, der den gesamten Zyklus zusammenfasst. Ein Katamaran-Betreiber verkaufte seine Wohnung in Madrid und kaufte das Boot, um es während der Party-Saison auf Ibiza für rund 1.000 Euro pro Tag zu vermieten. Jahrelang verdiente er gut. Diese Saison, sagt er, sei die schlechteste seit 2020, und sein Plan sei, zu verkaufen und mit dem Gewinn aufs Festland zurückzukehren.
Pyrenäen und Kantabrien: Viele Leute, kein Geld
In Touristendörfern der Pyrenäen sprechen Guide-Unternehmen vom schlimmsten Juli und August-Anfang seit Langem, nach einer hervorragenden Osterwoche. Die lokale Gastronomie bestätigt den Trend. In Kantabrien hat sich die Saison in den letzten Wochen nicht erholt: Es gibt hohe Besucherzahlen, aber das Geld fließt nur in die Bezahlung der Unterkunft. Auch Personal fehlt: Hotels, Restaurants und Campingplätze geben ernsthafte Probleme bei der Besetzung von Stellen zu, mit unvollständigen Teams und Ersatzkräften, die schwach performen.
An der andalusischen Küste ist die Diagnose ähnlich: Flüsse von Autos, Menschen überall, wenig Freude an den Kassen. Madrid und Zentralspanien wirken im August voller als üblich. In den Städten erlebt die Nachbarschaftsgastronomie einen unerwartet guten August, weil viele Stammkunden nicht in den Urlaub gefahren sind.
Nachbarschaftshandel, der tatsächlich wächst
Nicht alles fällt. Ein Bekleidungsgeschäft im Viertel, außerhalb jeglicher Tourismusströme, meldet Umsatz und Gewinn mehr als das 1,4-Fache im schlechtesten Monat und einen März mit dem 2,8-Fachen des üblichen Werts. Die Interpretation wird diskutiert. Für manche bestätigt dies die zentrale These: Wer nicht in den Urlaub fährt, gibt in seiner Stadt aus, und der mittlere bis niedrige Preissektor schöpft dieses Geld ab.
Für andere zeigt es das Gegenteil: Es gibt Kaufkraft, sie wurde nur umverteilt. Das Geschäft verkauft keine Schnäppchen – es führt bekannte Marken –, aber auch keine Hemden für 60 Euro oder Kleider für 150. Mehr im Viertel zu verkaufen bedeutet nicht, mehr auf der Insel zu verkaufen, wo die Saison wirklich entschieden wird.
Warum sinkt der Konsum?
Die häufigste Erklärung ist Lehrbuchmäßig: anhaltende Inflation über Monate und kumulierte Zinserhöhungen. Die Verschärfung der Kreditbedingungen zur Eindämmung der Preise hat einen vorhersehbaren Effekt – die Zerstörung der Nachfrage – und im letzten Quartal des Vorjahres war die Rechnung bereits in einigen Sektoren spürbar. Der Schlag kommt verspätet, aber er kommt.
Mit teureren Einkaufskörben, Tankfüllungen und Stromrechnungen treffen viele Haushalte eine einfache Entscheidung: Nicht 150 Euro für eine Nacht zahlen, die schlechter ist als das eigene Bett. Die Gastronomie hat Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Mieten, Löhnen und Alkohol an die Kunden weitergegeben, und in manchen Lokalen herrscht das Gefühl, dass die Anpassung die tatsächlichen Kostensteigerungen weit übertraf. Manche argumentieren, dass eine Senkung der Mehrwertsteuer für den Sektor sich nicht in den Endpreisen niederschlagen würde, während andere an Betriebe erinnern, die sie auf Speisekarten anwenden, die sie ohnehin schon enthalten.
Im Hintergrund taucht eine wiederkehrende Klage auf: Die Kaufkraft ist deutlich geringer als vor drei Jahrzehnten, wobei einige behaupten, es sei kaum noch ein Fünftel des Niveaus von 1990 übrig.
Mietbesitzer spüren die Krise nicht
Es gibt eine unbequeme Lesart des Phänomens. Der Konsumrückgang trifft jene, die von knappen Gehältern leben und Schulden haben, während Unternehmen mit Margen oder Immobilienbesitzer stabil bleiben. Bei steigenden Preisen verliert ein Teil des Handels nicht: Er gewinnt mehr. Die andere Seite ist die Klage von Sektoren, die seit Jahrzehnten den Ruin ankündigen, aber immer noch offen sind – ein Argument, das genutzt wird, um jede Warnung abzutun.
Allerdings scheinen kleine Geschäfte, die diese Tage wegen Ferien schließen, kein Zeichen von Wohlstand zu sein. Manche haben die Schließung auf fünfzehn Tage verlängert, und in einigen Vierteln fallen geschlossene Bars, Friseure und Kioske mit vollen Garagen in derselben Woche zusammen.
Zeugnisse vor Statistiken
Das Bild basiert derzeit auf Gesprächen, nicht auf offiziellen Zahlen. Die Sommersdaten fehlen, und bis sie eintreffen, bewegt sich die Diskussion zwischen Wahrnehmungen: Unternehmen verschiedener Sektoren, die sich auf einen schlechten Monat einigen, gegenüber Geschäften, die ihren Umsatz in derselben Stadt verdoppeln. Manche warnen auch vor der Falle, nur die eigene Umgebung zu betrachten und Ausnahmen als Regel zu nehmen.
Und der Herbst? Mit diesen Voraussetzungen wird die Saison gerettet oder nicht. Was keine Gehälter zahlt, ist Pose.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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