Torrelodones: Gehälter und Beraterkosten auf 1,1 Mio. Euro verdoppelt

In Torrelodones (Spanien) steigen die Kosten für Personal und externe Berater unter der neuen PP-VOX-Koalition von 484.000 auf 1,1 Millionen Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Torrelodones: Gehälter und Beraterkosten auf 1,1 Mio. Euro verdoppelt
Torrelodones: Gehälter und Beraterkosten auf 1,1 Mio. Euro verdoppelt

Ein mehr als tausend Wörter langer Appell gegen die extreme Rechte endet in einer kommunalen Rechnung. Laut den im Thread zitierten Angaben hat das Rathaus von Torrelodones, regiert von PP und VOX, die öffentlichen Ausgaben für Gehälter und Berater verdoppelt: von 484.000 Euro, die die vorherige Nachbarschaftsvereinigung ausgegeben hatte, auf 1,1 Millionen Euro. Die Bürgermeisterin Almudena zaino (PP) erhöhte ihr eigenes Gehalt um 6.000 Euro. Dies ist die konkreteste Zahl des gesamten Austauschs und die einzige, die in Euro ausgedrückt wird.

Der Anfang: „Niemand hat euch zu etwas gezwungen“

Der ursprüngliche Text handelt nicht vom Haushalt. Es ist ein Appell in der zweiten Person an jene, die ihre politische Zugehörigkeit mit Formulierungen wie „Sie zwingen uns, VOX zu sein“ rechtfertigen. Die These ist eindeutig: Niemand wurde bedroht oder mit einer Waffe gezwungen, totalitäre Symbolik zu zeigen; wer dies tut, entscheidet sich bewusst dafür. Daraus leiten sich mehrere Beispiele ab, die von der Bar bis zur Flagge reichen.

Eines beschreibt die Beschwerde eines Mannes, der als Rassist bezeichnet wurde, nachdem er bemerkt hatte, dass ein Kellner wegen seiner südamerikanischen Herkunft langsam war; die Antwort lautet, es habe keine Zensur gegeben, sondern ein Recht auf Gegenrede. Ein anderes Beispiel behandelt die Kritik an der Queer-Theorie: Man könne widersprechen, ohne bestimmte Symbole tragen zu müssen. Ein drittes Beispiel bezieht sich auf einen Kulturberater in Valencia, der laut dem Bericht seine Trinc fragte, wie sein Pferd heißen soll – Optionen waren Caudillo und Duce; Caudillo gewann.

Torrelodones: Was kostet die neue Stadtregierung?

Die Daten erscheinen am Ende und überraschen durch ihre relative Größe. In einer Gemeinde im Madrider Gebirgszug stiegen die Posten für Gehälter und Berater von 484.000 Euro auf 1,1 Millionen Euro, also auf mehr als das Doppelte. Der Anstieg erfolgte mit dem Regierungswechsel zu PP und VOX, wobei die Bürgermeisterin ihr Gehalt um 6.000 Euro erhöhte.

Diese Ausgabe wirft eine unbequeme Frage für jede politische Farbe auf: Wie viel dieses Anstiegs ist Verwaltungsfähigkeit und wie viel Vertrauensstruktur? Eine Verdopplung der Ausgaben für temporäres Personal in einer mittelgroßen Kommune verbessert per se keinen öffentlichen Dienst, und das Beispiel kommt genau dann, wenn das Argument des Gegners Effizienz versus Verschwendung war.

Der Streit über Kriminalität und Nationalität

Hier liegt der schärfste Teil. Eine Seite behauptet, die Bevölkerung marokkanischer Herkunft begehe Straftaten in einem viel höheren Maßstab als Spanier, mit einer quellenlosen Zahl: 1000 % mehr Raubüberfälle. Es gibt kein offizielles Register, das diesen Prozentsatz bestätigt. Die Gegenargumentation dreht die Logik um: Korreliert wird mit extremer Armut und Ortskenntnis, nicht mit Herkunft; Vergleiche sollten zwischen vergleichbaren Situationen gezogen werden.

Das Gegenargument kommt von der Costa del Sol. Man verweist auf Puerto Banús und Marbella, wo, so die Behauptung, die marokkanischen Tätern zugeschriebene Kriminalität auch Personen einschließt, die per Flugzeug oder Luxusauto anreisen, ohne prekäre Verhältnisse. Das heißt, Armut erklärt nicht alle Fälle. Keine der beiden Seiten liefert offizielle Statistiken, und dort bleibt der Streit stehen.

Sechzehn Monate eines spanischen Gefangenen in der EU

Der anfängliche Text nutzt einen konkreten Fall, um die Kohärenz des „Flaggen-Patriotismus“ zu messen: Pablo González, ein spanischer Bürger, saß fast 16 Monate unter inakzeptablen Bedingungen in einem EU-Land fest, ohne dass, laut diesem Bericht, eine einzige spanische Flagge zu seiner Verteidigung gezeigt wurde. Die implizite Frage – warum die Flagge gegen gleichgeschlechtliche Ehen, bestimmte Komiker oder Pandemimaßnahmen geschwenkt wird, aber nicht hier – bleibt unbeantwortet.

Dasselbe gilt für den Vorwurf, die Angst vor der Flagge existiere nur in Spanien: Der Text antwortet mit Beispielen für Witze über Flaggen in französischen Comics und US-Shows und erinnert daran, dass das Zeigen von Flaggen das Markenzeichen der Ästhetik der extremen Rechten in jedem Land ist.

Warum die Etikette wichtiger diskutiert wird als die Ausgabe

Weil Etiketten kostenlos sind und Rechnungen nicht. Eine Selbstdefinition fasst das Klima zusammen: Jemand erklärt sich zum Chauvinisten, weil er an Gleichheit vor dem Gesetz glaubt; zum Rassisten, weil er für seine Tochter ein kulturell ähnliches Umfeld bevorzugt; zum Fremdenfeind, weil er regulierte Einwanderung mit Vertrag im Herkunftsland fordert; und zum Faschisten aufgrund seiner Position zur Definition von Mann und Frau. Alles im selben Absatz und ohne Scham. Mit diesem Material wird jeder Haushaltsposten zum Streitpunkt.

Dem gegenüber steht die häufigste Antwort: Extreme Rechte und Faschismus gleichzusetzen sei ein intellektueller Kurzschluss, und wer dies tue, zeige wenig Urteilsvermögen. Die Diskussion endet, wie fast immer, ohne dass jemand die Aufschlüsselung angefordert hat.

Mit den Zahlen auf dem Tisch bleibt die Zweifelhaftigkeit dieselbe: Wenn Unzufriedenheit mit Etiketten mehr Stimmen mobilisiert als die Rechnung der Berater, warum hat dann niemand bereits die vollständige Aufschlüsselung dieser 1,1 Millionen gefordert?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (169 Antworten).

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