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Tod nach Zwangsräumung: Maricarmen und der Twitter-Streit
Der Tod der 87-jährigen Maricarmen nach ihrer Zwangsräumung löst in Spanien einen politischen Streit auf Twitter aus. Der Fall fällt mit dem Wahlkampf zusammen.
Maricarmen: Die 87-Jährige starb, nachdem sie in ihre Wohnung zurückgekehrt war
Der Tod einer 87-jährigen Frau, die zwangsgeräumt worden war und kurz nach der Rückkehr in ihre Wohnung starb, hat auf Twitter einen politischen Sturm ausgelöst. Der Fall fällt mit dem spanischen Wahlkampf zusammen und wird von beiden Seiten genutzt, um dem Gegner die Schuld zuzuweisen. Die Linke macht Geierfonds und die Rechte verantwortlich; die Rechte entgegnet, die Räumung sei nach den geltenden Gesetzen der Koalitionsregierung vollstreckt worden. Dabei bleibt ein unbequemer Fakt: Die Frau war in ihre Wohnung zurückgekehrt, und ihr Tod trat danach ein.
Was geschah mit Maricarmen?
Maricarmen, 87 Jahre alt, wurde auf Grundlage des spanischen Stadtvermietungsgesetzes von 1994 (Ley de Arrendamientos Urbanos) aus ihrer Wohnung geräumt, wie aus den im Debattierverlauf kursierenden Rechtsverweisen hervorgeht. Nach der Räumung kehrte die Frau in ihre Wohnung zurück, starb aber kurz darauf. Die zeitliche Nähe zum Wahlkampf hat den Vorfall zum Schlachtfeld gemacht. Auf Twitter wurde der Fall als «terroristischer Anschlag» der «Reaccionariopobres» gedeutet – ein Begriff, der Klasse und Ideologie vermischt und selbst für Kontroversen gesorgt hat.
Der Begriff «Reaccionariopobre» und der Klassenkampf
Der Ausdruck «Reaccionariopobre» hat sich in den sozialen Netzwerken verbreitet, um rechte Wähler mit niedrigem Einkommen zu bezeichnen. In der Debatte wird er definiert als «ein Armer, der gemerkt hat, dass die rote PPSOE es darauf anlegt, dass er für immer arm bleibt» oder als «ein Arbeiter, der rechts wählt». Der Klassismus-Vorwurf kam sofort: «Die Linke ist inzwischen klassistischer als die Bewohner von La Sarracena und Pozuelo zusammen», ist dort zu lesen. Andere spotten, die Linke lasse die Armen für andere Gruppen fallen. Der Begriff diente in jedem Fall dazu, von der zentralen Tatsache abzulenken: dem Tod einer alten Frau.
Der Kampf um die politische Verantwortung
Die Räumung wurde auf Grundlage des Stadtvermietungsgesetzes von 1994 vollstreckt, das unter der Regierung von Felipe González von der PSOE verabschiedet wurde, wie in der Debatte betont wird. Die aktuelle Regierung ist jedoch eine Koalition aus PSOE und Sumar, die seit acht Jahren unter Sánchez steht. Die Rechte argumentiert, die Verantwortung liege bei der heutigen Regierung, weil sie das Gesetz nicht geändert habe. Die Linke wiederum macht Geierfonds und die Gier der Rechten verantwortlich. Dazwischen steht die Frage, ob der Tod einer 87-jährigen Frau überhaupt als politische Waffe missbraucht werden sollte.
Die Wendung im Drehbuch: die Rückkehr nach Hause
Einer der meistdiskutierten Punkte ist, dass die Frau vor ihrem Tod in ihre Wohnung zurückgekehrt war. «Ein sehr bequemer Tod. Sie war zurück in ihrer Wohnung. Die Geschichte war vorbei... eine geniale Wendung im Drehbuch», heißt es hämisch. Andere halten dagegen: «Vielleicht hatte es nichts damit zu tun, dass eine kranke 87-Jährige hier und her gekarrt und zu zigtausend Demonstrationen geschleift wurde.» Die Diskussion, ob die Rückkehr nach Hause das Narrativ von der Räumung als Todesursache entkräftet, ist damit eröffnet.
Der Zahlenkrieg: 11-M, Ayuso, Mazón
Die ursprüngliche Nachricht vergleicht Maricarmens Tod mit anderen Tragödien: «11-M unter Aznar mit Bushs Hilfe = 200 Tote, Ayuso = 8000 Tote, Mazón = 300 Tote, Trillo = 90 Tote, Moreno = wieder ein Brüller von Toten». Es sind Zahlen, die ohne Kontext in die politische Schlacht geworfen werden. Der Vergleich mit dem Madrider Anschlag von 2004 (11-M) und mit dem Umgang mit der DANA-Katastrophe in Valencia (Mazón angelastet) soll den Vorfall als Verbrechen der Rechten einordnen. Von der anderen Seite kommt die Antwort: «Diesmal hat die PSOE nur eine alte Frau getötet, statt eines vollen Zuges.»
Der Wahlkampf-Kontext
Die zeitliche Nähe zum Wahlkampf hat den Fall noch verstärkt. «Es wird ein Riesenzirkus», wird vorhergesagt. Manche sehen eine inszenierte «Psyop»: «Ich hätte nie gedacht, dass sie die Psyop so weit treiben können.» Andere sind skeptischer und meinen: «Alles ist viel zu übertrieben gespielt, die Leute sind nicht so dumm.» Der Tod von Maricarmen ist zum Symbol geworden, bevor alle Details bekannt sind. Und wie in so vielen Fällen wird das Gedächtnis der Öffentlichkeit dafür sorgen, dass er in drei Tagen Geschichte ist.
Der Tod einer 87-jährigen Frau nach einer Zwangsräumung und einer Rückkehr nach Hause ist eine tragische Tatsache. Dass er auf Twitter als politische Munition benutzt wird, sagt weniger über Rechts oder Links aus als über den Verfall der öffentlichen Debatte. Am Ende ist die einzige Zahl, die zählt, die eines Lebens.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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