Tether und US-Schulden: Die wahre Rolle im Krypto-Markt

Die These, dass jeder Krypto-Kauf über Tether US-Schulden finanziert, scheitert daran, dass Börsen USDT nicht vorschreiben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tether und US-Schulden: Die wahre Rolle im Krypto-Markt
Tether: Der Weg, der Ihren Krypto-Kauf in US-Schulden verwandelt

Der Einstieg in Kryptowährungen erfordert laut dem hier diskutierten Ansatz eine Zwischenstation: USDT, die Stablecoin von Tether, die eine 1:1-Umtauschbarkeit mit dem Dollar verspricht. Von dort bis zur Behauptung, dass das in den Krypto-Markt fließende Geld am Ende US-Staatsanleihen kauft, ist es ein weiter Weg – und genau dieser wird debattiert: Sind Krypto-Investoren tatsächlich die letzten Käufer der US-amerikanischen Staatsverschuldung oder nur das lauteste Glied einer Kette, die seit Jahrzehnten von anderen gesteuert wird?

Die Ausgangsthese ist konkret: Tether wandelt die erhaltenen Gelder in US-Staatsanleihen, Repos und andere Qualitätsprodukte um. Trifft dies zu, würde jeder Retail-Kauf von Bitcoin oder Ethereum wie eine unwissentlich eingegangene Zeichnung auf US-Schulden funktionieren. Die damit verbundene Warnung ist noch härter: Dies hält so lange an, wie das Geld derjenigen reicht, die überzeugt sind, gegen das Finanzsystem zu kämpfen.

Was ist Tether und warum taucht es bei jedem Krypto-Kauf auf?

Tether ist weder eine Bank noch ein Investmentfonds. Es ist eine Stablecoin: eine digitale Währung, die an den Dollar gekoppelt ist und theoretisch eine 1:1-Convertibilität bietet. Das Geschäftsmodell besteht darin, Dollar anzunehmen und sie gewinnbringend anzulegen – hauptsächlich kurzfristige US-Staatsschulden sowie Repos und andere Instrumente. Das Ergebnis ist laut dieser Analyse eine Gewinnmaschine, die mindestens zwei Jahre lang mehr Geld verdient hat als BlackRock.

Daraus ergibt sich die eigentliche Anschuldigung: Der Krypto-Markt fungiere als paralleler Kanal, um Staatsverschuldung abzusetzen, während traditionelle Käufer zögern. Die gestellte Frage lautet: Was kann bei einem solchen Schema schiefgehen? Die Antwort in einem Satz: Wenn die Käufer ausbleiben.

Müssen Sie USDT kaufen, um in Krypto zu investieren?

Nein. Hier bricht die These zum ersten Mal. Keine seriöse Börse verpflichtet dazu, zuvor Tether zu nutzen, und auf europäischen Plattformen kann man Guthaben direkt in Euro halten. Die interne Umrechnung in USDT, falls vorhanden, folgt der Betriebslogik der Plattform, nicht einer gesetzlichen Vorgabe.

Diese Nuance ist wichtig, da sie die Natur des Risikos verändert. Eine Krypto-Börse ist keine Bank, sondern ein Verwahrer. Das eingezahlte Geld hört auf, Eigentum des Kunden zu sein, und wird zu einem Buchhaltungsposten in der Bilanz der Plattform – ähnlich wie Casino-Chips einen Saldo repräsentieren, der nur ausgezahlt wird, wenn das Haus zahlt. Die europäische Krypto-Verordnung (MiCA), die bald in Kraft tritt, verschärft diese Regulierung, beseitigt aber nicht den grundlegenden Unterschied.

Wenn Tether pleitegeht, wen reißt es mit sich?

Hier herrscht weitgehend Einigkeit, selbst zwischen gegensätzlichen Positionen. Tether wurde nicht als systemrelevante Institution eingestuft, daher genießt es nicht das Schutznetzwerk, das große Banken seit 2008 umgibt: Wenn es fällt, fällt es. Und es würde nicht nur Krypto-Enthusiasten mitreißen; die verwendete Analogie ist die eines Dominosteins.

Das alternative Szenario ist ein gradueller Rückzug, der es ermöglichen würde, die Bombe schrittweise zu entschärfen. Niemand garantiert jedoch, dass dies eintreten wird.

Petrodollar, strategische Bitcoin-Reserve und 100%-Zölle

Der Kontext, der all dies erklärt, ist der Zusammenbruch des alten Energieabkommens: Der Petrodollar-Pakt zwischen den USA und der OPEC, der fünfzig Jahre Bestand hatte, ist seit einem Jahr nicht erneuert worden, und Saudi-Arabien verkauft sein Rohöl in mehreren Währungen, einschließlich Yuan und Euro. Parallel dazu drohen Zölle von 100 % gegen Länder, die den Dollar verlassen, und die Ankündigung einer strategischen Bitcoin-Reserve.

Ganzheitlich betrachtet dreht sich für Teile der Analyse die Sequenz nicht um Bitcoin, sondern darum, den Dollar und seine Schulden zu stützen. Krypto-Käufer würden als letztes Glied dieser Kette agieren, ohne ihre Rolle zu kennen.

Gold vs. Bitcoin: Was ist Wert und was ist vorübergehende Nachfrage?

Die Diskussion mündet in einen alten Streit. Auf der einen Seite steht die Ansicht, dass Gold immer und für alle einen Wert besitzt, während alles andere subjektive, wechselnde Nachfragen sind; auf der anderen Seite die Auffassung, dass ein Großteil des Bitcoin-Werts auf einer mentalen Assoziation mit Gold beruht, vermittelt durch die Erzählungen seiner Befürworter, nicht durch eine intrinsische Eigenschaft des Assets.

Auch der sektiererische Faktor spielt herein. Manche vergleichen die ferventesten Verteidiger mit einer Glaubensgemeinschaft und unterscheiden zwischen dem Besitz von Bitcoins und dem Aktivismus für Bitcoin. Die übliche Antwort auf diese Kritik ist eine einzige Zahl: Wer vor Jahren eingestiegen ist, als es teuer erschien, erzielt heute Renditen, die Skeptiker nie erreichen werden.

Das Detail, das irritiert, ist kein Marktphänomen. Wer dachte, 1.000 Dollar seien bereits eine Blase, bleibt draußen; wer eingestiegen ist, prahlt mit seinen Gewinnen. Und keiner von beiden hat bisher US-Staatsanleihen unter seinem eigenen Namen gekauft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (205 Antworten).

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