Terrasse ohne Genehmigung zu 9-m²-Retro-Hobbyraum umgebaut

Ein Hausbesitzer baute seine Terrasse ohne Baugenehmigung zu einem Raum für Retro-Computer und Neo-Geo-Spiele um.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Terrasse ohne Genehmigung zu 9-m²-Retro-Hobbyraum umgebaut
Terrasse ohne Genehmigung zu 9-m²-Retro-Hobbyraum umgebaut

Manche nutzen ihre Terrasse zum Wäschetrocken. Andere, mit weniger als 36 Quadratmetern Wohnfläche, entscheiden sich dafür, ihre Terrasse zu überdachen und einen 9-Quadratmeter-Raum für eine Sammlung nicht mehr produzierter Computer zu errichten. Das ist die Geschichte des Autors dieses Threads: Ein Penthouse mit 120 Quadratmetern Terrassenfläche, von denen 9 in ein Hobbyzimmer umgewandelt wurden. Die Arbeiten erfolgten 2011 ohne Baugenehmigung. „Ich denke, dass sie nach so vielen Jahren verjährt sind“, vermutet er. Die Antwort ist beruhigend: Ein Teilnehmer berichtet von einem ähnlichen Fall, bei dem der Umbau zwischen Katasteramt und Gemeindebehörde interveniert wurde.

Das Inventar macht den Raum zu mehr als nur einem Abstellraum mit Steckdosen. Es gibt einen FM Towns, einen X68000, einen Beige G3 Tower und Desktop, einen iMac, einen G4, einen G5 im Hintergrund, einen G4 Lampen-Mac, MacBooks, iBooks G3, einen Pentium Pro auf Platine und im Dock, einen Dual Slot 1, einen HP (kein IBM), eine Platine mit Siemens R3000 CPU und eine PSX. Der Autor ist 44 Jahre alt und hat eine klare Vorstellung davon, was er will: „Wenn ich mich mit meinen Geräten beschäftige, fühle ich mich wieder wie 20.“

Was emuliert werden kann und was nicht

Der häufigste Einwand lautet: Warum so viel Hardware, wenn ein Emulator das Gleiche auf einem 400-Euro-Laptop leistet? Die technische Antwort ist solider als es scheint. Kein Emulator reproduziert einen damaligen PC x86 mit voller Treue, und die zugehörige Hardware – EPROM-Brenner, Lötarbeiten, proprietäre Bussysteme – ist direkt unmöglich zu simulieren. Der FM Towns ist das perfekte Beispiel: Er hat keine PC-BIOS oder kompatible Hardware, also ist er kein „fast ein PC“, sondern etwas anderes.

Der zweite Einwand betrifft den Platz. Der Raum wirkt eher wie ein Lager als eine Werkstatt. Der Autor selbst gibt zu, dass der Lötbereich weiterhin in seinem Hauptschlafzimmer liegt, wo er auch Spiele in Boxen und seinen Alltags-PC aufbewahrt. Seine Frau sei, sagt er, „genervt vom Zinn-Geruch“. Den Workshop in den neuen Raum zu verlegen ist der Plan, aber noch nicht umgesetzt.

Isolierung, Temperatur und Staub

Die Konstruktion ist keine Aluminium-Glas-Verglasung. Sie besteht außen aus Polycarbonat-Platten und innen aus Glasfaser zwischen Platte und Innenraum. Im Sommer ist es heiß, aber nicht extrem: Da es ein Penthouse ist, reicht es, das Fenster zu öffnen. Diese Details unterscheiden ein Hobbyzimmer von einem Gewächshaus.

Zum Staub gibt es eine unnachgiebige Haltung: „Ich bin nicht sehr ordentlich, gerade genug. Wenn mir etwas zu sauber oder staubfrei erscheint, gefällt es mir nicht.“ Das ist ein Prinzipienstatement. Auch eine Warnung an alle, die Museumsfotos erwarten.

Das unbekannte Geld darin

Hier kommt die Wendung. Unter den gespeicherten Cartridges befinden sich Neo Turf Masters, Garou, Metal Slug 1 und über zwanzig weitere Neo Geo Titel wie KOF, Fatal Fury, Real Bout und Samurai Shodown. Der Autor kaufte sie zwischen 1997 und 2002, viele auf spanischen Flohmärkten, als noch Peseten gezahlt wurden. Er schätzt, dass Turf Masters damals etwa 150 Euro kostete. Das Gespräch dreht sich dann um den heutigen Wert dieser europäischen Versionen, mit Zahlen im Bereich von mehreren zehntausend Euro für die seltensten Cartridges. Er glaubt es kaum: „Ich glaube nicht, dass sie so viel wert sind.“ Sie lagern in Tarragona im Eigentum seines Bruders, zusammen mit einigen Arcade-Automaten und einem Indiana Jones Pinball.

Der Plan: Schulden tilgen und ins Hobbyleben zurückziehen

Der finanzielle Aspekt ist nicht geringfügig. Es bleiben etwa acht Jahre, um alle Schulden einschließlich Hypothek abzuzahlen. Das erklärte Ziel ist es, sich dann zur Ruhe zu setzen, minimal zu arbeiten und sich „mit all dem Unfertigen“ zu beschäftigen. Die Kinder sind erwachsen; zwei studieren noch, leben aber ihr eigenes Leben. Der Raum ist, in seinen Worten, der Ort, an dem niemand seine Sachen anfasst.

Den Abschluss bildet nicht er, sondern die schwebende Zahl: Ein Cartridge, der auf einem Provinz-Flohmarkt für 150 Euro gekauft wurde, kann heute mehr wert sein als der Boden des Raums, der ihn beherbergt. Niemand hat dies überprüft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (151 Antworten).

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