Telegram-Krypto-Apps: Der Hype um Notcoin und Blum

Notcoin erreichte 0,03 Dollar mit 35 Millionen Nutzern, Blum zählt bereits 10 Millionen. Eine Analyse der Krypto-Mini-Apps auf Telegram und ihrer Airdrops.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Telegram-Krypto-Apps: Der Hype um Notcoin und Blum
Klicks und Airdrops: Das Fieber nach Telegram-Shitcoins

Wie viel kann man aus einer App herausholen, die nur verlangt, den Bildschirm zu berühren? Im Frühjahr 2024 kursierte die Antwort von Gruppe zu Gruppe und passte in einen Satz: gerade genug, um die Gewohnheit nicht zu verlieren. Die Erste, die zahlte, war Notcoin, das seinen Airdrop am 13. Mai verteilte, 35 Millionen Nutzer übertraf und in der ersten Woche fast 0,03 Dollar erreichte, mit einer Marktkapitalisierung von über 2 Milliarden. Wochen später lag sie bei 1,6 Milliarden und 0,016 Dollar. Das Muster war festgelegt: kostenloses Spiel, versprochenes Token und Countdown.

Was ist Hamster Kombat und warum werden tägliche Combos geteilt?

Weil das Spiel zusätzliche Münzen an diejenigen verteilt, die die Tageskombination der Karten erraten. Hamster Kombat, der Tapper, der nach Notcoin kam, ändert jeden Tag die drei Upgrades, die die Belohnung multiplizieren, und ein Großteil des Interesses an diesen Mini-Apps liegt darin, fremde Combos zu kopieren, bevor sie verfallen. Ende Mai und Anfang Juni 2024 zirkulierten die Combos täglich mit dem Versprechen von fünf Millionen Münzen. Mit einem Detail, das niemand verbarg: Das Leveln der Karten kostete oft mehr als der Bonus selbst.

Auch offizielle Anerkennung gab es. Die Anwendung wurde innerhalb der redaktionellen Auswahl der Telegram-App-Plattform als bester Clicker hervorgehoben, ein Platz, den zuvor Notcoin innehatte. Projekte sind wie eine Leiter angeordnet: Wer zuerst auszahlt, legitimiert den nächsten.

Blum, DOGS und CATS: Vom Minispiel zum Vormarkt

Blum wurde mit Stammbaum geboren: Von ehemaligen Binance-Mitarbeitern erstellt, präsentierte es sich als hybride Börse, die ein Off-Chain-Orderbuch mit On-Chain-Abwicklung kombiniert, mit Selbstverwahrung aus externen Wallets. Die Zahl, die es verzeichnete, war die der Nutzer: 10 Millionen. Parallel erreichten DOGS in weniger als vier Tagen seit Start 10 Millionen Nutzer und handelte bereits im Vormarkt bei 0,013 Dollar, mit Listing-Erwartung bis Monatsende. CATS startete zwei Tage später, umhüllt vom gleichen Geheimnis und mit sehr wenigen Daten zur Verteilung.

Dahinter tauchte eine Liste auf, die sich wöchentlich vervielfachte: Tapswap im Solana-Netzwerk, MemeFi, Minepoo, PocketFi, Yescoin, Farmfrens, Vertus, Dotcoin, DropHunter oder der BabyDog-Clicker. Das Angebot wuchs schneller als jede Zuteilung. Es wurde gewarnt, dass das nächste große Ereignis Pixeltap, das Projekt von Pixelverse, sei, mit Mitte Juli als markantes Datum.

TON, die Schicht, die das Geflecht trägt

All dies stützt sich auf TON, das mit Telegram verbundene Netzwerk. Mit einem Kurs von 7,3 Dollar in den damals verfügbaren Daten rangierte es als achte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung. Das Versprechen, das damit verbunden wurde, war, Euro, Dollar und Rubel in derselben Tasche zu haben und Geld sofort zwischen zwei Personen ohne Bank zu bewegen. Hier entstehen die unbequemen Fragen: Wie bringt man Geld von einem Girokonto hinein, wie wandelt man es in eine andere Währung um und was passiert danach mit dem Finanzamt? Niemand gab eine vollständige Antwort auf diese drei Punkte.

Catizen: Wenn der Clicker Strategie verlangt

Nicht alles besteht nur aus Tippen. Catizen, das Spiel, bei dem man zwei identische Elemente verschmilzt, um ein drittes zu erhalten, erfordert Ressourcenmanagement: Der Auto-Extraktor kostet 3.500 Fish, der Blockchain-Bonus wird mit 0,0043 TON freigeschaltet und Münzen werden für Angelruten ausgegeben, um Beschleuniger und hoffentlich einen temporären Hyper-Beschleuniger zu erhalten. Jeden Tag erscheint zudem ein Paket mit einer anderen Münze, deren Verwendung niemand vollständig erklärte. Unter den geteilten Routinen war das Einzahlen eines TON alle zwei Wochen, um Boni nicht zu verlieren.

Wallets, KYC und Warnungen vor Betrug

Zum Abheben braucht man eine Wallet, und die Messaging-App bietet selbst eine an. Der Identitätsverifizierungsprozess, KYC, wurde als „ein Kinderspiel“ beschrieben, ohne einmal Dokumente zu verlangen. Nicht jeder sieht das so. Gegen den Enthusiasmus erhoben sich zwei Einwände: Dass viele dieser Launches koordinierte Operationen sind, um den Preis aufzublähen und ihn an Nachzügler loszuwerden, und dass das Verbinden der Wallet zum Einfordern eines Airdrops der übliche Weg ist, auf dem Gelder verschwinden. Es gibt auch jene, die bei der Verteilung leer ausgingen und behaupten, unterwegs Geld verloren zu haben.

Snapshots, Ansprüche und das Ende des Zyklus

Die zweite Hälfte des Zyklus hatte weniger Epik und mehr Bürokratie. Momentaufnahmen für die Verteilung, Hinweise, dass ein Token nun abgefordert werden kann, neue Links zum Hochladen, um die Position nicht zu verlieren. Die Ermüdung setzte sich durch. Wenn das nächste Projekt kommt, wird es verlassen: nicht weil es Zeit verbraucht – kaum ein paar Minuten pro Tag mit einem automatischen Clicker –, sondern weil das Interesse nicht mehr ausreicht, um die Runde zu tragen. Wer spät zu einer Verteilung kommt, erholt selten seine Investition, und die gefragten Lücken schließen sich.

Übrig bleiben die Wallet, die einfache Identitätsverifizierung und das Versprechen, dass das nächste Token alles verändert. Der Klick ist kostenlos. Die Zeit nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (129 Antworten).

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