Astrologin prophezeit Bitcoin-Crash – Markt steigt stattdessen

Bitcoin erlebte seinen besten Monat seit Oktober 2021, während der von einer Astrologin für Ende Juli vorhergesagte Crash ausblieb.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Astrologin prophezeit Bitcoin-Crash – Markt steigt stattdessen
Die Astrologin, die den Juli-Crash ankündigte, lag falsch

Kann eine Astrologin Bitcoin besser vorhersagen als ein Analyst mit drei Bildschirmen? Diese Frage stellt sich jedes Mal, wenn eine bekannte Krypto-Content-Erstellerin ihr monatliches Video veröffentlicht, in dem sie Horoskope mit Kerzenchart-Analyse und Unterstützungslevels mischt. Ihre These für Juli war einfach und sehr konkret: Ein erster Abfall bis zum 13., ein brutaler Anstieg bis zum 27. und ein schwerer Absturz ab dem 28. Der 13. kam, die Erholung erschien – teilweise – und der finale Absturz blieb aus. Das Urteil derer, die das verfolgt haben, lautet in einem Wort: Betrug.

Was genau sie für Juli angekündigt hatte

Die Prognose basierte auf einem Anfang des Monats veröffentlichten Video, obwohl es meist im Vormonat aufgenommen wird. Darin behauptete sie, der Abfall würde sofort beginnen, mit einer Zwischen-Erholung bis zum 27. und einem schweren Crash ab dem 28. Sie verwies auch auf eine finanzielle Ankündigung von Biden am 17. Juli, die die Märkte gut aufnehmen würden. Die Details sind wichtig, weil ihre bisherige Historie ihr Trinc eingebracht hat: Manche behaupten, die Juni-Prognosen hätten die Abwärtsbewegungen bis auf den Tag genau getroffen und auch die Mai-Prognosen seien gut gewesen.

Juli brach jedoch das Muster. Am 7. stieg der Markt mehr, als die Analyse vermuten ließ, und am 11. fiel er, als er steigen sollte. Die erste Monatshälfte bewegte sich seitwärts mit einem bärischen Bias. Für die zweite Hälfte war das Szenario eindeutig bullisch, was laut der Interpretation eines Forum-Nutzers einen Rally von mindestens 24.000 Dollar und wahrscheinlich bis zu 30.000 Dollar bedeutete.

Der Crash vom 28., der nie kam

Das Datum kam, und der Markt versank nicht. Das Urteil dieses Forum-Nutzers war scharf: Betrug. Auffällig ist, dass dieselbe Analystin parallel konkrete Positionen hielt. Ihren eigenen Angaben zufolge eröffnete sie eine Short-Position bei Ethereum bei 1.740 Dollar mit einem konservativen Ziel von 1.650 Dollar. Katastrophale öffentliche Vorhersage und vorsichtige Operation: Zwei Dinge, die selten zusammenpassen bei jemandem, der vorgibt zu wissen, was passiert.

Dieses Ereignis hinterlässt eine unspektakuläre Lektion darüber, wie dieser Konsuminhalt wahrgenommen wird. Prognosen werden erinnert, wenn sie stimmen, und verwischen, wenn sie falsch liegen, und das Zeitfenster – „Ende Juli“, „zweite Monatshälfte“ – ist elastisch genug, um fast jedes Ergebnis als eigenes zu reklamieren.

Warum der Markt wirklich stieg

Der Anstieg existierte, aber die Gründe deuten in eine andere Richtung. Bitcoin verzeichnete seinen besten Monat seit Oktober 2021 und schloss eine Erholung ab, die den Crypto Antiestéticar and Greed Index auf 42 trieb, immer noch Angst-Territorium, aber weit entfernt von der vorherigen Panik. Ethereum war der einzige klare Ausbruch; der Rest des Marktes blieb in einer Lehrbuch-Seitwärtsbewegung, mit Bitcoin festgefahren zwischen 20.000 und 23.000 Dollar.

Auch makroökonomischer Treibstoff half. Powell machte klar, dass die Federal Reserve (Fed) nicht mehr automatisch handelt und Entscheidungen datenabhängig sein werden, was als Ankündigung gelesen wurde, dass die Zinsen irgendwann wieder fallen werden. Da die Renditen US-Staatsanleihen innerhalb weniger Tage fielen, stellte sich das Szenario für Risikofreude neu ein. Aus makroökonomischer Sicht, argumentierte derselbe Forum-Nutzer, sei kein großer Absturz zu erwarten gewesen.

Zwei Astrologen, zwei gegensätzliche Diagnosen

Das aufschlussreichste Detail kam außerhalb des Charts. Ein anderer Analyst, der ebenfalls mit Astrologie arbeitet, veröffentlichte eine völlig andere Lesart, und beide führten eine öffentliche Auseinandersetzung. Die Antwort, kurz zusammengefasst, war ja, sie ignoriere bestimmte Dinge, aber ihr gefielen die Sterne für die nächste Woche, also steige es. Hier liegt das Problem für alle, die operative Signale suchen: Wenn die Methode interpretierbar genug ist, liegt der Analyst nie ganz falsch.

Das Geschäft hinter der Vorhersage

Es gibt einen Aspekt, der kaum diskutiert wird und einen Teil des Rauschens erklärt: Monetarisierung. Der Inhalt wird durch Sponsoring und konstante Präsenz in sozialen Medien finanziert, was jede Prognose in einen Publikums-Hook verwandelt. Die Community selbst ironisiert über das Wettbüro, dessen Berichte sie, scherzhaft und ernst, für seriöser halten als die vieler veröffentlichter Analysten.

Mit diesen Regeln hört Genauigkeit auf, das Ziel zu sein. Belohnt wird Sicherheit, das konkrete Datum und die schlagzeilenträchtige Überschrift, auch wenn der Markt danach tut, was er will. Unterdessen bleibt die Frage, ob Astrologie Fundamentalanalyse schlägt, unbeantwortet. Eine Tatsache allerdings: Der Angst-und-Gier-Index bleibt weit von Gier entfernt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (128 Antworten).

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