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Tang: Die Nostalgie, die den NASA-Mythos überlebte
Tang wurde nicht von der NASA erfunden: Entwickelt hat es ein Chemiker von General Foods im Jahr 1959. Die Nostalgie rund um das Orangenpulver und seine vier Sorten in Spanien.
Tang ist zurück im Kühlschrank: Weder hat die NASA es erfunden, noch trinkst du es, wie du denkst
Wie viel Orangenpulver muss man hineinkippen, bis einem die Augen überlaufen? Diese Frage geht durch die Küchen aller, die mit dem Tang-Tütchen aufgewachsen sind und es jetzt aus Nostalgie wieder aus dem Supermarkt holen. Die offizielle Empfehlung lautet, es in einem Liter Wasser aufzulösen; der Volksglaube reduziert es auf 750 Milliliter, damit es überhaupt nach etwas schmeckt. Hier beginnt der Hausmythos, und das Etikett endet.
Das Produkt, das viele mit dem Wettlauf ins All verbinden, entstand nicht in einem NASA-Labor. Es wurde Ende der fünfziger Jahre von einem Chemiker bei General Foods entwickelt, William Mitchell — derselbe, der später auch die Peta Zetas (eine spanische Knallbonbon-ähnliche Brause) erfand —, und kam 1959 eher leise auf den Markt. Berühmt wurde es, als die Raumfahrtbehörde es in die Gemini- und Apollo-Missionen aufnahm: Das Wasser an Bord schmeckte seltsam, und das Pulver überdeckte es. Die Werbung zog die Geschichte jahrelang. Ein Apollo-Astronaut sagte sogar, Tang schmecke widerlich.
Vom Kühlschrank ins Dreihundertsterne-Hotel
Das Phänomen ist nicht nur ein spanisches. 2002 servierte ein angeblich dreihundertsterne türkisches Hotel zum Frühstück Tang statt Orangensaft. Die Anekdote fasst die Rolle des Produkts gut zusammen: billiger Ersatz für das, was fehlt, mit wiedererkennbarem Geschmack und einem Witz von Preis. In Spanien erinnert man sich an vier Sorten — Orange, Ananas, Zitrone und eine tropische —, und die Zitrone gewinnt unter den Nostalgikern klar.
Zum häuslichen Ritual gehörte eine Gratis-Karaffe. So mancher erinnert sich an die Werbekaraffe, die es zum Tütchen dazu gab und die schließlich für Gazpacho benutzt wurde, mit dem entsprechenden familiären Trauma. Tang wurde so zur Fanta für Arme, so wie Pralin die Nocilla für Arme war und Sanyo das Sony für Arme. Die Skala der Zweitliga-Marken hat ihre eigene emotionale Hierarchie.
Wird Tang in Spanien noch verkauft?
Die kurze Antwort: Es kommt auf den Kanal an. Manche sagen, auf den Kanarischen Inseln sei es noch erhältlich, und die Tütchen tauchen in Importläden auf sowie im kollektiven Gedächtnis all jener, die graue Haare haben. Die Mandarinen-Mirinda dagegen gilt als Ladenrarität, fast mythisch. Wer in der Pause einen Mandarinen-Mirinda-Kronkorken hatte, war ein Halbgott des Schulhofs.
Kronkorken, das Gold der Pause
Vor Sammelbildern und Videospielen drehte sich auf dem Schulhof alles um Kronkorken. Die von Bitter Kas waren die Premium-Exemplare: kleiner, schwerer, sehr begehrt, wenn sie flach und unverbeult auftauchten. Die von Cinzano waren häufig; die von Mandarinen-Mirinda selten. Mit ihnen baute man im Park imaginäre Autobahnen. Ein Kapitalismus für den Pausenhof mit eigener Inflation.
Der nostalgische Rückblick bleibt nicht bei den Limonaden. Da sind die Cuba-Libre-Bonbons, die Vanpiros, die die Zunge nicht mehr färben, der Karamellfinger, der heute ein Witz ist, und die Toblerone, über deren heutige Größe man lacht. Die gemeinsame Schlussfolgerung: Alles hat sich verändert, und der erwachsene Gaumen merkt es. Das Hausrezept für Ponche Caballero (ein spanischer Kräuterlikör) mit Coca-Cola wird als Rekonstruktion von Kindheitsgeschmacks angeboten, genauso wie Bittermandellikör mit Ananassaft das Kojak-Lutscher imitiert.
Es gibt eine Lücke zwischen dem, was man sich erinnert, und dem, was im Regal steht. Das Tang-Tütchen kostet weiterhin wenig und ergibt viel, aber der Geschmack ist nicht mehr derselbe. Oder der Gaumen ist es nicht. Am Ende ist die Nostalgie der einzige Zusatzstoff, der nicht auf der Zutatenliste steht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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